Testbericht

Test: Canton Vento - Lautsprecher für das Heimkino für 5000 Euro

Keine Lautsprecher-Serie ist so dicht dran an der Canton Reference, keine hat so viel Erbgut der Top-Linie in seinen Chassis wie die Vento. Ein bisschen Reference schwingt also immer mit.

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Das Canton-Set Vento 880 DC, 856, 810, AS 850 SC

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Das Canton-Set Vento 880 DC, 856, 810, AS 850 SC

Top-Heimkino heißt bei Canton Vento. Die Vento-Serie ist gespickt mit exklusiver Technik aus der Reference-Reihe. Die Lautsprecher gibt es nur paarweise, also nicht im 5.1-Paket. Das Flaggschiff der Serie ist die Vento 890 DC, die schon einige Testsiege eingefahren hat.Jüngst wurde die Vento-Serie um zwei Modelle erweitert: 880 DC und 810. Für unseren Test haben wir die beiden neuen Modelle durch den bewährten Subwoofer AS 850 SC und den Center Vento 856 ergänzt. Herausgekommen ist ein 5.1-Surround-Set, das weder mit optischen Reizen noch mit Musikalität geizt.

Neueste Evolutionsstufe

Ein Merkmal für gutes Heimkino ist eine identische Chassis-Bestückung rundum. In der gewählten Canton-Kombination sind alle Mittel-/Hochton-Einheiten gleich. Eine 16 Zentimeter große Aluminium-Membran und eine 25 Millimeter große Aluminium-Mangan-Kalotte geben in allen Schallwandlern den Ton an.

Beide Chassis zählen zur neuesten Evolutionsstufe bei Canton. Ersteres weist eine genau berechnete und simulierte Membranform auf, die in Verbindung mit einer speziellen Staubschutzkalotte und Sickenform dafür sorgt, dass gefürchtete Partialschwingungen in einen höheren Frequenzbereich verschoben werden und zudem gut bedämpft sind. Damit liegen die für Metallmembranen typischen, ausgeprägten Resonanzen außerhalb des Einsatzbereichs der Chassis.

Geringere Verzerrungen und ein besseres Abstrahlverhalten sind positive Nebenwirkungen dieser Chassis-Kur. Dank patentierter Wave-Sicke arbeiten die Mittel- und Tieftöner selbst bei höchsten Pegeln extrem verzerrungsfrei. Gegenüber konventionellen Membran-Einspannungen erlaubt die Wave-Sicke einen um bis zu 40 Prozent größeren Membranhub. Das gewährleistet einen sehr breitbandigen Einsatz des Mitteltöners.

So kommt man dem Ideal einer Punktschallquelle - die möglichst das gesamte Hörspektrum abdeckt - ein Stück näher. Damit Hoch- und Mitteltöner akustisch verschmelzen und eine solche homogene Schallquelle bilden, hat die kleine Hochtonkuppel eine kurze Schallführung vorgesetzt bekommen.

Dies garantiert ein ähnliches Abstrahlverhalten von Hoch- und Mitteltöner im Übergangsbereich. Außerdem dient die "Transmission Front Plate" genannte Schallführung dazu, das Abstrahlverhalten oberhalb von 10 Kilohertz breiter zu gestalten.

Eine Schallführung anderer Art zeigt beim Vento-880-DC-Boxenpaar in Richtung Bodenplatte. Der "Down-Port", also die Bassreflex-Öffnung, ist nach unten gerichtet. Der wirksame Pegel des Bassreflex-Anteils wird dadurch etwas erhöht, somit ist er weniger abhängig vom Aufstellungsort. Außerdem wird etwaigen störenden höherfrequenten Schallanteilen aus dem Port der Zugang zum Hörer erschwert.

Sowohl in der Standbox als auch im Center werkeln zwei Bass-Treiber - im Center-Kanal übernimmt einer zusätzlich den mittleren Frequenzbereich.

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Primärschallquelle Membran: Die Schalldruckverteilung an der Gehäuse-Oberfläche zeigt in erster Linie die Membran als Schallquelle (gelber Bereich).

Verpackt sind die Chassis in Gehäusen mit einer außergewöhnlichen Bug-Form. Gegenüber klassischen Quadern bietet diese Kontur deutlich höhere Stabilität mit minimalen Eigenresonanzen, was dem Gehäuse akustische Neutralität verleiht. Auch das aufwendig verarbeitete Mehrschichtlaminat trägt dazu bei.

Der üppig dimensionierte Frontfire-Subwoofer mit einer 200 Watt starken ICEpower-Endstufe und 30er-Bass-Chassis rundet das Spektrum des Sets nach unten ab. "SC" steht beim Subwoofer für "Speaker Control" und ist das Äquivalent zu "DC" ("Displacement Control") bei passiven Boxen wie etwa bei 880 DC.

In beiden Fällen sorgen Hochpassfilter, abgestimmt auf die Helmholtz-Resonanz des Bassreflexkanals, dafür, dass der Pegel bis zu einer bestimmten Frequenz konstant verläuft, darunter aber das Chassis entlastet wird.

Die Idee dabei: Jede Bassreflexbox ist unterhalb der Resonanz des Bassreflexkanals ungeschützt vor hub-intensiver, aber wirkungsloser Arbeit vor allem im subsonischen Frequenzkeller. Derart entlastet, spielen Cantons Boxen verzerrungsärmer auf und vertragen entsprechend höhere Basspegel.

Alle Ventos gibt es serienmäßig in Silber, Schwarz oder Weiß, und zwar hochglänzend oder in Kirsche Furnier mit Hochglanzklarlack.

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