Testbericht

Test: Creative Zen X-Fi versus Pearl Auvisio WorldBeat WiFi

Musik, Videos, Fotos und Radio - die beiden Multimedia-Player Creative Zen X-Fi und Pearl Auvisio WorldBeat WiFi 24 spielen einfach alles ab - via WLAN sogar zusätzlich vom Home-Server und Internet. Wie gut sie in ihrem Metier wirklich sind, hat magnus.de für Sie genau getestet.

WLAN-MVP-Player: Creative Zen X-Fi versus Pearl Auvisio Worldbeat WiFi 24

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WLAN-MVP-Player: Creative Zen X-Fi versus Pearl Auvisio Worldbeat WiFi 24

Morgens in der S-Bahn; hab erst mal die verpasste Folge von Grey's Anatomy während der Fahrtzeit nachgeholt. Mittags in der Arbeit zeigte ich dann die pikanten Beweisfotos der gestrigen Betriebsfeier bei den Kollegen rum. Beim Nachhauseweg endlich chillen mit Robbie Williams im Ohr. Den Feierabend genoss ich mit einem guten Buch, einer Flasche Rotwein und dem coolen Romantik-Sender aus dem Radio, nebenbei chattete ich noch mit meiner Freundin über die neuesten Gerüchte. All das und noch viel mehr kann mein süßer WLAN-MVP-Player - hach, säusel, seufz... Stopp! Ob die beiden neuen Mini-Player Creative ZEN X-Fi (mit WLAN) und der Pearl Auvisio WorldBeat WiFi 24 wirklich zum unverzichtbaren Begleiter für Tag und Nacht avancieren, testete magnus.de für Sie erst mal in der Praxis aus.

Creative Zen X-Fi mit Blickfänger

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Der niedlich Creative Zen X-Fi spielt Musik, Videos und Fotos lokal als auch über WLAN ab. Dazu gibt's Radio, einen Terminverwalter und eine Chat-Funktion - somit hat er das Zeug zu einem echten Womanizer.

Von der Fläche her lediglich so groß wie eine Visitenkarte und so hoch wie eine normale Streichholzschachtel, so niedlich präsentieren sich unsere beiden Protagonisten. Das Prädikat hosentaschentauglich und handtaschenkompatibel erreichen beide Player spielend.

Trotzdem können sie praktisch alles, was in das Vorstellungsvermögen eines Anwenders so reinpasst: Wiedergabe von Musik, Videos, Fotos und Radio, Aufnahme von Sprachnotizen (z.B. den Einkaufszettel) und - ein Novum für diese Geräteklasse - das Streamen von PC-Dateien über WLAN. Apropos WLAN, hier bringt jedes Gerät je ein eigenes Zuckerl mit. Auvisios Worldbeat holt tatsächlich die ganze Radiowelt via Internet-Radio ins Wohnzimmer. Der Creative Zen X-Fi ermöglicht dafür das Chatten mit "Leidensgenossen", was aber aufgrund der Tastengröße eher eine Spielerei für zarte Damenhände und thematisch bei dieser Zielgruppe ohnehin ganz gut aufgehängt ist. Klingt auf dem Papier also alles sensationell.

Hauptmenü des Creative Zen X-Fi mit WLAN

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Den Creative Zen X-Fi gibt es mit 16 und mit 32 GB Speicherplatz. Der Preis liegt dann entsprechend bei 169.90 und 249,90 Euro.

Magnus wollte aber konkret wissen, ob all diese Funktionen mit diesen beiden Miniatur-Playern tatsächlich sinnvoll und spaßig sind. Zu diesem Zweck nahm sich magnus.de die Ausstattungs-Features, Qualitätsmerkmale und die Bedienung genau unter die Lupe.

Grundausstattung: Die Gemeinsamkeiten der Player von Creative und Auvisio

Beim Öffnen der Packung fällt einem in beiden Fällen erst mal der gleiche Lieferumfang entgegen. Neben den Mini-Jukeboxen wären das die Ohrstöpsel, die Bedienungsanleitung, ein Mini-USB-Kabel sowie je eine Mini-CD mit der notwendigen Software. Die Player selbst verfügen über WLAN, UKW-Radio, einen integrierten Lautsprecher zusätzlich zur Kopfhörerbuchse, einen Kartenslot zur Speichererweiterung und ein farbiges 2,5"- (Creative) respektive 2,4"- (Auvisio) Display. Diese Angaben sind soweit absolut wertungsfrei. An Formaten spielen beide Player prinzipiell die üblichen Verdächtigen ab, also JPG-Fotos, WMV/MPEG/AVI-Videos in einer Auflösung bis 320 x 240 Pixel, und Audio-Dateien mit den Endungen MP3, WMA, WAV und AAC - der Auvisio akzeptiert zudem noch OGG- und AIFF-Dateien. Dafür boykottiert der Pearl-Mini MP3-Dateien mit DRM-Kopierschutz. Zu den Disziplinen im Einzelnen:

Pearl Auvisio WorldBeat WiFi 24

© Josef Bleier

Der Pearl Auvisio WorldBeat WiFi 24 verfügt über 4 GB internen Speicher und spielt Musik, Videos, Fotos, UKW-Radio und Internet-Radio. Preis: 129.90 Euro.

