Testbericht

Dynaudio Contour SR / Sub 300

Das Blu-ray-Format bietet die perfekten Voraussetzungen für siebenkanaligen Surround-Klang auf allerhöchstem Niveau. Doch wohin mit sieben Lautsprechern plus Subwoofer? Dynaudio zeigt den Weg aus dem Platz-Dilemma.

Lautsprecher 7.1

© Knut Isberner

Lautsprecher 7.1

Pro

  • Bedienerfreundliche Ausstattung des Sub 300
  • Sehr gute Ankopplung der Satelliten an den Bass
  • komfortable Fernbedienung

Contra

Spätestens mit der Blu-ray offerieren viele Film- und Musik-Discs dem Cineasten mehr als fünf Tonkanäle. Und die Anzahl der Scheiben, die sieben diskrete Kanäle zuzüglich LFE besitzen, wächst stetig, wie auch die Zahl der Surround-Receiver, die 7.1-Ton beherrschen. Im Unterschied zur herkömmlichen DVD kann dabei jedem Tonkanal volle Bandbreite und Auflösung gewährt werden, vergleichbar mit einer Multichannel-SACD oder DVD-Audio.

Schöne neue Hör-Welt, wenn nicht nur TV und Beamer, sondern auch das Surround-System dieses Potenzial nutzen. Beste Voraussetzung dazu sind identische Lautsprecher für alle Kanäle (außer dem Bass). Das gewährleistet identische Tonalität. Wohin aber mit sieben Boxen und Subwoofer?

Lautsprecher 7.1

© Knut Isberner

Geschickt: Die Zuleitung kann von oben wie unten durch einen Kabelkanal an das Terminal geführt werden. Sogar Bananenstecker und Kabelschuhe passen an die Contour SR.

Wir suchten daher ein Surround-System, das mit sieben Boxen wohnzimmerfreundlich bleibt und im Klang allerhöchsten Ansprüchen genügt. Die Wahl fiel auf den Dynaudio Contour SR Speaker mit dem Aktiv-woofer Sub 300. Gerade 16 Zentimeter in der Breite und 28 in der Höhe fallen die Contour SR aus, ihr asymmetrisches Gehäuse mit der vorgelagerten und an den Seiten geschwungenen Schallfront aus Stahl gibt ihnen ein sowohl ansprechendes wie unaufdringliches Äußeres.

Praktisch: Auf dem Rücken der Modelle befindet sich bereits eine Vorrichtung zur Wandaufhängung. Die Contour SR sind akustisch daraufhin optimiert, wie ein hochkarätiges Anschlussfeld, das auch querschnittsstarke Strippen akzeptiert. Diese können durch einen Kabelkanal von oben oder unten zugeführt werden. Wem der Anblick der beiden Töner zu technisch erscheint, belässt die über kleine Magnete gehaltene Stoffabdeckung an den Boxen. Diese Chassis entwickelt und fertigt Dynaudio selbst. Das gewährleistet einen hohen Qualitätsstandard. Der Tweeter sitzt bündig in der massiven Schallfront. Traditionell schwört der Hersteller hier auf eine getränkte Gewebekalotte. Tiefere Töne gibt ein 13-Zentimeter-Konus mit Kunststoffmembran wieder.

Der Dynaudio Sub 300 bietet drei feste Übergangsfrequenzen zu den Satelliten an oder man überantwortet die Aufgabe dem Surround-Receiver (LFE-Anschluss) und schaltet den Aktivwoofer auf Flat.

Der Woofer selbst beschränkt sich auf das Notwendige, die mitgelieferte Fernbedienung dagegen ist angenehm komfortabel. Sogar individuelle Voreinstellungen lassen sich speichern und auf Knopfdruck abrufen. Noch cleverer: Es können mehrere Sub 300 in Reihe geschaltet werden. Das steigert zwar die Kosten, bringt auf der anderen Seite aber einen bemerkenswerten Klangvorsprung, gerade in großen Räumen. Zwei Subwoofer erlauben akustisch eine besonders gleichmäßige Anregung der Umgebung.

Lautsprecher 7.1

© Knut Isberner

Geklotzt: Die Aktivelektronik des sub 300 gönnt sich einen stattlichen Ringkerntransformator und sitzt im Woofergehäuse in einer vom Chassis getrennten Kammer.

Dank der soliden Wandhalterungen an den Contour SR und der bedienerfreundlichen Ausstattung des Sub 300 geht die Installation des Systems in kurzer Zeit vonstatten. Am besten klingt es, wenn die Satelliten etwas über Ohrhöhe befestigt werden, der Center-SR wenn möglich auf gleicher Höhe wie die anderen Satelliten. Klappt das nicht, sollte er in etwa so ausgerichtet werden, dass der Hochtöner auf Ohrhöhe zielt. Wir untersuchten das Set mit einem und mit zwei Sub 300.

Tonal ließ sich das schicke Ensemble nicht am Zeug flicken, hier passte einfach alles. Gediegen, farbenfroh, neutral, um nur einige Attribute zu nennen. Der Übergang zwischen Woofer und den Satelliten gelang bruchlos, so zeichnete das Ensemble auch Männerstimmen, ob Bass oder Bariton, tadellos nach. Ohnehin schenkten die Modelle Interpreten Körper und eine großzügig, dabei pieksauber gestaffelte Bühne.

Lautsprecher 7.1

© Knut Isberner

Sehr gute Ankopplung der Satelliten an den Bass. Über das gesamte Spektrum ein tadelloser Amplitudenverlauf, der minimale Peak um 3 KHz fiel im Hörtest nicht auf. Die Satelliten sollten etwas über Ohrhöhe platziert werden.

In wilden Filmsequenzen wahrten die Dynaudios Überblick wie Fassung. Auch wenn untere Register stattlich bemüht wurden, punktete der Sub 300 nicht wie einige Artgenossen lediglich mit tumbem Druck, sondern mit Punch und überraschend hohem Differenzierungsvermögen.

Das unterstrich letztlich den räumlichen Eindruck noch, der sich je nach Sitzposition im Raum nur minimal veränderte. Im Verbund mit einem zweiten in Reihe geschalteten Sub 300 (Bewertung mit einem Aktivwoofer) gewannen insbesondere die Transparenz und die Breitenstaffelung noch einmal spürbar. Zur ohnehin souveränen Performance gesellte sich jetzt eine anregende Lockerheit, die nie zur Nachlässigkeit tendierte.

Fazit

Keine billige, in Anbetracht der Leistung aber absolut überzeugende Lösung, 7.1- Klang zu genießen. So überzeugend, dass HomeVision das Dynaudio Ensemble künftig als unbestechliche Arbeitsreferenz zur Ton-Bewertung aller getesteten Blu-rays nutzen wird.

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