Testbericht

Test: Denon DBT-1713UD & AVR-2113

Ein Blu-ray-Transporter, der sich ganz auf das Auslesen von Discs konzentriert. Ein AV-Receiver, der auf optimalen Klang getrimmt ist. Gemeinsam wollen sie für gut 1.000 Euro großes Heimkino bieten. Mehr dazu im Test.

Denon DBT-1713UD & AVR-2113

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Denon DBT-1713UD & AVR-2113

Pro

  • DVD-Audio und SACD-Wiedergabe
  • starke Bildqualität
  • solide Verarbeitung

Contra

  • wenige Online-Dienste

Pro

  • natürlicher Klang
  • einfache Bedienung
  • enorme Multimedia-Funktionen inklusive AirPlay

Contra

  • wenige Anschlussmöglichkeiten

Denon weiß, dass viele Kunden den passenden Blu-ray-Player zum AV-Receiver von derselben Marke kaufen - schon allein aus optischen Gründen. Doch beim Äußerlichen muss es nicht bleiben. Und darum hat Denon einen neuen Player auf den Markt gebracht, der eine noch stärkere Symbiose mit dem AV-Receiver eingeht.

Vorbild war der DVD-2500BT, der vor einigen Jahren in die Läden kam und den ersten Blu-ray-Transporter von Denon darstellte. Der Gedanke dahinter: Der Player soll zuallererst Laufwerk sein und sich auf das Auslesen der Discs konzentrieren. Im Vordergrund steht der Transport der Daten zum AV-Receiver, der sich um die weitere Ton- und Bildverarbeitung kümmert.

Jetzt hat der DVD-2500BT mit dem DBT-1713UD einen Nachfolger erhalten. Um das Transporter-Konzept zu testen, hat Denon zum Player einen brandneuen AV-Receiver geschickt. Der AVR-2113 verspricht, der Preis-Leistungs-Überflieger für 600 Euro zu sein: AirPlay, 4K-Upscaling, Web-Radio und sechs HDMI-Eingänge, so die Kerndaten.

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Der Blu-ray-Player DBT-1713UD von Denon bietet für 500 Euro starke Bildqualität und solide Verarbeitung.

Blu-ray-Player DBT-1713UD

Die Logos am Blu-ray-Transporter DBT-1713UD lassen viel erwarten. Beim Auslesen von Daten ist er kaum wählerisch: Außer auf (3D-)Blu-rays, Video-DVDs und Audio-CDs versteht er sich auch auf hochwertige DVD-Audio- und SACD-Scheiben, die in vielen Schränken stehen und nur auf ein Universalgerät dieser Art warten. Daneben kann ihm der Nutzer Kost von USB-Festplatten oder von UPnP-Netzwerk-Servern vorsetzen.

Dabei unterstützt er die gängigsten Video-, Foto- und Musik-Formate. Selbst der Film-Fan wird sich beim Streaming freuen, da auch 24p-Quellen nativ zum Fernseher gelangen und er dazu HD-Audio-Formate wiedergibt. Der Musik-Fan ist gleichermaßen begeistert, da der Transporter ebenfalls Audiodateien im WAV- oder FLAC-Format bis zu einer Auflösung von 192 kHz bei 24 Bit abspielt. Auch im Web bedient sich der Player, um Clips von YouTube abzurufen.

Das Navigieren durch all diese Menüs klappt erfreulich schnell. Flott geht es auch beim Einlesen von Discs zu. Für eine Blu-ray braucht er beispielsweise gerade einmal 11 Sekunden. Verantwortlich ist dafür auch der neue Media-Tek-Chipsatz MT8555, auf den der DBT-1713UD baut. Das Laufwerk bleibt beim Drehen der Discs erfreulich leise.

Der Grund: Es ist doppelt ummantelt, um Geräusche zu minimieren. Auch sonst ist Solidität angesagt. Der Player steht auf vier großen Füßen und besitzt ein massives Gehäuse. Nur die Kunststoff-Front und die leicht wackelige Disc-Lade fallen etwas aus dem Rahmen.

