Testbericht

Test Blu-ray-Player Philips BDP 7100

Nach Japanern und Koreanern wendet sich jetzt auch der niederländische Konzern Philips dem Thema Blu-ray zu. Der erste hochauflösende Player kann dabei durchaus glänzen.

Philips BDP 7100

© Archiv

Philips BDP 7100

Sich als Firma für das Format seiner Wahl stark zu machen und eine möglichst breite Produktpalette in die Verkaufsregale zu stellen, das war Pflicht für engagierte Mitglieder des Blu-ray-Konsortiums zu Zeiten des HD-Formatkrieges. Philips tat dies jedoch in erster Generation nur auf dem Hauptschlachtfeld: in den USA. Jetzt kommt ein neues Modell mit etwas Verzögerung nach Europa ? der BDP 7100.

Schon beim Auspacken des mit 600 Euro vergleichsweise preiswerten Gerätes fällt seine gute Verarbeitung auf. Die satt schwarze Kunststofffront wird durch einen aluminiumfarbenen Rahmen umgeben und alles glänzt etwas eleganter als bei vergleichbaren Geräten von Panasonic, Samsung, Sharp oder Sony. Mit 4,1 Kilogramm bringt er auch leicht mehr auf die Waage - ein Zeichen von dickem Blech und wertigen Ingredienzien. Der Plastikschlitten für die Discs sitzt recht stabil und zieht die Scheiben ruhig ein, die dann auch zügig angespielt werden.

Philips BDP 7100

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Unter der breiten Frontklappe verlieren sich vier Steuertasten. USB oder einen Fotokartenslot vermisst man hier.

Ausstattung: Philips hat im BDP 7100 Wert auf die Dinge gelegt, die als qualitative Anforderung hoch im Kurs stehen. Zum einen ist das die 24p-Ausgabe, mit der ja ein Film Bild für Bild in dem Format ausgegeben wird, wie er im Kino zu sehen war und wie er sich auch auf der Disc befindet. Damit fällt die Bildwiederholung des Pull-down-Verfahrens ? bekannt von NTSC-Filmen ? und das damit verbundene Ruckeln weg. Als zweiten wichtigen Punkt setzt Philips neue HDMI-Chips ein, die Features der Version 1.3 anbieten. Gut genutzt wird die Option, jetzt alle Tonformate, die eine Blu-ray anbieten kann, über HDMI als unvefälschten Original-Datenstrom auszugeben (HD- Soundstreaming). Besitzt man den passenden Verstärker, steht also die maximale Klangfülle offen. Auch ältere Verstärker bedient der neue Philips sehr gut mit Mehrkanal- Sounds. Sowohl über HDMI in diskretem 7.1-PCM als auch über die analoge 5.1-Schnittstelle können Geräte befeuert werden. Der integrierte Decoder versteht sich dabei auf alle Tonformate, ist jedoch nicht in Pegel und Delay einstellbar. Als weiteres Highlight der HDMI-Norm wurde an CEC gedacht. Die als ?Consumer- Electronics-Control? ausgeschriebene Kommunikationsnorm schaltet Geräte automatisch ein, aus und um, tauscht wichtige Informationen aus und automatisiert damit die Bedienung der gesamten Anlage etwas.

Formate: An Medien schluckt der BDP 7100 mehr als die Player der ersten Generation. Klassische DVD-Filme bereiten kein Problem, es sei denn, sie wurden mit VR-Schnittlisten bearbeitet oder befinden sich gar auf einer DVD-RAM. SACD und DVD-Audio sind bisher bei keinem HD-Player ein Thema. Dafür sind MP3-Musik und JPG-Fotos bei Philips mit im Portfolio. Letzere werden selbstredend im vollen 1080p-Format schön scharf aufbereitet. Portrait-Aufnahmen werden jedoch nicht automatisch gedreht. Diashows von großen Bilddateien laufen wie das Durchsuchen der Ordnerstrukturen mit Vorschaubildern sehr zäh.

