Testbericht

TEST: Core-i5- und i7-Mainboards mit Sockel 1156 - Preis/Leistungs-Sieger

Mit den Core i5- und Core i7-Prozessoren für den Sockel 1156 hat Intel äußerst leistungsstarke CPUs zu einem attraktiven Preis auf den Markt gebracht. Dank der Integration der Northbridge in die Chips sind auch passende Mainboards günstig zu haben.

Mainboard TEST

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Mainboard TEST

Nachdem der erste Core i7 für den Sockel 1366 mit Einstiegspreisen von rund 230 Euro eher in Regionen liegt, die Profis oder Hardcore-Gamern mit wohl gefülltem Geldbeutel vorbehalten sind, hat der Prozessorgigant vor rund zwei Monaten preiswerte Modelle folgen lassen. Sie hören auf die Bezeichnung Core i5 und Core i7 und kommen im neuen Sockel 1156. Bereits in der letzten Ausgabe haben wir uns ausgiebig mit den Neulingen beschäftigt, deshalb im Folgenden nur noch einmal das Wichtigste in Kürze.

Wer sich mit Prozessoren auskennt, ahnt schon, dass die rund zweihundert Kontakte weniger im neuen Sockel nicht einfach so weggefallen sind. Der größte Teil konnte eingespart werden, indem die Speicherkanäle - mit der Northbridge bzw. dem MCH ist bei den Core-Prozessoren auch der Speichercontroller ins Prozessorgehäuse gewandert - von drei auf zwei reduziert wurden.

Eine weitere Änderung betrifft die Anbindung der CPUs an den verbliebenen Restchipsatz, der nur noch aus dem PCH (Platform Controller Hub) besteht. Dieser übernimmt im Wesentlichen die Aufgaben des vormaligen ICH und ist nicht wie beim großen Core i7 per QPI, sondern über den DMI mit den Cores verbunden.

Davon abgesehen haben die neuen Core-i5- und -i7-Prozessoren einiges Interessantes vom großen Bruder geerbt. Zu den interessantesten Erbschaften gehört der Turbo-Boost. Ist er im BIOS nicht ausgeschaltet (bei allen getesteten Platinen war Turbo-Boost per Voreinstellung aktiv), kann der Prozessor nicht nur einzelne Kerne ausschalten, wenn sie nichts zu tun haben, sondern die dadurch freigewordene Abwärme verheizen, indem der verbliebene Kern hochgetaktet wird.

Der Vorteil: Bei geschickter Programmierung und unter der Voraussetzung, dass das Betriebssystem mitspielt, profitieren Anwendungen, die nur einen Kern auslasten von einem schnelleren Prozessor als eigentlich angegeben. Sind Anwendungen gut parallelisierbar, profitieren sie dagegen von mehreren Kernen.

Mainboards für Core-i5- und Core-i7-Prozessore

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Asus hat die Klammern der Speicherverriegelung auf einer Seite ersetzt. So lassen sich Module trotz eingebauter Grafikkarte nachrüsten.

Hier liegt neben der Frequenz und dem Preis auch der wesentliche Unterschied zwischen dem Core i5 und dem Core i7. Beide verfügen über vier Kerne, aber nur der Core i7 beherrscht zusätzlich Hyperthreading, so dass gut skalierbare Anwendungen auf bis zu acht logischen Kernen ablaufen können.

Vielfalt trotz Integration

Der erste und bislang einzige Chipsatz, der mit den neuen Core-Prozessoren umgehen kann, ist der P55 von Intel. Konkurrenzchipsätze von anderen Herstellern sind nicht zu erwarten, da selbst willigen Chipsatzschmieden wie Nvidia zumindest derzeit die nötigen Lizenzen fehlen. Unsere Befürchtung für diesen Test lag also darin, mehr oder weniger identische Platinen geschickt zu bekommen, wie dies bei Grafikkarten meistens der Fall ist.

Mainboards für Core-i5- und Core-i7-Prozessore

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Für den Fall, dass der Rechner nicht mehr hochfährt, sind kleine LED-Segmentanzeigen, die Fehlercodes darstellen, eine wertvolle Hilfe.

Dem war zum Glück nicht so. Obwohl der Prozessor und der P55 die durchaus brauchbare Grundausstattung einheitlich definieren, haben sich die Hersteller genug einfallen lassen, um sich vom Mitbewerb, aber auch von den eigenen Produkten zu differenzieren. Eigene Produkte deshalb, weil wir uns angesichts der mangelnden Auswahl an verschiedenen Chipsätzen nicht künstlich beschränken wollten und jeden Hersteller baten, uns die jeweils preiswerteste und teuerste LGA1156-Platine zu schicken.

Insgesamt wurden es neun Boards, da ein zweites von Intel nicht rechtzeitig eintraf. Die größten Unterschiede, die letztlich auch den Preis bestimmen, liegen bei den getesteten Platinen in der Ausstattung und - das muss man realistisch sehen - im Wert des Markennamens. Nicht umsonst bietet Asus das teuerste Board an, das, wenn auch üppig ausgestattet, nicht mehr bietet als die Platine von Gigabyte. Auch bei den Einsteigermodellen greift der Marktführer am meisten in des Kunden Tasche. Inwieweit das durch Qualitätsunterschiede gedeckt wird, können nur Langzeittests klären, für die aber in einem Monatsmagazin nicht nur aus Aktualitätsgründen zu wenig Zeit bleibt.

