Testbericht

Test 32-Zoll LCD-Fernseher

Revolution in der 32-Zoll-Klasse: Erstmals löst in Sharps LC-32 X 20 E ein Panel in dieser Größenklasse mit zwei Millionen Pixel auf. Wir klären, ob die Full-HD-Auflösung bereits in diesem Format sinnvoll oder nur ein Werbeargument ist.

Sharp LC-32 X 20 E

© Archiv

Sharp LC-32 X 20 E

Es war nur eine Frage der Zeit, bis in letzter Konsequenz auch 32-Zoll- Fernseher vom Full-HD-Boom erfasst würden. Mit einer eigenen Panelfertigung im Rücken hatte Sharp Know-how und Kapazitäten, das Band der Ziellinie als erster zu durchtrennen. Mit dem Sharp LC-32 X 20 E für 1.300 Euro haben die Urväter des LCDs damit einen neuen Meilenstein gesetzt. Das sehen jedoch nicht alle so. Skeptiker unken, zwei Millionen Pixel für 81 cm Bilddiagonale seien schlichtweg übertrieben und nutzlos. Jedoch stehen dieser Aussage zwei völlig neue Anwendungsmöglichkeiten gegenüber. Erstens empfiehlt sich der LC-32 X 20 E als exzellenter Zweitfernseher.

Sharp LC-32 X 20 E

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Wer im Bett noch die neueste Blu-ray oder HD DVD genießen will, muss kaum weiter als einen Meter vom Display entfernt liegen, um das kristallklare Bild zu erleben. Noch spannender ist allerdings der kombinierte Einsatz als Heimkino und PC-Display, beispielsweise an einem Media- Center betrieben. Selbst aus 80 Zentimetern Entfernung lassen sich typische PC- Anwendungen ohne Qualitätsnachteil, dafür mit einem gewaltigen Plus an Übersicht, erledigen. Gerade wer viel mit Multimedia- Applikationen wie Videoschnitt- oder Bildbearbeitungsprogrammen arbeitet, weiß den Gewinn an Übersicht zu schätzen. Und wer bereits Online-Angebote wie IPTV oder Video-on- Demand nutzt, kann sich damit getrost vom Mäusekino auf dem kleinen PC-Monitor verabschieden.

Sharp LC-32 X 20 E

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Sharps 32-Zöller stellt das Windows-Bild viel größer dar als jeder herkömmliche 19-Zoll-PC-Monitor.

Ausstattung:Optisch ist der LC-32 X 20 E ein Schmuckstück. Den Rahmen um das Display hat Sharp verschmälert ? nur noch dreieinhalb Zentimeter misst die schwarz glänzende Kunststoffbegrenzung. Unter dem Panel lugt die Lautsprecherleiste hinter einer perforierten Metallblende hervor. Der massive Standfuß mag auf dem Computerschreibtisch etwas klobig erscheinen, gibt dem Panel jedoch sicheren Halt. Auf Anschlussseite bietet Sharp das derzeitige Maximum. Drei HDMI-Eingänge dürften auch Enthusiasten aufs Erste versorgen. Zusätzlich stehen VGA-Port, YUV- Trio und zwei Scart-Anschlüsse für hochwertige Analogsignale zur Seite. Der USB- Eingang dient leider nur als Service-Kanal ? hier hätten wir uns über eine Fotofunktion gefreut.

Sharp LC-32 X 20 E

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Schnittstellen satt: Die Rückseite des 32-Zöllers lässt nichts vermissen.

Extras: Sharps Bedienmenü hat im X 20 E zahlreiche Verbesserungen erfahren. Vorbildlich: Erstmals wird dem Thema Strom sparen mit dem ?Eco?-Ordner ein ganzer Menüpunkt zugestanden. Die Stromsparmodi erfordern dabei keine Kompromisse für die Bildqualität: Es wird lediglich der Raumlichtsensor aktiviert, der in den Abendstunden die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung und damit den Stromhunger senkt. Zudem aktivieren sie Abschaltautomatismen, die den Standby-Betrieb koordinieren, sollte kein Signal anliegen. Ein echter Netztrennschalter fehlt jedoch in letzter Konsequenz.

Eltern freuen sich über die Möglichkeit, die vergangene Spielzeit im ?Game?- Modus anzeigen zu lassen. Alle halbe Stunde erinnert das Display dann daran, dass endlich Zeit für die Hausaufgaben ist. Gamer profitieren vom ?Filmmodus?, der sich in den erweiterten Bildeinstellungen versteckt. Er beschleunigt die Reaktionszeit des Displays künstlich und verhindert damit das Nachwischen von schnellen Spielegrafiken. Zudem aktiviert der Punkt ?Verbessert? einen so genannten 2:2-Pull-down für die flüssige Filmwiedergabe. Zu den originalen 25 Filmbildern von der DVD interpoliert die Elektronik 25 zusätzliche. 50- Hz- Interlace-Signale, beispielsweise vom TV-Tuner, rechnet die Schaltung zuvor in 25 progressive Bilder um. Das birgt zwar nicht den Qualitätszugewinn, der mit einem 100-Hz-Panel möglich wäre. Trotzdem gefiel dieser Modus im Test, da der Filmlook trotz flüssiger Bewegungen erhalten bleibt und Fehler nur in schnell bewegten Bildern auftreten.