Praxis: Unsere Testscheiben in Blu-ray-Recordable- und -RE-Formaten mit diversen Authoringnormen laufen problemlos, genauso wie AVC-HD- Scheiben, also HD-Camcorderaufnahmen, die auf DVD gebannt wurden. Wie sich die Normen der selbst gebrannten Blu-ray-Scheiben in Zukunft entwickeln werden, ist noch einigermaßen offen, sodass Zukunftssicherheit diesbezüglich heute noch von keinem Hersteller versprochen werden kann. Die Entwicklung der Blu-ray-Norm ist sowieso ein Thema für sich. Erst schien sich die Festschreibung der technischen Details zu verzögern, dann musste alles sehr schnell gehen, weil das Konkurrenzformat HD DVD bereits Fakten lieferte. Resultat war, dass schon die ROM-Kaufvariante eines Blu-ray-Films in drei Stufen eingeführt wurde. Die Player wurden dazu passend in drei Profile unterteilt, die nacheinander eingeführt werden. Die erste Chip- und damit Playergeneration besitzt das Profil 1.0. Ergänzend bietet das Profil 1.1, das sich auch ?Bonus-View? nennt, die Fähigkeit zu Bild-im-Bild-Einblendungen von Extras und des Speicherns von Zusatzinfos/Boni im Player. Erste Geräte sollten ab 1.11.2007 verkauft werden, kommen aber jetzt erst auf den deutschen Markt. Mitte 2008 werden Geräte nach Profil 2.0 eingeführt, die dann Bonusmaterial über eine Netzwerkverbindung aus dem Internet nachladen können: BD-live. Philips BDP 7100 besitzt leider nur Profil 1.0.

Philips BDP 7100

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Die Menüs aller Philips-Geräte besitzen ein übersichtliches Corporate Design. Trotzdem sind die Boxen im Decoder des BDP 7100 nur in Größe, nicht jedoch in Pegel und Delay variabel.

Dass dies keine Einschränkung für den Filmgenuss bedeutet demonstriert der Philips eindrucksvoll. Blu-ray wird in nicht manipulierter Pixeltreue sehr scharf ans Display geleitet, die Farbaufbereitung gelingt dabei korrekt, jedoch nicht detailoptimiert. An Voreinstellungen der vielen HDMI-Bildübertragungsoptionen gibt es nur die Pegelanpassung TV/PC, dafür lässt sich 24p für unwillige Displays zwangsweise ausprobieren. Es fehlen einige Bild- und Toneinstellungen zur Feinjustage von schlecht gepegelten Scheiben. Die Aufbereitung von DVDs sieht ebenfalls schön scharf und farbenfroh aus, das De-Interlacing zu 1080p50 könnte ruhiger und flüssiger berechnet werden. Klanglich gibt es über HDMI und die Digitalausgänge nichts zu beanstanden, sondern eher die Variabilität zu loben.

Testergebnisse

Philips BDP 7100
Philips
600 Euro

Blu-ray-Player

Weitere Details

88 Prozent

Fazit:Der neue Philips gibt Blu-rays messerscharf wie ruckelfrei aus und macht klanglich keine Ausgabekompromisse - jedoch mit zu wenig Multimedia.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Fazit: Dass dies keine Einschränkung für den Filmgenuss bedeutet demonstriert der Philips eindrucksvoll. Blu-ray wird in nicht manipulierter Pixeltreue sehr scharf ans Display geleitet, die Farbaufbereitung gelingt dabei korrekt, jedoch nicht detailoptimiert. An Voreinstellungen der vielen HDMI-Bildübertragungsoptionen gibt es nur die Pegelanpassung TV/PC, dafür lässt sich 24p für unwillige Displays zwangsweise ausprobieren. Es fehlen einige Bild- und Toneinstellungen zur Feinjustage von schlecht gepegelten Scheiben. Die Aufbereitung von DVDs sieht ebenfalls schön scharf und farbenfroh aus, das De-Interlacing zu 1080p50 könnte ruhiger und flüssiger berechnet werden. Klanglich gibt es über HDMI und die Digitalausgänge nichts zu beanstanden, sondern eher die Variabilität zu loben.

Bildergalerie

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Unter der breiten Frontklappe verlieren sich vier Steuertasten. USB oder einen Fotokartenslot vermisst man hier.

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