Testbericht

TEST: Apple iMac 27" - All-In-One-PC ab 1.500 Euro mit kleinen Schwächen

Ein Monitor mit 27 Zoll? Nun, das reißt niemand mehr vom Hocker. Einen All-In-One-PC mit einem 27-Zoll-Display, dass auch noch 2.560 x 1.440 Pixel darstellen kann, dagegen schon. Apple hat seine iMac-Reihe renoviert und führt nun ein Gerät mit 21,5 und 27 Zoll Bildschirmdiagonale in seinem Portfolio.

Apple iMac Aufmacher

© Archiv

Apple iMac

Auf den ersten flüchtigen Blick ist es ein iMac, wie es schon viele gibt; etwas größer, ja. Der Rahmen um den Bildschirm ist nun nicht mehr silbrig, sondern schwarz. Und das Bild spiegelt wie sonst auch ganz ordentlich. Die schmale Funktastatur und Magic Mouse wirken geradezu winzig dagegen. Auch die Rückseite hat sich verändert: Statt schwarzem Kunststoff findet sich auch hier jetzt Aluminium. Das kommt nicht von ungefähr, denn neuerdings hat Hersteller Apple sich auf die Fahnen geschrieben, der grünste Computerhersteller sein zu wollen. Aluminium und bleifreies Glas lassen sich sehr gut recyceln. Laut Apple erfüllen die neuen Geräte (wie auch alle Notebooks) strengste Umweltauflagen. Das Bild des iMacs ist tatsächlich über jeden Zweifel erhaben. Dank LED-Backlight ist die Ausleuchtung sehr gleichmäßig, die Farben sehr knackig. Horizontal wie vertikal gibt es so gut wie keine Farbverfälschungen, wenn man das Display schräg betrachtet. Dank sparsamer Grafikchips und Alu-Oberfläche bleibt das Gerät auch nach 30 Minuten 3D-Vollast angenehm leise. Der Lüfter ist so gut wie nicht zu hören (auch in einem ruhigen Büro). Dafür hatte die Oberkante des Bildschirms anschließend eine Temperatur von 48 Grad. Zum Vergleich: Notebooks werden deutlich heißer, bis zu 60 Grad an der Oberfläche.

Im Testgerät steckte ein Intel Core2Duo E7600 mit 3,06 GHz Taktfrequenz. Leider waren die Top-Modelle mit Core i5 und Core i7 zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar. Ein Test mit allen wichtigen PC-Benchmarks unter Windows Vista (unter Boot Camp) zeigt, dass die Grafikkarte problemlos auch moderne Spiele verträgt, wenn man nicht gerade alle Details hoch einstellt und die voll Auflösung nutzt.

Der iMac war aber problemlos in der Lage einen 720p- und einen 1080i-HD-Film gleichzeitig skaliert abzuspielen. Die Prozessorlast lag dabei im Mittel zwischen 40 und 45%. Mit einem CineBench-CPU-Wert 6540 (Multithreaded) und 3496 (Single) sowie einem OpenGL-Wert von 6851 gehört er definitiv zu den schnellsten Macs und kann auch mit dem Windows-Lager mithalten.

Beeindruckend ist die Auflösung in Höhe und Breite. 1440 Punkte in der Höhe sind fast 400 Punkte mehr als gängige Full-HD-Anzeigen. Auch 2560 Pixel in der Breite bieten zwei DIN-A4-Seiten nebeneinander genügend Platz, dass man noch den Desktop sieht oder Bedien-Panels daneben anordnen kann. Man möchte sich intuitiv ein wenig vom Bildschirm weg bewegen, um den Überblick zu behalten. Dann allerdings werden die Pixel schnell recht klein.

Erstaunt waren wir auch beim Sound. Für die kleinen Öffnungen an der Unterkante des Gehäuses produziert der Mac einen erstaunlich guten Klang - deutlich besser als bei den Vormodellen. Für den Desktop-Betrieb reicht die Beschallung völlig aus. Wer das Gerät als TV-Ersatz betreiben möchte, muss noch Boxen zukaufen, allein um die Lautstärke fürs Wohnzimmerkino zu erzeugen.

