Testbericht

Test: 37-Zoll-LCD-Fernseher

Der Philips 37 PFL 9603 präsentiert sich als neues Paradegerät des TV-Marktführers.

Test: 37-Zoll-LCD-Fernseher

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Der Testkandidat: Philips 37 PFL 9603.

In Deutschland bietet Philips derzeit neben Loewes Connect die einzigen netzwerkfähigen Flat-TVs. Einer davon ist der 37 PFL 9603, der sich gleichzeitig als neues Paradegerät des TV-Marktführers präsentiert.

Philips ist nicht nur einer der führenden Entwickler im Fernsehmarkt, sondern auch förderndes Mitglieder der DLNA (Digital Living Network Alliance), die eine Art HDready-Logo für die Heimvernetzung vergibt. Was liegt für die Holländer also näher, als auch die Vernetzungsfähigkeit ihrer eigenen Fernseher voranzutreiben? Die Toplinien des neuen LineUps kommen konsequent mit entprechenden Buchsen ausgerüstet - auf Wireless LAN verzichtet Philips bisher. Doch dazu später mehr.

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Der Testkandidat: Philips 37 PFL 9603.

Der Fernseher hat nämlich noch viel mehr zu bieten - auch an Konnektivität, als da wären: vier HDMI-Buchsen, die standesgemäß 24p-Signale zeigen und inzwischen auch die HDMI-CEC-Grundfunktionen unterstützen. Oder der USB-Port, der HD-Fotoshows und Musik von Datenträgern genauso wiedergibt wie der Netzwerk-Player. Beim TV-Empfang verlässt sich Philips wie das Gros derzeit auf die Kombination von Analog-und DVB-T-Tuner.

Das modische Erscheinungsbild des Holländers mit Kunststoffrand und leuchtenden Statusstreifen zwischen Fuß und Display ist Geschmackssache - der schwarze Glasfuß ist fraglos eine edle Erscheinung. Natürlich darf dem Philips Flaggschiff Ambilight nicht fehlen. Zu je einer Seite projizieren LED-Lämpchen das farbige Abbild des Sende-Inhalts auf die rückwärtige Wand.

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Das nach hinten abstrahlende Lautsprecherkonzept beeindruckt uns mit bassstarken und feingliedrigen Sounds.

Das Drehrad der Fernbedienung, das wir im letzten Test (32 PFL 9603; Printausgabe HomeVision 6/2008) noch kritisierten, hat Philips inzwischen über ein Firmware-Update nachgebessert. Jetzt läuft die Steuerung runder, wenn auch noch immer nicht ganz präzise. Die Navigation in den Serverlisten des Netzwerkmenüs gelingt dennoch gut - auch wenn wir uns hier mehr von den durchdachten Funktionen des WACS 7500 (Test Printausgabe S. 42) gewünscht hätten. Dennoch: Ob PAL-Clips im MPEG-Format, das Streamen von Musik oder die bildfüllende HD-Diashow - alle Funktionen arbeiten im Test zügig und stabil. Das größte Manko im Test: Im Netzwerkmodus bleiben die Einstellungen im TV-Menü für den Nutzer unzugänglich.

Während der 32 PFL 9603 ohne 100-Hz-Panel auskommen musste, bringen die Modelle ab 37 Zoll ein solches mit. Die Auswirkungen in der Bildcharakteristik sind beträchtlich. Und diese sind nicht, wie man meinen sollte, in der Bewegungsdarstellung zu sehen, sondern im Kontrastverhalten. Gegenüber dem 32-Zöller ohne 100 Hz bringt der 37 PFL 9603 gerade mal ein halb so großes Kontrastverhältnis von knapp 1000:1 auf die Mattscheibe. Das ist noch immer viel, resultiert jedoch primär aus der hohen Leuchtkapazität.

Bis zu 300 cd/m² konnten wir dem LCD-TV entlocken, der damit auch direkter Sonneneinstrahlung widersteht. Schwarzwerte von fast 0,3 cd/m² eignen sich dagegen kaum für dunkle Räume oder Heimkino-Anwendungen. Für Cineasten empfiehlt sich der Fernseher aus einem anderen Grund nicht: Die Verteilung der Helligkeit (Gamma) weicht stark von der Norm ab. Das führt zum einen zu Ungleichgewicht im Bild - in der Spartanerschlacht von "300" überstrahlen die silbernen Gesichtsmasken der Leibgarde von Xerxes, während ihre dunklen Gewänder im Bild unterrepräsentiert bleiben.

Test: 37-Zoll-LCD-Fernseher

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Für Cineasten kommt die S-förmige Gammakurve einem Stopzeichen gleich: Sie verfälscht die Bildkomposition, weil Helligkeitsanteile falsch akzentuiert werden. Helle Partien überstrahlen, dunkle verlieren sich im Hintergrund.

Gut gelingt dem Holländer die Farbdarstellung. Knackig und doch nie übertrieben, neutral und doch nie langweilig zeichnet er selbst schwierige Colorierungen auf das Panel. Farbige Flächen zeigten jedoch Artefakte.

Test: 37-Zoll-LCD-Fernseher

Philips37 PFL 9603 D
www.philips.de
2.400 Euro

37-Zoll-LCD-TV

Weitere Details

75 Prozent

Fazit:Ausstattung, Bedienung und Klangqualität vom Feinsten - die Bildqualität kann Philips noch verbessern.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
gut

Und wie viel besser ist am Ende die Bewegungsdarstellung mit einem 100-Hz-Panel? Da statt einem Bild (32 PFL 9603) gleich drei Bilder zwischen zwei Originale interpoliert werden müssen, steigt die Fehleranfälligkeit der Kompensation. So bildet das 37-Zoll-Panel Schwenks noch schärfer und detailreicher ab als der 32-Zöller. Allerdings auch mit mehr Fehlern, die sich in Form von Geisterschatten abzeichnen.

Fazit

Lifestyle- und Accessoire-begeisterten Mediennutzern dient der 37 PFL 9603 als konnektiver und strahlfreudiger Schauplatz ihres digitalen Lebensstils. Für Cineasten gibt es sicher bessere Displays.

Bildergalerie

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Der Testkandidat: Philips 37 PFL 9603.

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