DBT-1713UD: Bildprozessor

Der Bildprozessor im Inneren arbeitet sehr sauber. Der DBT-1713UD ist zwar nicht der schärfste Player, den wir je im Messlabor hatten, doch das Bild wirkt sehr ruhig. Vor allem die Vollbildwandlung von Interlaced-Quellen bei Standard-Auflösung ist auf Spitzenniveau. Auch im Bluray-Betrieb kann er mit einem satten Bild überzeugen.

Wer Änderungen an den Bildeinstellungen vornehmen will, ist mit dem DBT-1713UD bestens bedient. Über die Taste Video Resolution kann der Nutzer während der Wiedergabe die Ausgabe-Auflösung ändern. Über die Taste Picture Adjust gelangt er außerdem zu den Bildanpassungen. Dort kann er etwa an der Rauschunterdrückung, am Kontrast, an der Gammakurve oder der Farbe schrauben und fünf Voreinstellungen speichern. Ändern sollte er jedoch nicht die Farbausgabe von YCbCr auf RGB, da so die Farben nicht mehr exakt stimmen.

Download: Tabelle

AV-Receiver AVR-2113

Die Bild- und Tonsignale gelangen anschließend idealerweise per HDMI zum AV-Receiver. Alternative Ausgabemöglichkeiten gibt es nur in Form eines analogen Stereoton-Ausgangs - entsprechend dem Transporter-Gedanken, dass sich das Laufwerk auf das Nötigste beschränkt. So können die Entwickler bei den wenigen Ausgängen auf Qualität achten und etwa Wandler der renommierten Marke Burr-Brown für den Analogton-Ausgang nutzen.

Für die Übertragung zum AVR-2113 ist dennoch die HDMI-Variante vorzuziehen. Dabei ergeben sich klanglich keine signifikanten Unterschiede, wenn der Player den Ton unverändert als Bitstream oder decodiert als PCM-Signal ausgibt. Bei eingelegter SACD ist es unabhängig von der Einstellung immer ein PCM-Signal, das der Player zum AVR-2113 schickt. Denn der AV-Receiver kann die unveränderten DSD-Daten der SACD nicht engegennehmen.

Download: Tabelle

DBT-1713UD & AVR-2113: Aufbau und Bedienung

Der AVR-2113 steht in unserem Fall unter dem Player. So geben die beiden ein hübsches Paar ab: Sie besitzen ein großes Front-Display, damit die Schrift auch aus der Ferne lesbar ist. Sie haben die gleiche Grundfläche. Und beide beschränken sich auf wenige Tasten, um es dem Nutzer leicht zu machen.

Diese einfache Bedienbarkeit ist Denon bei seiner aktuellen Receiver-Reihe besonders wichtig: Durch die Erst-Installation führt ein Assistent, der genau erklärt, wie der AVR-2113 mit Lautsprechern, Player und Netzwerk-Router verbunden werden soll. So einfach war das Einrichten eines Receivers noch nie und dürfte jetzt selbst Laien nicht mehr abschrecken - zumal auch das überaus präzise Einmesssystem Audyssey MultEQ XT an Bord ist und über das mitgelieferte Mikrofon für optimalen Klang sorgt.

Vergleichstest: 4K Blu-ray-Player im Test

Ebenso einfach zu handhaben ist die Fernbedienung. Sie besitzt nur die nötigsten Tasten und ruft beim ersten Blick Skepsis hervor, ob das so funktionieren kann. Diese Skepsis verfliegt aber schnell und weicht der Frage, warum nicht schon früher jemand auf diese Idee gekommen ist.

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© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Die Denon Remote App steuert bequem den AV-Receiver. Es lassen sich kinderleicht Quellen, Sound-Modi oder Musik auf Servern im Netzwerk anwählen. Doch auch ohne App ist das Smartphone hilfreich. Per Apple AirPlay oder DLNA kann der AVR-2113 mit Musik beschickt werden.

