Testbericht

Test A3+-Drucker

Größe imponiert. Wer einmal diese Dimension entdeckt hat, will nicht mehr darauf verzichten. A3+-Drucker verarbeiten nicht nur übergroßes A3- Papier, sondern auch Spezialmedien. Fine-Art- apiere avancieren zum neuen Lieblings- Werkstoff für Künstler und Fotografen; sie gewinnen aber auch bei Marketing-Abteilungen, beispielsweise für Inhouse-Projekte, an Beliebtheit. Qualität hat aber ihren Preis.

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Für Fotografen und Künstler, die ihre Werke als Unikate oder in limitierten Auflagen verkaufen wollen, sind A3+-Drucker vor allem aufgrund einer Tatsache interessant geworden: Inzwischen sind alle drei großen Hersteller dazu übergegangen, Modelle mit pigmentierter Tinte anzubieten. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass die Lichtbeständigkeit der Ausdrucke erheblich verbessert werden konnte: Eine Grundvoraussetzung für ein Kunstobjekt, dessen Platz in einem Rahmen an der Wand und nicht in einem geschlossenen Fotoalbum ist. Schließlich wird niemand ein paar hundert oder tausend Euro für ein Bild bezahlen wollen, das schon nach ein paar Jahren völlig ausgebleicht ist.

Licht und Schatten

Das PC-Magazin-Testlabor kann vor allem denjenigen Druckern eine sehr gute Lichtbeständigkeit bestätigen, die mit pigmentierter Tinte arbeiten. Wir bestrahlen Druckproben in unserem Lichtofen (Atlas Suntest CPS+) it professional test a3+-drucker 134so lange, bis das Äquivalent von einem Jahr Sonnenbestrahlung unter Glas erreicht wurde. Die kleinen Pigment-Partikel in der Tinte erweisen sich gegenüber der Lichtbestrahlung als besonders resistent; Farbausbleichungen sind nur minimal auszumachen. Die Dye-Tinten zeigen deutliche Anzeichen von Ausbleichung. Aber Pigment-Tinte hat nicht nur Vorteile.

Im Rahmen der komplexen Herstellungsverfahren werden die Pigmente inzwischen enorm klein gemahlen; sie erreichen Durchmesser von etwa 50 bis 150 nm. Im Vergleich zu gelösten Farbstoffmolekülen, die einen Durchmesser von nur etwa zwei Nanometern haben, sind sie aber immer noch groß. Das heißt: Druckdüsen verklumpen schneller und tendenziell müssen Pigment-Tinten-Drucker häufiger gereinigt werden. Das verursacht zusätzliche Kosten. Ein zweites "Problem" ist, dass der Farbraum, der mit Pigment-Tinten dargestellt werden kann, nicht so groß ist wie der mit einer vergleichbaren Anzahl von Dye-Tinten. Die Hersteller setzen deshalb zusätzliche "Light"-Farben ein, die die Abstufungen innerhalb einer Farbe deutlich verbessern. Ein Drucker mit vielen Farben druckt aber deutlich langsamer. Druckdüsenverstopfungen kann man verhindern, indem man den Drucker nicht vom Stromnetz trennt und ihn regelmäßig einsetzt.

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Der Epson Stylus Photo R2880 ist der einzige Drucker im Test, der Banner bedrucken kann.

Gegen einen gähnend langsamen Drucker gibt es aber nur ein Mittel: einen anderen Drucker. Bisweilen muss es im Unternehmen schnell gehen. Wir haben deshalb auch Modelle getestet, die nicht für den langlebigen Fotodruck prädestiniert sind.

Testfeld

Brandneu auf dem Markt sind der Epson Stylus Photo R2880 und der HP Photosmart Pro B8850. Das aktuelle A3+-Topmodell von Canon, der PIXMA Pro 9500, steht schon seit einiger Zeit in den Verkaufsregalen der Fachhändler. Alle drei Drucker arbeiten mit einer hohen Anzahl von Druckfarben und pigmentierter Tinte. Beim Canon sind es zehn, bei den beiden anderen acht. Bei Canon und Epson können zusätzlich jeweils eine spezielle Schwarzpatrone für matte Papiere mit einer "Foto-Schwarz- Patrone" für Hochglanzpapiere gewechselt werden. Die hohe Anzahl der Farben liefert bei diesen Modellen sehr gute Ergebnisse beim Fotodruck. Besonders beeindrucken auch die Schwarzweiß-Bilder, die ihre exzellente Qualität durch die Graukartuschen erzielen. In diesen Pool von professionellen Fotodruckern haben wir zwei Drucker geschmissen, die lediglich mit Vier-Farb-Systemen ausgestattet sind.

