Vergleichstest

Test: Blu-ray-Combo-Laufwerke von LG, Samsung, Asus & Co.

Bis jetzt hat die Blu-ray nicht so erfolgreich abgeschnitten, wie sich die Industrie das vorgestellt hat. Mit den 3D-Blu-rays könnte sich eine neue Chance für Player ergeben. Wir haben aktuelle Combo-Laufwerke getestet.

  1. Test: Blu-ray-Combo-Laufwerke von LG, Samsung, Asus & Co.
  2. Asus BC-08B1ST
  3. Asus SBC-06D1S-U
  4. LG CH10LS20
  5. LiteOn iHES208
  6. Samsung SH-B083
  7. Kaum noch reine Player
Samsung SH-B083 Blu-ray

© www.samsung.de

Samsung SH-B083 Blu-ray/DVD-Brenner

Als sich die Hersteller auf einen Nachfolgestandard für die DVD einigten, sah zunächst alles ganz gut aus. Mit wesentlich höherer Kapazität bei gleichzeitiger Abwärtskompatibilität zur extrem erfolgreichen DVD sollte der Umstieg auf das hochauflösende Fernsehen (HDTV) sanft vonstatten gehen.Doch schon bald tauchten die ersten Probleme auf: Die verschiedenen Hersteller hatten unterschiedliche Vorstellungen davon, mit welcher Technik es weitergehen sollte, die Filmindustrie wollte ein Kopierschutz-Desaster wie bei der DVD möglichst lange verhindern und jeder wollte natürlich das Maximum an Geld aus dem neuen Standard herausholen.

BLu-ray

© Archiv

Das ging sogar soweit, dass Blu-ray-Player in den ersten Entwürfen permanent am Internet hängen sollten, um einen Kopierschutz samt nachträglicher Blacklist gehackter Geräte zu ermöglichen.Ganz nebenbei bekamen die Verantwortlichen feuchte Augen bei dem Gedanken daran, über per Internet eingespielte alternative Bildsequenzen sogar Werbung nachträglich in die Filme integrieren zu können.

Kurzum - als Kunde musste man den Eindruck bekommen, als einziger nicht nach den Wünschen befragt worden zu sein, sondern eher den Stellenwert eines biologischen Geldautomaten zu haben.Wie das Experiment ausging, weiß jeder. Der über Jahre ausgeheckte und ständig verbesserte, "unknackbare" Kopierschutz wurde schon vor seiner abschließenden Verabschiedung und trotz durchgeboxter Gesetze geknackt, Player dürfen auch ohne ständige Internetverbindung ihren Inhalt abspielen und die Verbreitung blieb weit hinter den Prognosen zurück.Jetzt könnte sich der Blu-ray allerdings noch einmal die Möglichkeit bieten, zu einem Schlager zu werden. Denn mit den 3D-Filmen werden die Karten (zumindest vorerst) neu gemischt.

Der Blu-ray-Combo-Laufwerk Vergleichstest in Bildern

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So sollte ein Brennvorgang aussehen. Beim Asus BC-08B1ST bleibt die Umdrehungsgeschwindigkeit beim Brennen von DVDs konstant. Dadurch geht es nicht nur schneller, auch die Brennqualität profitiert.

Kein 3D von der Platte

Dass die Blu-ray bislang kein durchschlagender Erfolg geworden ist, hängt nicht zuletzt mit der veränderten technischen Landschaft zusammen. Mit illegalen, aber dennoch weit verbreiteten Kopierprogrammen lassen sich Blu-ray-Filme ohne große Mühen auch von Laien leicht kopieren.

Aufgrund der teuren Medien für Rohlinge landen sie aber in den seltensten Fällen auf anderen BDs, sondern meist gleich auf Platte oder USB-Stick und von dort aus nicht selten in einschlägigen Tauschbörsen.

Im Zeitalter der DVD wurden die Inhalte oft auf andere Scheiben kopiert - zunächst aus Kostengründen sogar auf CDs - damit man sich die Filme später auf dem Fernseher angucken konnte und nicht auf den PC als Wiedergabemedium angewiesen war.

Das ist mit den aktuellen Streaming-Clients, MediaPlayern und Fernsehern nicht mehr nötig. Einige Modelle geben neben MPEG-Dateien auch ISO-Abbilder von DVDs inklusive Menüs wieder - und Blu-rays, wenn auch hier nur die MTS-Dateien im "Stream"-Unterordner.

Der Blu-ray-Combo-Laufwerk Vergleichstest in Bildern

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Ein schlechtes Beispiel gibt der CH10LS20 von LG. Er musste die Geschwindigkeit immer wieder drosseln. Viel langsamer war er deshalb nicht - immerhin 11,11X im Schnitt - aber die Qualität ist etwas schechter.

Über USB angeschlossen, reicht schon eine 2,5-Zoll-Festplatte, um aus einer ordentlichen Film- oder Seriensammlung auswählen zu können. Wem der Platz nicht reicht, der legt seine Filmdateien auf eine NAS, von der sich der Fernseher das Material abholt oder es sich fertig aufbereitet streamen lässt.

Bei 3D-Material klappt das bislang aber nicht. Schon beim Kopieren fangen die Probleme an. Da auch die Entwickler einschlägiger Programme so gut wie keine 3D-Blu-rays in den Händen hatten, bearbeiten die Kopier-Tools - wenn überhaupt - nur den 2D-Teil. Schließlich sollen die 3D-Discs auch mit 2D-Playern kompatibel sein.

3D-Blu-rays speichern die 3D-Informationen anscheinend in separaten Dateien im gleichen Ordner wie die 2DDateien. Selbst wenn die Entwickler wissen, in welcher Beziehung die 2D- und 3D-Files stehen, bleibt immer noch das Problem, dass die 3D-Information dekodiert werden muss - entsprechende freie 3D-Codecs sind bisher jedoch noch nicht entwickelt, und auch die Codecs von Playern wie Cyberlinks PowerDVD 10 Ultra 3D lassen sich nicht einfach in eigene Programme einbinden.

Sollten die Hacker auch das schaffen, bleibt immer noch die Frage des Zielformates. MKV hat sich zum DivX der HD-Rips entwickelt, eine 3D-Erweiterung muss jedoch erst von entsprechenden Playern - sowohl in Software, als auch in Hardware - unterstützt werden.

Der Blu-ray-Combo-Laufwerk Vergleichstest in Bildern

© Archiv

Die Brennqualität und die Kompatibilität von Laufwerken und Rohlingen messen Spezialfirmen mit teurer Ausrüstung. Für den Hausgebrauch tun es auch Programme wie Opti Drive Control - sofern es das Laufwerk unterstützt.

Bleibt für Anwender mit genügend krimineller Energie derzeit also nur der Ausweg über eine Direktkopie auf einen Blu-ray-Rohling. Bei einem 3D-Spielfilm benötigt man dafür aber auf jeden Fall eine doppellagige Bluray mit 50 GByte Speicherkapazität.

Anders als die halbwegs preiswert gewordenen 25-GByte-Medien zahlt man für eine doppellagige Scheibe aber je nach Anbieter um die acht bis zehn Euro. Rechnet man noch den ein oder anderen Fehlbrand dazu, fährt man kaum noch günstiger als wenn man sich den Film im Laden kauft (oder so oft ausleiht bis man ihn ohnehin nicht mehr sehen kann).

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