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Testbericht

TEST: Diverse Blu-ray-Laufwerke für Heim- und Multimedia-PCs

PC Magazin


Guido Lohmann

18. August 2009

Inhaltsverzeichnis 1/9

Wenige HD-fähige Wiedergabegeräte, teure Medien und hohe Laufwerkspreise machten der Blu-ray-Disc das Leben schwer. Das könnte sich jetzt ändern. HDTVs sind da, LTH-Technik soll für günstige Medien sorgen und Laufwerke gibt es schon für unter 70 Euro.

Würde man die Blu-ray adeln wollen, so wäre der Titel "Prince of Wales" mit Sicherheit eine treffende Wahl. Nur der britische Thronfolger scheint noch länger darauf warten zu müssen, endlich die Nachfolge antreten zu können. Schon vor Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt, dümpelt Blu-ray immer noch bei einem, verglichen mit DVDs, geringen Marktanteil vor sich hin. Gründe für die bislang relativ trostlose Situation gibt es genug, die meisten, wenn auch nicht alle, gehen auf die Kappe der Industrie.

Das begann schon mit dem unglückseligen Formatstreit mit der konkurrierenden HD-DVD. Wer letztlich damit angefangen hat, ist heute eine rein akademische Frage, da sich Blu-ray bekanntermaßen durchgesetzt beziehungsweise bis heute überlebt hat. Dennoch hat die daraus resultierende Verunsicherung nicht nur bei den Enkunden, sondern auch den Inhalteanbietern für monate-, wenn nicht eine jahrelange Verzögerung gesorgt.

Ein weiterer Grund ist das nicht nur aus heutiger Sicht geradezu hysterische Streben nach einem sicheren Kopierschutz. Auch sie hat zur Verunsicherung des Verbrauchers beigetragen, und die Einführung weiter unnötig verzögert – und das mit dem "Erfolg", dass der Kopierschutz schon geknackt war, bevor er offiziell eingeführt wurde.

Zu guter Letzt haben die Kosten der Blu-ray arg zu schaffen gemacht. Medienpreise von Anfangs 15 Euro pro 25-GByte-Scheibe haben sehr an dem Sinn des Speichermediums zweifeln lassen. Festplatten, die flexibler, schneller und auf das Gigabyte umgerechnet günstiger sind oder USB-Sticks, die ebenfalls schon zu den Wühltischartikeln gehören, erscheinen nicht nur auf den ersten Blick als die bessere Wahl. Gar nicht mitgerechnet die Anschaffungskosten, die für das Laufwerk selbst anfallen.

Besserung in Sicht

Jetzt aber scheint sich das Blatt doch noch zugunsten der Blu-ray zu wenden. Nicht nur, dass HD- Kameras und HDTVs an Verbreitung gewinnen und damit den Einsatz eines Blu-ray-Players sinnvoll werden lassen. Auch die Preise für Laufwerke und Medien kommen langsam ins Purzeln – zumindest wenn man weiß, was man wirklich braucht und worauf man getrost verzichten kann. Soll zum Beispiel nur der heimische (HT)PC aufgerüstet werden, um die neuesten Blockbuster in voller Auflösung wiedergeben zu können, tut es auch ein Combo-Laufwerk. Noch preiswerter geht es mit Blu-ray-ROM-Drives. Sie sind schon für rund 60 Euro zu haben und spielen von der einfachen CD bis hin zur doppellagigen und wiederbeschreibbaren Blu-ray-Disc alles ab.

Es bleiben die vermeintlich teuren Medien, die viele Käufer abschrecken. Gerade hier hat sich aber fast unbemerkt einiges getan. In den einschlägigen Elektronik-Märkten finden sich zwar immer noch 25-GByte-Rohlinge für sechs bis zehn Euro, sofern man sie inmitten der Massen an DVD-Rohlingen überhaupt findet. Sucht man online, zeigt sich aber schnell ein anderes Bild. Selbst bei renommierten Händlern wie Alternate gibt es 25-GByte-Rohlinge schon für 2,50 Euro auf der Zehnerspindel. Die lassen sich zwar nur mit zweifacher Geschwindigkeit brennen und stammen nicht aus der A-Serie von Markenherstellern wie Taiyo Yuden oder Verbatim, aber für Daten geringer Wichtigkeit sind sie absolut ausreichend.

Kramt man ein bißchen weiter im Netz, stößt man sogar auf noch verlockendere Angebote. Bei cdrohlinge24.de etwa gibt es die "Professional Blu-Ray BD-R 25 GB 4x" für 58,99 Euro – im 25er Pack. Daraus ergibt sich ein Gigabyte-Preis von knapp über 9 Cent, was in etwa dem entspricht, was Festplatten auf die Kapazität umgerechnet derzeit kosten. Zugegeben: Die Laufwerkskosten sind da noch nicht eingerechnet. Dafür kann man eine Scheibe für unter drei Euro auch mal dem weniger gut bekannten Arbeitskollegen mitgeben. Außerdem sind Billigstpreise auch immer ein guter Indikator dafür, wie weit sich die Gewinnmarge noch drücken lässt. Bei solchen Sonderangeboten fragt man sich natürlich wo der Haken ist, verlangen Markenhersteller das Doppelte, Dreifache oder sogar noch mehr für nominell gleichwertige Rohlinge.

Wissenswertes zum Thema Rohlingen und warum Geschwindigkeit relativ ist, lesen Sie auf Seite 2...





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