Der Canon Pixma iX5000 wird mit den bekannten 8er-Dye-Patronen (Cyan, Magenta und Gelb) aus der ChromaLife-100-Serie befeuert und einer PGI-5BK-Patrone, die mit 26 ml Inhalt nicht nur doppelt so viel Tinte, sondern auch Pigmente enthält. In dieser Kombination ist der günstige Canon-Drucker wohl für schnelle Fotodrucke, aber auch für Dokumentendruck gedacht, der ein gewisses Maß an Dokumentenechtheit, etwa für eine spätere Archivierung, erfüllen soll. So wasserbeständig wie Ausdrucke eines Laserdruckers sind die Monochromdokumente eines Tintenstrahlers aber nie.

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Beim HP OfficeJet K8600 wählt man alternativ die Duplexenheit oder die Spezialmedienzufuhr.

Der HP OfficeJet K8600 arbeitet ebenfalls mit den drei klassischen Farben Cyan, Magenta und Gelb. Die Schwarzpatrone gibt es in zwei unterschiedlichen Varianten. Die schmale Dose enthält 22,8 ml, die große Kartusche befüllt HP mit 58,9 ml Tinte. Den Verbrauch haben wir mit der wirtschaftlich sinnvollen großen Patrone so weit ermittelt, wie dies die Drucktechnologie von HP zulässt. Vergleicht man die Tinten der beiden HP-Drucker in diesem Test, so fällt auf, dass sie zwar unterschiedliche Ziffern haben, aber beide die Bezeichnung "vivera" tragen. Bedenkt man, dass es sich um zwei grundlegend verschiedene Tintenarten handelt, so scheint dies zwar aus marketing- technischer Sicht gekonnt, doch den höchst unterschiedlichen Eigenschaften der Produkte wird das nicht gerecht.

Feine Kunst

Die Fotografie ist mit dem Massenphänomen "Digitalkamera" entprofessionalisiert worden. Heute hat jeder Amateurknipser den gesamten Herstellungsprozess eines Fotos, vom Ablichten des Motivs bis zum Ausdrucken, selbst in der Hand. Softwaretools ermöglichen Farbkorrekturen, Retouchierungen und Ausschnittvergrößerungen, die einst dem Fachlabor oder dem selbstentwickelnden Profifotografen vorbehalten waren. Das Drucken auf Fine-Art-Medien ist ein Schritt zurück zu mehr Individualität. Beim Arbeiten mit diesen Medien gilt es einiges zu beachten, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Unterschiedliche Papiere erfordern unterschiedliche Tinte. Passt das Papier nicht zur Tinte, so besteht die Gefahr, dass die Tinte nicht vom Papier aufgenommen wird und sehr lange oder gar nicht trocknet.

Grundsätzlich teilen sich die Papiere in zwei Kategorien. Solche mit nanoporöser Beschichtung, die für Pigmenttinte geeignet sind, stehen so genannten "swelling papers", die mit Gelatine oder Polymeren überzogen sind, gegenüber. Es empfiehlt sich, zunächst Papiere zu verwenden, die der Druckerhersteller empfiehlt oder selbst vertreibt. Meist sind dann entsprechende Treibereinstellungen für das spezielle Papier vorhanden. Weiß man einmal, welche Papierart zu welchen Einstellungen passt, kann man gegebenenfalls auf günstigere Fremdhersteller zurückgreifen.

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Die Druckqualität bewerten wir zum Teil anhand von Vergrößerungen, die mit unserem Kamerasystem "WAT-202B" von Watec erstellt werden. Die Druckproben können damit um den Faktor 10 vergrößert werden. Bei Buchstaben gilt es, auf scharfe Rände, wenige Satelliten-Tröpfchen und einen homogene Verteilung der Tinte zu achten. Bei Farbkanten sollte die Tinte nicht ineinander laufen.

Tintenstrahldrucker bilden nicht den gleichen Farbraum wie Monitore ab. Um perfekte Ausdrucke zu erzielen, sollte man seinen Monitor kalibrieren und ein Farbprofil anlegen (ICC-Profil). Bei der Umwandlung eines Bildes in den Druckerfarbraum gehen häufig feine Bilddetails verloren - das lässt sich leider nicht verhindern. Über die Softproof-Funktion der Bildbearbeitungs-Software kann man den Verlust aber zumindest sichtbar machen und damit auch steuern. Durch eine Bildveränderung können dann gegebenenfalls wichtige Details zurückgeholt werden.

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