Testbericht

Sharp LC-32 X 20 E
Sharp
1.300 Euro

32-Zoll-LCD-Fernseher

Weitere Details

67 Prozent

Fazit:Sharps LC-32 X 20 E erobert mit der derzeit höchsten Pixeldichte die Herzen von PC-Enthusiasten und Heimcineasten.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut
powered by
HomeVision

Bildqualität: Die eigentliche Stärke des LC-32 X 20 E liegt jedoch in seinem hervorragenden Kontrastverhalten. Senkt man das Hintergrundlicht nur auf die Hälfte, sinkt der Schwarzwert schon auf hervorragende 0,2 cd/m2. Der Helligkeitswert von 173 cd/m2 zeigt, dass das Bild trotzdem nichts von seiner Strahlkraft verliert. Der Maximalkontrast von 820:1 überflügelt den LCD-Durchschnitt um sichtbare 300 Zähler.

Auch die Abstimmung der Parameter Farbtemperatur und Gamma ist Sharp gelungen. Daraus resultiert die originalgetreue Filmdarstellung, ob von DVD oder einer HD- Disc. Die diffizile Farbstimmung der Comicverfilmung ?300? zeigt das Full-HD- Panel ohne Verfälschungen. Auch die dunklen Grau- und Grüntöne des U-Boot- Abenteuers U-571 wirken neutral.

Sharp hat die Voreinstellungen der X 20-Reihe gegenüber vergangener Modelle optimiert. Gerade die Farbtemperaturverläufe weisen signifikante Verbesserungen auf, obwohl sie noch immer nicht als optimal zu bezeichnen sind. Auch der Helligkeitsverlauf (3) ist mit 2,2 sehr gut auf die Filmwiedergabe abgestimmt. Im AV-Modus PC wird sie wie bei der Computerdarstellung üblich leicht abgeflacht. Auch das Farbsegel (5) wird sehr gut ausgefüllt ? nur im Grünbereich liegt die Messung etwas vom Optimum entfernt.

Sharp LC-32 X 20 E

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Erklärung: 1. Spektralanalyse des Weißbildes 2. Verlaufskurven der Farbtemperaturanalyse über den Helligkeitsverlauf von Schwarz bis Weiß 3. Gammakurve 4. Koordinaten des Weißpunktes 5. CIE-Farbraum 6. Farbtemperatur bei 100 IRE 7. Helligkeit bei 100 IRE

Welches Schärfepotenzial die Full-HD-Auflösung des 32- Zöllers birgt, beweisen die atemberaubenden HD DVDs der BBC-Dokumentation ?Planet Erde?. Ob aus Hunderten von Tieren bestehende Karibuzüge oder das flauschige Fell des Eisbärs - die Detailpracht auf dem Full-HD-Gerät weiß zu überzeugen. Kritik bleibt am Ende nur am zweitklassigen Deinterlacer, der immer wieder Kämme an Objekten produziert. Auf dieser Basis kann der ohnehin nicht besonders gute TV-Tuner kaum begeistern. Wer kann, weicht besser auf den DVB-T-Empfänger aus.

Tonqualität: Im Tontest überraschte die schmale Lautsprecherlippe mit klaren Höhen und sehr guter Stimmverständlichkeit. Allerdings schwankt die Qualität mit der Sitzposition, die nicht zu weit aus dem Fokus rücken sollte. Für ein Plus an Dynamik und Volumen sorgt der ?Surround?- Modus. Die ?Sprachverbesserung? im Menü spartman sich besser.

Tipps für die erfolgreiche PC-Verbindung

Wer den X 20 E mit einem Computer zusammen spielen lassen möchte, sollte einige Dinge beachten.

Die beste Qualität liefert der HDMI-Eingang. Die Verbindung zwischen der DVI-Buchse der Grafikkarte und dem HDMI des Fernsehers schafft entweder ein Adapter oder ein HDMI-DVI-Kabel. Unter den HDMI-Eingängen eignet sich der ?EXT 6? am besten, da er über seine Klinkenbuchse zusätzlich analoge Audiosignale von der Soundkarte des PCs entgegennehmen kann. Für die passenden Bildeinstellung liefert Sharp den AV-Modus ?PC?. Wichtig ist nur, den Schärferegler zusätzlich nach unten zu drehen, da sonst Doppelkonturen die Bildqualität beeinträchtigen.

DVI-Kabel von Oehlbach

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Ein DVI/HDMI-Kabel, wie hier von Oehlbach, überträgt das Bildsignal vom PC zum Fernseher

Die Auflösung des PCs stellt man am besten auf 1920 x 1080, um den Sharp optimal Punkt-zu-Punkt ?anzusprechen. Ruckeln Anwendungen, vor allem Spiele mit dieser Auflösung, zu stark, kann man auf 1280 x 720 Pixel ausweichen. Ältere Spiele unterstützen oftmals aber keine Widescreen-Auflösungen, es stehen dann beispielsweise maximal.

Widescreen-Auflösungen, es stehen dann beispielsweise maximal 1280 x 1024 zu Wahl. Das Bild wird unter Umständen gar nicht oder im falschen Format angezeigt. Ist dies der Fall, sollte eine Verbindung über die VGA-Buchse des Fernsehers Abhilfe schaffen, da sie die geläufigen PC-Auflösungen versteht.

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Sharp LC-32 X 20 E
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