Benchmarks:

Bildergalerie

Mainboards für Core-i5- und Core-i7-Prozessore
Galerie

Leistungsunterschiede

Erstaunlich waren die Leistungsunterschiede zwischen den Platinen, sowohl in Bezug auf die Geschwindigkeit als auch was den Stromverbrauch angeht. Immerhin maßen wir in einigen Tests über 10 Prozent Geschwindigkeitsunterschied, was schon über der Messgenauigkeit liegt und deshalb für Platinen mit dem gleichen Chipsatz eher ungewöhnlich ist. Fairerweise muss gesagt werden, dass wir alle Platinen mit den Standardeinstellungen vermaßen, also keine eventuell vorhandenen Übertaktungsmöglichkeiten ausreizten.

Im Vergleich zum Preisunterschied fällt die geringe Geschwindigkeitsdifferenz kaum ins Gewicht und wird sich in der Praxis nicht bemerkbar machen. Was den Stromverbrauch angeht, kamen wir ebenfalls zu einem interessanten Resultat: So benötigte das CD-53 von MSI unter Vollast 359 Watt, das Asus Premium trotz gleicher Bestückung mit einer AMD/ATI 4870X2 und dem Core i7 870 dagegen satte 406 Watt.

Auf der nächsten Seite lesen Sie den Test des Asrock P55 Deluxe...

