Testbericht

TEST: Drei AV-Receiver von Sony, Pioneer und Denon

Wenn es am Stammtisch um Autos der Oberklasse geht, fallen immer wieder die gleichen Namen. Mit AV-Receivern über 1.200 Euro ist es nicht sonderlich anders. Hier buhlen Denon, Pioneer und Sony um die Käufergunst. Doch am Ende bremst einer klar die anderen aus.

Test Surroung: AV-Receiver

© Stefan Schickedanz

Denon AVR-3310

Während das automobile Oberhaus fest in süddeutscher Hand ist, geben bei den Receivern mit Denon, Pioneer und Yamaha drei japanische Firmen das Tempo vor. Obwohl in der Klasse über 1.200 Euro schon seit Längerem sieben Kanäle als ausreichend gelten und nach HDMI 1.3 und On-Board-Decodierung von nativem HD-Ton keine wesentlichen Neuerungen mehr anstehen, präsentieren alle drei pünktlich zum Herbst die neuen Modellreihen.

Denon widmete sich zahlreichen Details und schnitt dabei auch alte Zöpfe ab. Unter der Frontklappe hält der Receiver einen USB-Anschluss bereit. So lassen sich leicht Festplatten und Speichersticks einstöpseln und Musik oder Fotos über die AV-Anlage im Wohnzimmer wiedergeben.

Die Anzahl der HDMI-Eingänge stieg auf fünf. Wer analoges Video-Material zur Ausgabe über den HDMI-Ausgang digital nach allen Regeln der Kunst bis zu 1080p aufpolieren möchte, der kann das künftig dem neuen High Bit Deinterlacer vom Typ ABT 2010 anvertrauen, der Digital Noise Reduction und andere Bildverbesserer ermöglicht.

Der ebenfalls neue Clock-Jitter-Reducer des AVR-3310 reduziert dagegen Taktschwankungen in den Sig nalen sämtlicher Digitalquellen für besseren Ton. Ähnliches bietet Pioneer zur Optimierung der HDMI-Übertragungsqualität zwischen Blu-ray-Player und VSX-LX 52 mit der PQLS-Technologie.

Netzwerkseitig hat der Denon einiges zu bieten. Via Ethernet-Buchse lässt sich der Receiver in ein Heimnetzwerk integrieren. Neben Steuerung vom PC oder Webradio mit seinem unerschöpflichen Senderangebot ermöglicht der AVR-3310 auch das direkte Abspielen von Tracks aus dem Online-Musikarchiv von Napster.

Keine Höhenangst

Mit dem neuen Dolby Pro Logic II z erlaubt der Denon eine neue Spielart des Raumklangs. Zwei zusätzliche Höhenlautsprecher sollen über den Front boxen selbst mit konventionellen Surround-Programmen und Stereo-Programmen durch Dolbys neuen Algorithmus dem Klang zu einer weiteren Dimension verhelfen.

Test Surroung: AV-Receiver

© Stefan Schickedanz

Kontaktfreudig: Mit fünf HDMI-Eingängen und Netzwerkanschluss ist der AVR-3310 für die Zukunft gerüstet.

Dieses Feature bot bereits der Denon AVR-1910 (Test in [int:article,107177/]), der neben mehr Raumgefühl auch die grundsätzlichen Grenzen des Systems in Hinsicht auf Neutralität und Ortungsschärfe aufzeigte. Wer mit preiswerten Boxen vorliebnehmen muss, kann mit dem neuen Raumklang-Effekt sein Wohnzimmer akustisch aufblasen.

Für jeden Benutzer ein nachvollziehbarer Fortschritt sind die neuen Menüs, die nicht nur besser aussehen und intuitiv erfassbar sind, sondern auch schneller reagieren. Laien kommen nun eher ans Ziel, weil der AVR-3310 wie der Pioneer das eingesteckte Mikrofon erkennt und in Bereitschaft geht und die in der Praxis sehr zuverlässige Audissey-Einmessung mit Grund-Setup und Raumkorrektur-Möglichkeit startet.

Testprofil

DenonAVR-3310
www.denon.de
1.300 Euro

AV-Receiver

Weitere Details

78 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Was die von Experten bevorzugte manuelle Grundeinstellung oder zumindest Überprüfung des Lautsprecher-Setups betrifft, kommt in dieser Gruppe allerdings keiner an Sony heran. In einer perspektivischen, mehrfarbigen Darstellung zeigt der STR-DA 3500 ES auf einen Blick neben den tatsächlich angeschlossenen Boxen alle zum jeweiligen Kanal gehörenden Parameter. Dafür müssen sich Sony-Nutzer mit der sehr übersichtlichen Fernbedienung erst mal umständlich durch die Menüs vorarbeiten, um die Einmessautomatik zu starten.

Was der Sony noch alles leistet, womit Pioneer punkten will und wie die Kandidaten im Stereo-Duell abschneiden, lesen Sie auf der nächsten Seite...

Hersteller/Modell Denon AVR-3310 Pioneer VSX-LX 52 Sony STR-DA 3500 ES
Preis in Euro 1.300 1.200 1.200
Ranking im Testfeld 1. Platz (Testsieger) 2. Platz 2. Platz
Klangqualität (300) sehr gut 80 % (240) sehr gut 77 % (230) gut 73 % (220)
Stereo (150) 120 115 110
Surround (150) 120 115 110
Ausstattung (105) gut 69 % (114) gut 62 % (103) gut 64 % (106)
Audio (100) 67 53 59
Video (65) 47 50 47
Bedienung (75) sehr gut 88 % (66) sehr gut 88 % (66) überragend 91 % (68)
am Gerät (30) 27 27 27
via Fernbedienung (45) 39 39 41
Verarbeitung (60) sehr gut 80 % (48) sehr gut 78 % (47) sehr gut 78 % (47)
Anmutung (30) 24 23 24
Material (30) 24 24 23
Testurteil (600) sehr gut 78 % (468) gut 74 % (446) gut 74 % (441)
Preis/Leistung sehr gut sehr gut sehr gut

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