Videowiedergabe: Auf den Blickwinkel kommt es an

In diversen Foren wird gerne darüber gemeckert, dass das Display dieser Player ja viel zu klein wäre und entsprechend geizen sie dann mit Wertungssternen. Denen kann man aber nur sagen: "Augen auf beim Displaykauf." Natürlich lässt sich vorzüglich über Sinn und Unsinn von 2,5"-Displays diskutieren. Doch letztendlich hilft da nur ausprobieren, eigene Schmerzgrenze ausloten und dann eben kaufen oder liegen lassen. Wegen der Display-Größe die Geräte abzuwerten ist Humbug.

Generell gilt, dass diese 2,5/2,4"-Diagonale für Musik-Clips und mal eine halbe Stunde Sitcom a la Al Bundy ganz gut funktionieren. Stolze Besitzer eines iPod touch oder iPhones lassen sich von solchen Mini-Displays wohl kaum mehr entzücken. Die legten aber auch mindestens doppelt soviel Geld auf die Theke und laufen mit ausgebeulter Hosentasche rum. Und cineastische Superhelden fühlen sich auch auf einem iPod touch nicht viel wohler, die gehören einfach auf die Leinwand oder wenigstens einen Großbildschirm.

Größenvergleich Creative Zen X-Fi und Pearl Auvisio WorldBeat WiFi 24

© Josef Bleier

Die beiden MVP-Player Creative Zen X-Fi und Pearl Auvisio WorldBeat WiFi 24 im Größencheck: beide Geräte haben weniger Fläche als eine handelsübliche Visitenkarte.

Abgesehen von der fast identischen Displaydiagonale unterscheidet sich die Bildqualität der beiden Player deutlich. Blickt der Zuschauer direkt frontal aufs Bild, halten sich die Qualitäts-Unterschiede noch in einem durchaus verschmerzbaren Rahmen. Doch sobald die Blickwinkel auch nur geringfügig von der Ideallinie abweichen, egal ob vertikal oder horizontal, zeigt das Display des Pearl-Kandidaten nur noch Geisterbilder. Das Auvisio-Gerät also einfach mal zum Gucken auf den Tisch legen oder gar den Sitznachbarn mit rein schauen lassen kann man getrost vergessen. Der Creative ZEN X-Fi hingegen hält das Wiedergabebild stabil, bis es letztlich aus dem Blickfeld verschwindet - superb!

Angesichts der Blickwinkelschwäche beim Pearl-Player ist es fast unerheblich, dass das Gerät stets auf Biegen und Brechen seine Bildfläche füllt, selbst wenn das auszugebende Bildformat da eigentlich gar nicht reinpasst. Das Ergebnis dieses Bild-Stretchings sind schlanke Personen mit Eierköpfen. Creative hält das Bildformat ein und füllt das Bild mit den altbekannten CinemaScope-Blaken oben und unten. Natürlich wirkt dadurch das Bild noch etwas kleiner, der ZEN X-Fi strecht das Bild auf Wunsch aber ebenfalls auf Bildschirm-Größe.

Soundcheck: Creatives Exquisit-Sound gegen Pearl-Klang von der Stange

Das, was bei beiden Playern grundsätzlich aus der Kopfhörerbuchse kommt, ist durchaus makellos. Creatives X-Fi-Spieler stellt allerdings noch mehrere Optionen zur Verfügung, mit denen sich das Klangbild speziell seinen eigenen Vorlieben anpassen lässt. Das geht vom Bass-Booster über einen umfangreichen und guten Equalizer bis hin zum X-Fi- Crystalizer und Expander. Diese X-Fi-Optionen suggerieren ein ganz besonderes Klang-Schmankerl, unsere Testfiles klangen ohne X-Fi jedoch klarer und dynamischer. Der Equalizer macht da einen besseren Job, zumal er neben vorgegebenen Musikstil-Charakteristiken auch eine ganz individuelle Einstellung ermöglicht. Beim Worldbeat WiFi 24 muss der Zuhörer den Sound so entgegennehmen, wie Auvisio ihn vom Band schickt. Ein Anpassen an den individuellen Musikgeschmack bietet der Pearl-Player nicht an.