Hersteller/Produkt Gigabyte GA-P55-UD6 MSI P55-GD80 Asus P7P55DPremium Asrock P55 Deluxe Asrock P55 Pro Gigabyte GA-P55M-UD2 MSI P55-CD53 Asus P7P55D LE Intel DP55KG
Hersteller/Produkt Gigabyte GA-P55-UD6 MSI P55-GD80 Asus P7P55DPremium Asrock P55 Deluxe Asrock P55 Pro Gigabyte GA-P55M-UD2 MSI P55-CD53 Asus P7P55D LE Intel DP55KG
Preis 220 Euro 210 Euro 249 Euro 160 Euro 95 Euro 83 Euro 99 Euro 120 Euro 189 Euro
Ranking im Testfeld 1. Platz (Testsieger) 2. Platz 3. Platz 4. Platz 5. Platz 6. Platz (Preistipp) 7. Platz 8. Platz 9. Platz
Preis/Leistung befriedigend befriedigend befriedigend befriedigend gut gut gut befriedigend befriedigend
Gesamtwertung sehr gut (87 %) gut (82 %) gut (81 %) gut (80 %) gut (76 %) gut (75 %) gut (72 %) gut (71 %) befriedigend (58 %)
Technische Merkmale
Formfaktor/Maße ATX, 305 x 244mm ATX, 305 x 244mm ATX, 305 x 244mm ATX, 305 x 244mm ATX, 305 x 218mm Micro-ATX, 244 x 244mm ATX, 305 x 215mm ATX, 305 x 218mm ATX, 305 x 244mm
Sockel/Chipsatz 1156/P55 1156/P55 1156/P55 1156/P55 1156/P55 1156/P55 1156/P55 1156/P55 1156/P55
Board-Revision 1.0 1.1 1.03G 1.06 1.03 1.0 1.1 1.01G k.A.
BIOS Award, 31.08.2009 AMI, 8.09.2009 AMI, 24.09.2009 AMI, 15.09.2009 AMI, 6.10.2009 Award, 31.07.2009 AMI, 04.09.2009 AMI, 24.09.2009 Intel, 5.08.2009
Schnittstellen
PEG (PCI-E X16) (Version/Ausführung) 2.0/3 x X16 (elektr. 1 x X16 + 1 x X8 + 1 x X4) 2.0/3 x X16 (elektr. 1 x X16 1 x X8 + 1 x X4) 2.0/3 x X16 (elektr. 1 x X16 + 1 x X8 + 1 x X4) 2.0/2 x X16 (elektr. 1 x X16 + 1 x X8 + 0 x X4) 2.0/2 x X16 (elektr. 1 x X16 + 0 x X8 + 1 x X4) 2.0/3 x X16 (elektr. 1 x X16 + 1 x X8 + 1 x X4) 2.0/2 x X16 (elektr. 1 x X16 + 0 x X8 + 1 x X4) 2.0/2 x X16 (elektr. 1 x X16 + 0 x X8 + 1 x X4) 2.0/1 x X16 (elektr. 1 x X16 + 0 x X8 + 0 x X4)
SLI, CrossfireX (Angabe) CrossfireX, SLI CrossfireX, SLI CrossfireX, SLI CrossfireX, SLI CrossfireX CrossfireX, SLI CrossfireX CrossfireX -
PCI-Express X8/X4/X1 0/0/2 0/0/2 0/0/2 0/0/2 0/0/2 0/0/1 0/0/2 0/0/0 0/0/3
PCI 2 2 2 2 2 3 2 2 3
Speichersteckplätze 6 x DDR3 4 x DDR3 4 x DDR3 4 x DDR3 4 x DDR3 4 x DDR3 4 x DDR3 4 x DDR3 4 x DDR3
USB 2.0 10 x USB 2.0 (herausgeführt), 2 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 10 x USB 2.0 (herausgeführt), 2 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 10 x USB 2.0 (herausgeführt), 2 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 10 x USB 2.0 (herausgeführt), 2 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 8 x USB 2.0 (herausgeführt), 3 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 8 x USB 2.0 (herausgeführt), 3 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 8 x USB 2.0 (herausgeführt), 3 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 10 x USB 2.0 (herausgeführt), 2 x USB 2.0 (Pfostenstecker) 10 x USB 2.0 (herausgeführt), 2 x USB 2.0 (Pfostenstecker)
Firewire 2 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) 1 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) 1 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) 1 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) 1 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) 1 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) 1 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) 1 x FW400 (herausgeführt), 1 x FW400 (Pfostenstecker) -
ATA-Kanäle/SATA/eSATA 2/10/2 2/8/1 2/8/1 2/6/2 2/6/1 2/7/1 2/8/0 2/6/1 0/8/0
VGA/DVI/HDMI/Display Port -/-/-/- -/-/-/- -/-/-/- -/-/-/- -/-/-/- -/-/-/- -/-/-/- -/-/-/- -/-/-/-
Analoge Soundanschlüsse 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In) 6 (7.1 Sound + Mic + Line In)
Dig. Soundanschlüsse Coax Out, Opt. Out Coax Out, Opt. Out Coax Out, Opt. Out Coax Out, Opt. Out Coax Out, Opt. Out Coax Out, Opt. Out Coax Out, Opt. Out Coax Out, Opt. Out -
Netzwerk 2 x Gigabit 2 x Gigabit 2 x Gigabit 2 x Gigabit Gigabit 2 x Gigabit Gigabit Gigabit Gigabit
Wireless LAN - - - - - - - - -
Besondere Schnittstellen eSATA-USB-Combo-Port eSATA-USB-Combo-Port
Zubehör/Sonstiges
Software Treiber, Online Manager, DMI Viewer, Face-Wizard, EasyTune 6, @BIOS, Q-Share, Update Manager, Smart Dual LAN Treiber, LiveUpdate 3, Drive Booster Manager, Overclocking Center, Green Porwer Center, eSobi Treiber, Asus Update, PC Probe II, AI Suite, Realtek Timing Utility, T.Probe Treiber, Asrock OC Tuner, IES, Instant Boot, OC DANN, Turbo Boost Monitor Treiber, Asrock OC Tuner, IES, Instant Boot, OC DNA, Intel Turbo Boost Monitor Treiber, Gigabyte Online Manager, EasyTune 6, DMI Viewer, Face Wizard, @BIOS, Q-Share, Update Manager, Roxio Buzz 2, Smart 6, Corel media One, Winzip Treiber, Auto Boot, Control Center, Live Update 4, Norton Internet Security (60-Tage-Version) Treiber, Asus Update, PC Probe II, AI Suite Treiber
Kabel 1 x IDE, 4 x SATA 1 x IDE, 6 x SATA, 3 x SATA (Strom) 1 x IDE, 6 x SATA 1 x IDE; 1 x Floppy, 4 x SATA, 2 x SATA (Strom) 1 x IDE; 1 x Floppy, 4 x SATA, 1 x SATA (Strom) 1 x IDE, 2 x SATA, - 1 x IDE, 2 x SATA, 1 x SATA (Strom) 1 x IDE, 2 x SATA -
Sonstiges Zubehör/Besonderheiten SLI-Brücke, Blende mit 2 x eSATA + Molex-Strom, 2 x eSATA-Kabel, 2 x eSATA-Strom, 2 x USB/USB-Kombi CrossfireX-Bücke, 3 x SLI-Brücke, Frontsteckeradapter, Blende mit 2 x eSATA + Molex-Strom TurboV Fernsteuerung, SLI-Brücke, Frontsteckeradapter, MemOK SLI-Brücke, PCIe-SATA-3-Karte - - - Frontsteckeradapter, MemOK, TurboV SLI-Brücke, Thermofühler, Back to BIOS-Knopf
Handhabung
Integriertes Flashtool -
Eigene Profile speicherbar - - -
Treiberinstallation von DVD Automatisch Treiberliste zur Auswahl Automatisch Automatisch Automatisch Automatisch Treiberliste zur Auswahl Automatisch Treiberliste zur Auswahl
Automatische Treiber- oder BIOS-Aktualisierung und -installation per Internet-Tool ✔ (BIOS) - - ✔ (BIOS) -
Diagnose-Anzeige ✔ (Ziffern/Buchstaben) ✔ (Ziffern/Buchstaben) ✔ (Farb-LEDs) ✔ (Ziffern/Buchstaben) ✔ (Ziffern/Buchstaben) - - - ✔ (Ziffern/Buchstaben)

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