Testbericht

Test: Blu-Ray-Player Pioneer BDP-LX 91

Preise und Qualität aktueller Blu-ray-Player decken inzwischen eine weite Range ab. Bilder produzieren sie oft besser als im Kino, nun wollen Hersteller wie Pioneer auch im Ton Maßstäbe setzen, damit der heimische CD-Player überflüssig wird. Hat der Pioneer BDP-LX 91 das Rüstzeug zum audiophilen Faktotum?

  1. Test: Blu-Ray-Player Pioneer BDP-LX 91
  2. Teil 2: Test: Blu-Ray-Player Pioneer BDP-LX 91
Test High-End: Blu-ray-Player

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Pioneer BDP-LX 91 .

Dass die Blu-ray-Technik eine bisher kaum zu glauben gewagte Bildqualität ermöglicht, spricht sich langsam auch unter Otto Normalverbrauchern herum. Und kaum etablieren sich die Player preislich in Regionen, in denen ehemals gute DVD-Player rangierten, stecken sich manche Hersteller ganz hohe Ziele. Sie möchten das Potenzial der neuen Technik in Bild und Ton ausreizen. Neben Denon ist Pioneer einer der Hersteller, die in ihren Top-Modellen dazu allerfeinste Ingredienzien verbauen. Immerhin soll der BDP-LX 91 das Rüstzeug mitbringen, um audiophile Geister auf einen Logenplatz zu entführen. Und dazu drängt sich die Frage auf, wie gut ein solcher High-Tech-Player neben der Bildaufbereitung auch analoge Signale behandelt.

Von außen betrachtet stehen die Zeichen dazu gut. Nimmt der verwöhnte Musikfreund und Cineast Tuchfühlung mir dem großen Pioneer auf, findet er all die Insignien, die High-End-Komponenten ausmachen. Stattliches Gewicht, solide, kräftige Gehäusewangen, Anschlussbuchsen, die auch massive Cinchstecker problemlos aufnehmen an einer vorbildlich aufgeräumten Rückseite. Dort sitzen auch zwei HDMI-Ausgänge, von denen einer quasi alle Daten ausgibt, der Zweite lediglich Bildinformationen und Zweikanalton (PCM). Praktisch: so können ohne Umwege ein Flat-TV und ein Surround-Receiver oder Beamer angesteuert werden.

Hoch pocht das Herz, versucht man in die geheiligten Bereiche des Boliden vorzudringen. Gewöhnlich entfernt man die Haube und blickt auf die Platinengruppen für Bild und Ton wie das Netzteil. Dieser Pioneer erinnert dagegen an die Matruschka-Puppen - öffnet man die erste "Hülle" offenbart sich die nächste. Fast jede Baugruppe wartet mit einer eigenen Schirmung auf, vagabundierenden elektrischen Feldern soll so im Ansatz der Garaus gemacht werden.

Offenbart der BDP-LX 91 dann seine inneren Werte, streifen die Augen zuerst über großzügig dimensioniert und piekfein, diskret bestückte Audioplatinen für die Analogausgabe der acht Kanäle. Die Videosektion fällt nicht minder hochwertig aus und residiert in einem eigenen Stockwerk unter dem Analogpart. Mit der strukturierten Architektur, einem Ringkerntrafo, der manchem Stereo-Amp gut zu Gesicht stünde und dem gekapselten Laufwerk schraubt der Pioneer die Erwartungen hoch.

Alles an Bord

Immerhin in puncto Ausstattung weiß der Bolide höchste Ansprüche zu erfüllen. Gleich 14 "Stellschrauben" bietet der Player, um die Videowiedergabe zu optimieren - auch mit 24p. Die Bildschärfe kann nach definierten Frequenzbereichen individuell justiert werden, auch eine feinfühlige Beeinflussung der Gamma-Kurve erlaubt das Modell. Sind diese Merkmale mit top- produzierten Scheiben kaum nötig, können sie mit mittelprächtig gemasterten Blu-rays goldwert sein.

Im Unterschied zum kleineren Bruder BDP-LX 71 besitzt der aktuelle 91er DLNA-Netzwerkfunktionen, Fotowiedergabe sowie BD-Live und Decoder für sämtliche Tonformate inklusive DTS-HD (erste Exemplare bieten diese Funktionen nur nach einem Firmware-Update). Neben den beiden HDMI-Outputs offeriert der Player auch einen Komponenten-, einen S-Video-sowie einen koaxialen Digitalausgang. Das Fehlen eines optischen Digitalausganges ist verschmerzbar. Gegenüber einem Koaxialen handelt es sich ohnehin um die klanglich unterlegene Basis.

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Pioneer BDP-LX 91 .

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