DBT-1713UD & AVR-2113: Quellen

Dann drückt man etwa auf die Taste Network und gelangt zu den Quellen im Netz. Das sind unzählige Internet-Radiostationen, die über den Receiver den Weg ins Wohnzimmer finden. Das ist Musik vom hier kostenpflichtigen Musik-Online-Dienst Last.fm. Das sind Fotos vom Internet-Dienst FlickR. Und das ist vor allem auch Musik von UPnP-Netzwerk-Servern. Schon jetzt können datenreduzierte Audiodateien im MP3-, WMA-, AAC- oder FLAC-Format abgespielt werden.

Es ist bereits ein Software-Update angekündigt, mit dem der AVR-2113 noch mehr audiophile Hörer für sich vereinnahmen wird. Dann holt sich der Receiver ebenfalls hochauflösende Musik als FLAC und WAV mit 192 kHz/24 Bit oder als Apple Lossless Audio Codec (ALAC) aus dem Netz oder von USB-Festplatten. Und dann soll auch das Streamen von Alben möglich sein - ohne kleine Pausen zwischen den einzelnen Stücken.

Daneben kann er über seine Eingänge an der Rückseite Quellen entgegennehmen. Denon hat hier klar den Fokus auf HDMI gelegt, bei den analogen Eingängen für Bild und Ton sich jedoch auf das Nötigste beschränkt. Für die meisten Anwender dürfte das Angebot dennoch ausreichen.

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© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Ganz ohne eigene Verbindung zum Heimnetz lässt sich der Blu-ray-Transporter mit der Remote App des AV-Receivers steuern: Der AVR-2113 leitet die Steuerbefehle per HDMI (CEC) zum DBT-1713UD weiter. Der Nutzer muss dabei auf keine wichtigen Funktionen der Player-Fernbedienung verzichten.

DBT-1713UD & AVR-2113: Bildqualität

Um eingehende Bildsignale für die Weitergabe zum TV-Gerät vorzubereiten, ist ein ausgewachsener Bildprozessor (ADV 8003/3 von Analog Devices) integriert. Er konvertiert analoge Bildsignale ins Digitale, rechnet sie hoch, wandelt Halb-in Vollbilder und kann auch korrigierend (etwa durch Rauschreduktion) eingreifen. Das macht er sehr solide, sodass keine Farbverfälschungen auftreten. 

Das Skalieren und die Vollbildwandlung von digitalen SD-Quellen meistert der DBT-1713UD allerdings etwas besser. Der Player erzeugt ein ruhigeres und schärferes Bild. Bei der Analog-Digital-Wandlung von Videoquellen (Component oder Composite) erreichte er in Sachen Schärfe und Bildruhe nicht ganz die absoluten Spitzenwerte.

Man ist dennoch verblüfft, dass man einen AV-Receiver für nur 600 Euro vor sich hat. Andere Hersteller sparen sich in dieser Preisklasse eine aufwendige Bildverarbeitung, vor allem die Unterstützung von 4K. Der AVR-2113 schleift sogar 4K-Quellen durch, skaliert Quellen auf diese Auflösung intelligent hoch und gibt seine Bildschirmmenüs gegebenenfalls in 4K x 2K aus.

DBT-1713UD & AVR-2113: Klang

Auch für den Ton greift Denon in die Vollen. Die sieben Endstufen sind diskret und identisch aufgebaut. Ein besseres Ergebnis kann man zu diesem Preis nicht erwarten. Schallquellen werden präzise im Raum verteilt, der Bass ist recht konturiert, Stimmen besitzen genügend Körper und Action-Szenen erhalten die nötige Dynamik.

Wem das nicht genügt, der muss mehr Geld ausgeben. Dann ist auch die Verarbeitung an der Front oder den Lautstärke- und Quellen-Drehreglern noch solider.

Fazit

Multimedial, genial und simpel: Diese Kombi ist mehr als die einzelnen Teile und dürfte auch Heimkino-Einsteiger begeistern. Für noch besseren Ton kann man guten Gewissens zu noch potenteren Denon-Receivern der aktuellen Modellreihe greifen. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis wird man allerdings nicht erhalten.

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