Testbericht

TEST: AMD AM3-Mainboards mit DDR3-Unterstützung

Bislang mussten sich die schnellsten AMD-Prozessoren mit AM2+-Platinen und DDR-2-Speicher begnügen. Jetzt sind die ersten AM3-Mainboards mit DDR3-Unterstützung da. Ob sie wirklich ihr Leistungsversprechen halten, haben wir im direkten Vergleich ermittelt.

Test AM3-Mainboards: Mainboards mit DDR3-Unterstützung für AMD-CPUs

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Test AM3-Mainboards: Mainboards mit DDR3-Unterstützung für AMD-CPUs

Als AMD-Käufer wanderte man in letzter Zeit im Tal der Glückseligen - zumindest was die Kompatibilität der Mainboards zu den verschiedenen Prozessoren anging. Vom Athlon 64 X2 bis hin zum Phenom II konnte man in Platinen mit dem Sockel AM2+ so ziemlich alles betreiben, was rechnen kann. Die Lösung hatte durchaus seine Reize. Nicht nur, dass alle Prozessoren liefen - sie konnten sogar die meisten ihrer Stärken ausspielen.CPUs, die bereits den schnellen Hypertransport 3.0 mit sich brachten, konnten diesen mit voller Geschwindigkeit nutzen, während ältere Modelle mit ihrer jeweiligen Höchstgeschwindigkeit an den Rest des Systems angebunden wurden. Nur was die Speicheranbindung angeht, lassen AM2+-Mainboards keine Kompromisse zu. Als Module kommen nur DDR2- Riegel in Frage. Mit AM3-Platinen ändert sich das.

Der Sockel AM3 sieht den bisher verwendeten Sockeln AM2 und AM2+ auf den ersten Blick sehr ähnlich. Dass sie nicht gleich sind, merkt man spätestens dann, wenn man versucht, einen AM2-Prozessor einzusetzen. AM3-Sockel fassen ausschließlich AM3-Prozessoren, während letztere ebenso wie AM2-CPUs in den Sockel AM2+ passen. Auf dieses Weise wird verhindert, dass ältere Prozessoren, die nur über einen DDR2-Controller verfügen, in Boards gesteckt werden können, die für DDR3-Speicher ausgelegt sind.

Andere Gründe gibt es kaum, denn vom Sockel und den Speicherschnittstellen abgesehen unterscheiden sich aktuelle AM3-Platinen praktisch nicht von ihren AM2+-Vorgängern. Sogar die verwendeten Chipsätze sind zum Teil identisch. Bis Redaktionsschluss waren Mainboards mit AM3 nur mit der Northbridge 790FX oder dessen mit Grafik-Engine aufgepeppte Variante 790GX erhältlich. Was die Southbridge angeht, setzten sogar alle Hersteller auf die SB750. Beide Kombinationen findet man auch auf AM2+-Mainboards. Das hat uns auf die Idee gebracht, den aktuellen AM3-Boards eine ältere AM2+- Platine gegenüberzustellen, die mit der Kombination aus 790GX und SB750 bestückt ist. Als Prozessor kam das aktuelle Spitzenmodell Phenom II X4 955 Black Edition zum Einsatz.

Kaum schneller mit DDR3

Neben der Frage, wie sich die Boards untereinander behaupten würden, war interessant, ob denn die AM3-Platinen von der DDR3-Unterstützung würden profitieren können. Die Antwort fällt, zumindest was unsere Tests angeht, recht eindeutig aus. Im 3DMark konnten wir keine nennenswerten Leistungssteigerungen verzeichnen. Das war beim Test mit PC2-8500- und nominell gleich schnellen PC3-8500-Modulen nicht verwunderlich. Aber auch bei schnelleren PC3-10600-Speichern bewegten sich Leistungsgewinne in etwa im Rahmen der Messgenauigkeit.

Einen größeren Unterschied hätten wir uns beim PCMark Vantage erwartet. Dieser Test berücksichtigt auch den reinen Speicherdurchsatz, der in die Gesamtwertung eingeht. Der Unterschied fiel aber auch hier gering aus. Die Gesamtpunktzahl stieg fast kaum von 5990 auf 6040, der so genannte Memory Score von 4451 auf 4615. Einzig Devil May Cry legte um knappe 10 Prozent zu. Ob ein ähnlicher Effekt auch bei anderen Spielen zu erwarten ist, hängt auch von der Grafikkarte ab.

Dennoch - angesichts des relativ geringen Preisunterschieds von nur noch wenigen Euro pro 2-Gigabyte-Modul - lohnt es sich, bei einem Schnäppchen zu PC3-10600-Modulen zu greifen. Mit 12 800er-Speichern in vier Slots hatten wir hin und wieder mit Abstürzen zu kämpfen. Hier sollte man vielleicht noch auf eine weitere Reifung von Boards, BIOS-Setups und Speichermodulen warten.

Wie die Mainboards in Punkte Hardware und BIOS ausgestattet sind und warum die Software eher kritisch gesehen werden muss, lesen Sie auf Seite 2...

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