Testbericht

Test 52-Zoll-LCD-Fernseher

Bei den Röhrenfernsehern war Sony einst mit Triniton einsame Spitze. Exakt dahin wollen die Japaner jetzt auch im LCD-Zeitalter zurück: Das neue Flaggschiff X 3500 kommt mit allen technischen Finesssen und umfasssender Tuner- Ausstattung. Ist Sony wieder an der Spitze?

Sony X 3500

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Der Sony KDL-52 X3500.

Der jüngste TV-Spot von Sony dürfte niemandem entgangen sein: Hunderte von Hasen hüpfen zu ?She?s a Rainbow? von den Rolling Stones durch New York. Der betriebene Aufwand ist gigantisch: 2,5 Millionen Tonnen Knetmasse, 40 Trickfilm- Zeichner, 100.000 Standbilder und ein 10 Meter hoher Riesenhase. Diese Eckdaten verdeutlichen vor allem eines: Sony scheut weder Kosten noch Mühen für seinen Erfolg im TV-Geschäft.

Sony X 3500

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Der Sony KDL-52 X3500.

Neues Design

Kein anderes Gerät verdeutlicht diese Tatsache und den von Sony geprägten ?Style?- Begriff so sehr wie der X 3500. Den durchsichtigen Acrylglasrahmen kennt man bereits aus dem Vorgängermodell, von seiner Eleganz hat er nichts verloren. Die eingelassenen Status-LEDs und das beleuchtete Sony-Logo scheinen frei im Raum zu schweben. Ein neues Design bekam der Displayrahmen - er erstrahlt jetzt im dunkelgrauen Metallic-Look. Der Standfuß passt optisch gut ins Konzept, weitaus besser zur Geltung kommt das Designerstück an der Wandhalterung.

Ausstattung

Auch hinter der Fassade hinterlässt Sony nichts dem Zufall. Hinter Marketing- schwangeren Begriffen wie Bravia Engine Pro, Motionflow +100Hz, 24p True Cinema, Bravia Theatre Sync verbirgt sich in der Tat eine Ausstattung auf Top-Niveau. Drei HDMI-Eingänge neuester Bauart nehmen 24p-Signale entgegen, kommunizieren via CEC mit anderen Heimkinokomponenten und dekodieren von Sonys Camcordern x.v.Color-Signale. Fotografen gefällt der USB-Port, vielmehr aber noch dessen Optionen. So erlaubt der X 3500 erstmals die Wahl des Farbraumes zur normgerechten Fotodarstellung ? zur Wahl stehen ?sRGB?, ?sYCC? und ?Adobe RGB?. Die Qualität der dargebotenen Diashow begeistert im Test. Größe, Auflösung und Farbdarstellung empfehlen sich für die Diaschau.

Sony X 3500

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Fotografen freut der USB-Anschluss, an dem Digitalkameras oder Massenspeicher zur Diashau andocken.

Das eigentliche Highlight der Ausstattungsliste ist indes der DVB-C-Tuner, der auch HDTV-Signale dekodiert. Welcher Umfang hier zu empfangen ist, hängt jedoch stark vom lokalen Kabelanbieter ab. Im Test gilt dem digitalen Kabelempfang klar der Vorzug. Die analogen und der digital terrestrische Tuner bringen nicht annähernd dessen Qualität auf die Mattscheibe.

Zwei YUV- und zwei RGB-Scart-Eingänge rüsten für analoge Kontakte. Erstaunt waren die Tester über deren Qualität: Vor allem Interlace-Signale bringen den Fernseher aus dem Tritt. Der verbaute Deinterlacer ist eines Flaggschiffes wie dem X 3500 nicht würdig.

Bildqualität

Ausreißende Kanten, sogar Treppen bilden sich an Objektkanten. Besser klappt es demnach mit progressiven Signalen über den Komponenteneingang. Allerdings zeigen sich auch hier, wie über Scart Farbartefakte in Helligkeitsverläufen.

Besser sieht das Bild über den HDMI-Eingang aus, vor allem nach einigen Justierungsarbeiten. So lässt sich der Sony ebenso hervorragend auf Norm trimmen wie auf satte Schwarzwerte. Allerdings trickste das Panel unsere Schwarzwertmessungen aus: Bei einem reinen Schwarzbild dunkelt der Fernseher die Hintergrundbeleuchtung nach, wodurch das Messgerät einen Kontrast von 10.000:1 meldete. Mit Weißflächen im Bild bringt es der X 3500 auf den noch immer sagenhaften ANSIKontrast von 2000:1. Im dunklen Heimkinoraum kann man die Hintergrundbeleuchtung getrost auf das Minimum fahren, die Aktivierung des Stromsparmodus verbessert den Schwarzwert zusätzlich. Allerdings gibt es auch hier etwas zu meckern: Das Panel unseres Testgerätes weist an den Rändern, vor allem in der Ecke links oben deutliche Aufhellungen auf. Fachleute sprechen von ?light leaking? - von Lichtlecks, die sich beim Sony sichtbar negativ auf die Homogenität des Bildes auswirken. Dennoch: Kontrast und Schwarzwert lassen die Konkurrenz zurück.

Sony X 3500

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Besser könnten die Messwerte eines Fernsehers nicht sein: Das Mischverhältnis der Graustufenabdeckung (2) deckt sich über das gesamte Helligkeitsspektrum zu hundert Prozent. Der Farbraum (5) deckt exakt die Norm, woraus die exzellente Farbdarstellung resultiert. Die Gammakurve (3) weicht eine minimale Abweichung auf, was den Filmlook aber nicht stört.

In Sachen Farbdarstellung kann Sony sogar mit dem Referenz-Plasma Pioneer PDP-LX 508 konkurrieren. Von allen Quellen zeigt er korrekte Töne in der richtigen Sättigung und ohne die synthetische Anmutung, wie man sie oft auf LCD- Fernsehern sieht.

In der Darstellung bewegter Szenen ist Sony dem Pioneer sogar einen Schritt voraus. Während ersterer das 24p-Signal zwar richtig und deshalb auch mit dem typischen Ruckeln darstellt, kann Sony dieses Filmruckeln über sein 100-Hz-Panel kompensieren. Der Punkt ?Bewegtbildoptimierung? enthält die Optionen ?Standard? und ?Hoch?. Von ?Hoch? ist aufgrund der Verschlechterung der Filmästhetik abzuraten, ?Standard? sorgt jedoch für angenehm flüssige Schwenks.

Testergebnisse

Sony KDL-52 X 3500
Sony
5.300 Euro

52-Zoll-LCD-Fernseher

Weitere Details

70 Prozent

Fazit:Bei der Fülle an Funktion seien dem Sony auch kleine Schwächen vergeben - zur Bildreferenz reicht es aber nicht.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
gut

Allerdings muss sich Sony auch hier einem Kritikpunkt stellen: In schwierigen Schwenks verschmierten Details (Smearing), was auf einen Fehler in der Panelansteuerung zurückzuführen ist.

Bildergalerie

Sony X 3500
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Der Sony KDL-52 X3500.

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