Testbericht

Test: Externe Raid-1-Festplatten

Mit dem rapiden Preisverfall von Festplatten, rückt ein RAID-Level in den Blickpunkt, der bislang als verschwenderisch gilt: RAID 1. Dabei hat die Datenspiegelung deutliche Vorteile - auch und gerade in externen Festplatten.

Mit dem rapiden Preisverfall von Festplatten, rückt ein RAID-Level in den Blickpunkt, der bislang als verschwenderisch gilt: RAID 1. Dabei hat die Datenspiegelung deutliche Vorteile - auch und gerade in externen Festplatten.

Neulich war es wieder soweit: Eine Kollegin suchte uns im PC-Magazin-Testlabor auf. Ihre externe Festplatte machte keinen Mucks mehr. Eine Überprüfung ergab, dass die Platte kaputt war. Dies war umso betrüblicher, als besagte Kollegin ihre sämtlichen Fotos darauf gespeichert hatte.An und für sich ist das Sichern wichtiger Daten auf einem externen Laufwerk eine gute Idee, allerdings nur, wenn die zugehörigen Originaldaten ebenfalls vorhanden sind. Den meisten Anwendern ist Datensicherung aber ein Graus, selbst wenn Backup-Knöpfchen oder automatische Sicherungen das Ganze zu einem Kinderspiel machen. Einfacher wäre es, die Daten bei hoher Sicherheit nur einmal vorrätig halten zu müssen. Ein guter Ansatz dafür sind externe Festplatten mit RAID-Funktionalität. Vor allem RAID 1 ist trotz des schlechten Rufs ein interessanter Kandidat.

Duale externe Festplatte ohne Lüfter

© Archiv

Duale Festplatte von WD.

Billige Verschwendungssucht

Gegen RAID 1 spricht, dass durch die Spiegelung der Daten die Hälfte der Kapazität zugunsten der Datensicherheit verloren geht. Das ist zwar nach wie vor der Fall, allerdings hält sich der dadurch verursachte Kostenaufwand mittlerweile in Grenzen. Derzeit ist das Gigabyte Plattenplatz schon für rund 8 Cent zu bekommen. Vor einem Jahr lag der Preis in etwa bei dem Doppelten. Wer sich also Ende 2007 mit einer normalen externen 500-GByte-Platte anfreunden konnte, sollte heute vor einem ähnlich teuren RAID-1-Verbund mit gleicher Kapazität nicht gleich zurückschrecken. Hat man sich mit dem Preis erst mal angefreundet, kommen die Vorteile ins Spiel.

Zunächst ist das die höhere Datensicherheit gegen Festplattenausfälle. Geht eine Platte kaputt, ist ja alles noch auf der zweiten vorhanden. Dazu kommt, dass RAID-1-Systeme unanfälliger gegen Controllerschäden sind. Geht der Controller kaputt, lassen sich die einzelnen Platten mit einem einfachen SATA-Kabel an jeden Rechner anschließen. Passiert gleiches mit einer RAID-5-NAS, sieht es düster aus. Dann muss man sich, sofern nicht die Garantie greift, nach einem Controller umsehen, der vom gleichen Hersteller ist. Fremde RAID-Controller können mit vorhandenen RAIDs nur selten etwas anfangen.

Sicherheitseinstufung

Was die Datensicherheit angeht, rangieren RAID-1-Systeme sehr weit oben. Allerdings greift der Schutz nur gegen Ausfälle der Hardware und nicht solche des Benutzers. Ein beim Frühjahrsputz gelöschtes Verzeichnis ist ebenso weg als habe es nur auf der lokalen Platte gelegen. Auch Viren oder fehlerhafte Anwendungen können Daten den Garaus machen. Wer sich vor solchen Szenarien fürchtet, sollte zusätzlich eine Backup-Software verwenden. Drei der Platten aus unserem Testfeld bringen derartige Programme mit. Lediglich Fantec liefert sein Laufwerk aus, wie es der Ingenieur erschaffen hat.

Ohne schwarz malen zu wollen, ist natürlich auch eine Backup-Software kein allumfassender Schutz. Gegen Diebstahl oder eine warme Sanierung der eigenen Wohnung hilft sie nichts. Wer seine Daten wirklich sicher sehen möchte, sollte eine Online-Sicherung in Betracht ziehen. Gegen Entgelt werden die Daten in manchen Fällen im wahrsten Sinne des Wortes bombensicher gelagert.

Schneller mit eSATA

Je nachdem wie oft auf Daten zugegriffen werden muss, ist die Geschwindigkeit von Interesse. Bilder der letzten fünf Weltreisen werden seltener gebraucht als Grafik-oder Filmdateien, die täglich bearbeitet werden müssen. Am schnellsten ist derzeit die externe Anbindung via eSATA. Von unseren Testkandidaten bietet nur das Modell von WD diese Anbindung. Entsprechend hängt es die Konkurrenz mit Transferraten von bis zu 109 MByte/s ab. Firewire 800 ist theoretisch die zweitschnellste Lösung, allerdings verfügen nur wenige Laufwerke und PCs darüber, so dass eine Kombination aus beiden schon Seltenheitswert hat. Bleibt USB 2.0, das die größte Verbreitung genießt. Hier zeigte sich im Test, dass eine Schnittstelle nur so gut ist, wie sie implementiert wird. So erreichte das Fantec am gleichen Testrechner Datenraten von bis zu 32 MByte/s, das Laufwerk von Buffalo dagegen nur 20 MByte/s.

Fazit

RAID 1 wird durch den niedrigen Plattenpreis interessant. Und das zu Recht, denn Vorteile wie eine hohe Datensicherheit ohne Controller-Abhängigkeit sprechen für sich.

Auf den nächsten Seiten finden Sie die Einzeltests der Kandidaten...

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