Von Nachteil ist die Monitorhalterung: Sie lässt zwar ein Kippen des Schirms nach vorn und hinten zu, leider lässt sich das Display aber nicht in der Höhe verstellen. Und da liegt der Casus knacktus: Die Oberkante des Bildschirms ist schlicht zu hoch. Man muss den Kopf zu sehr heben, um Bildteile oben zu erfassen. Mit entsprechenden Büromöbeln (abgesenkter Tisch) und hoch gestelltem Stuhl lässt sich das ein wenig mildern, aber dann haben die Beine nicht mehr den entspannten Winkel, den sie haben sollten. So ist eine Nackenverspannung vorprogrammiert.

Nackenverspannung vorprogrammiert

Inbetriebnahme und Ausstattung

Die Installation und der erste Start waren erwartungsgemäß völlig problemlos. Das Gerät erkannte die Bluetooth-Tastatur und -Maus ohne Koppeln sofort. Wie bei allen Apple-Computern fragt das Gerät zu Beginn ein paar Eingaben ab und ist dann sofort einsatzbereit.

Apple Magic Mouse

© Apple

Die Magic Mouse - mit den neuen iMac-Modelle 2009 neben der Bluetooth-Tastatur Standard-Eingabegerät bei Apple.

Mitgeliefert werden neben dem Betriebssystem die Programme der iLife-Suite in der Version '09. Dazu gehören iPhoto zur Bildnachbearbeitung und Verwaltung (inkl. Gesichtserkennung und Geotagging-Funktionen), iMovie für den Video-Schnitt (auch HD-Material), iDVD zum Brennen von Multimedia-CDs und -DVDs, iTunes für die Musiverwaltung, iWeb zum einfachen Erstellen eines eigenen Webauftritts und GarageBand für Leute, die gerne Musik mit dem Copmuter machen.

Zur Internet-Grundausstattung liefert Apple bereits mit dem Mac OS X 10.6 die Programme Safari (Webbrowser), Mail (für E-Mails) und iChat (Video-Chat-Software) aus. Die Tool-Sammlung "Boot Camp" sorgt dafür, dass man neben dem Mac OS X auch ein Windows installieren und sich beim Systemstart aussuchen kann, welches Betriebssystem hochfahren soll. Auf den beiliegenden DVDs sind alle Windows-Treiber zu finden. Microsofts Windows muss man jedoch selbst kaufen, es liegt nicht bei. So umfangreich die Software-Ausstattung, so mager sieht es bei den Hardware-Zugaben aus: Die Fernbedienung "Apple Remote" fehlt, Adapter für die seltenen Display-Port oder Firewire-800-Stecker liegen auch nicht bei. Neben dem Stromnetzkabel, Handbüchlein, einem Monitortuch und Installations-DVDs gibt es nur noch die drahtlose Tastatur und Maus. Das es moderne Macs immer noch nicht mit Blu-ray-Laufwerken gibt, ist unverständlich. So hat man ein geniales HD-Display ohne HD-Laufwerk.

Apple iMac 27''

Apple iMac 27 Zoll
Apple Deutschland
ab 1499 Euro

www.apple.de

Weitere Details

Fazit:Der iMac ist das nahezu perfekte All-In-Gerät: schnell, leise, mit sehr gutem Display und schickem Aussehen

5/5
sehr gut
Preis-Leistung
gut

Fazit

Die Fläche macht's: Der iMac 27 Zoll toppt das bisherige Spitzenmodell mit 24 Zoll deutlich, nicht nur in der Fläche, sondern auch durch die hohe Auflösung. Dank modernerer Grafikkarte und und schnellen CPUs ist die Rechenleistung ausreichend hoch. Die Schwachstellen wie der nicht höhenverstellbare Monitor, fehlendes Blu-ray-Laufwerk und Spiegeldisplay sollten für die meisten Käufer verschmerzbar sein. Mit einem Einstiegspreis von 1499 Euro ist das Modell daher recht attraktiv.

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