In-Ear-Kopfhörer Creative EP830

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Creative In-Ear-Kopfhörer EP830

Das aus klanglicher Sicht größte Manko des Pearl-Gerätes ist der beigelegte Kopfhörer, ein 08/15-Modell wie man ihn für 2,99 Euro bei Rudis Resterampe erstehen kann. Viel blecherner Eigenklang, wenig Dynamik, kaum Bass und keinerlei Tragekomfort. Auvisios größtes Manko ist gleichzeitig Creatives größtes Plus. Dem edlen Anspruch entsprechend legen sie mit dem EP 830 (Einzelpreis rund 40 Euro) einen In-Ear-Hörer der angehenden Spitzenklasse bei. Der EP 830 konnte bereits einen Vergleich gegen den 60 Euro teuren DTX 50 des Nobelherstellers Beyerdynamic für sich entscheiden. Der abgegebene Klangeindruck des ZEN X-Fi kann sich wirklich sehen und vor allem hören lassen.

Lautsprecher-Test: Quäken fernab vom HiFi-Anspruch

Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln stehen dem neuen Trend, sämtliche Handys und sonstige Kleingeräte mit akustischen Quäkern zu versehen, eher skeptisch gegenüber. Die hier vorgestellten MVP-Player bilden da keine Ausnahme. Da sie aber nun schon mal verbaut sind, bitte schön - hören wir sie uns an.

Eines vorne weg: mit Musik oder gar HiFi hat das, was der integrierte Schallwandler versucht frei zu setzen, nichts zu tun. Beim Pearl-MVP allerdings noch viel weniger als beim ZEN X-Fi. Während der Creative-Spieler relativ klar und kraftvoll klingt (immer relativ natürlich) und zumindest andeutet, wo der Bass jetzt hätte sein können, krächzt und zerrt der Auvisio-Speaker an jedem Ton einzeln herum. Außerdem tönt er zu leise und verweilt der Player in seiner natürlichen Ablege-Position, also auf dem Rücken liegend mit Display nach oben, bringt der Auvisio-Lautsprecher fast gar keinen Laut mehr raus. Unterm Strich entspricht das in etwa der Klangqualität einer Telefon-Warteschleife mit Dauerberieselung. Der Schallwandler von Creative reicht zumindest für den Genuss von Hörbüchern oder der verpassten Fernsehsendung aus.

Speicher-Ausstattung: Beim Speicher ist Geiz gar nicht geil!

Beide Geräte verfügen über einen internen Speicher, der bei Auvisio allerdings recht übersichtlich ausfällt. Lediglich 4 GByte erhält der Kunde für seine rund 130 Euro. Die geringe Speicher-Ausstattung macht die Tatsache umso ärgerlicher, dass der Pearl-Musikus nur microSD-Karten bis maximal 2 GB akzeptiert. Den Creative ZEN X-Fi gibt es in der 16-GB-Varinate für rund 170 Euro und in einer 32-GB-Version für 250 Euro. Ergänzen lässt sich der ZEN zusätzlich mit den weit verbreiteten SD- und SDHC-Speicherkarten, die derzeit bis zu einer Größe von 32 GB erhältlich sind.

Anbieter Creative Pearl
MVP-Player Creative ZEN X-Fi WLAN Auvisio WorldBeat WiFi 24
Preis ab 169.90 Euro (16 GB) 129.90 Euro
Hersteller-Link www.creative.com www.pearl.de
Speicherplatz 16 und 32 GB (249,90 Euro) 4 GB
Wiedergabe von... Musik, Video, Foto, UKW-Radio Musik, Video, Foto, UKW-Radio
Formate Musik MP3, WMA, AAC, WAV, Audible MP3, WMA, AAC, WAV, AIFF, OGG
Formate Video AVI, DivX, XviD, MPEG4, WMV9 AVI, DivX, XviD, MPEG4, WMV9
Formate Foto JPG JPG
WLAN-Streaming Musik, Video, Foto, Creative Pod-Casts Musik, Internet-Radio
Display 2,5 Zoll (4:3 Format) 2,4 Zoll (4:3 Format)
Display-Auflösung 320 x 240 Pixel 320 x 240 Pixel
Anzahl Farben 16,7 Millionen 262.000
Speicher-Erweiterbarkeit über SD- und SDHC-Speicherkarten microSD-Speicherkarten bis 2 GB
Anschlüsse 3,5 mm Kopfhörer-Klinkenbuchse, Mini-USB 3,5 mm Kopfhörer-Klinkenbuchse, Mini-USB
Zusatz-Features Mikrofon, Kalender, Organizer Mikrofon, Wecker
Maße 55 x 83 x 12,5 mm 55 x 83 x 11 mm
Gewicht 70 g 54 g

Lesen Sie auf Seite 2, wie sich die beiden Mini-Player in den Disziplinen Akku-Laufzeit, Netzwerk-Streaming, Handhabung und Software schlagen und wie das Gesamt-Testurteil von magnus.de ausfällt!

Player-Features

Welche Eigenschaften sind für Sie bei Multi-Media-Playern am wichtigsten?

Sound-Qualität21.1%
Display-Qualität3.1%
Bedienbarkeit3.9%
Hohe Speicherkapazität9.4%
Lange Akkulaufzeit2.3%
Extras wie WLAN8.6%
Hauptsache billig!51.6%

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