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Testbericht

Highend-Grafikkarten im Test

PC Magazin


Michael Holzhey

8. Mai 2008

Inhaltsverzeichnis 2/2

AMD/ATI Radeon 3870X2

Die AMD/ATI 3870X2 wird für zirka 300 Euro angeboten und ist daher nur für High-End- Gamer interessant. Verbaut sind stolze 1,332 Milliarden Transistoren auf der gesamten Karte, die sich im Gegensatz zur 9800GX2 (zwei PCBs) auf zwei GPUs auf einer PCB aufteilen. Wie auch die GX2 ist die Karte 27cm lang und eingebaut blockiert die X2 zwei Slots auf dem Mainboard. Daher sollte man vor dem Kauf unbedingt prüfen, ob die Karte überhaupt ins Gehäuse passt.

Ausgestattet wird die 3870X2 mit zweimal 512 MByte GDDR3-Grafikspeicher, der mit 900 MHz (1800MHz DDR) getaktet wird. Dieser Speicher wird wie auch bei der 9800GX2 jeweils über ein 256bit Interface angebunden. Dadurch ergibt sich eine theoretische Speicherbandbreite von 115,2 GB/s. Der Chiptakt beläuft sich auf 825MHz. Die 640 Streamprozessoren sind mit 825 MHz pro GPU getaktet. Die ATI 3870X2 unterstützt HDCP sowie HDMI, verfügt über zwei Dual-Link DVI-I und ist wie auch die 9800GX2 über PCI-Express 2.0 angebunden. Für die Stromversorgung muss ein 6-Pin- und ein 8-Pin-Stecker angeschlossen werden. Das Gewicht schlägt mit satten 955 Gramm zu Buche. Der Lüfter bleibt im Windows-Betrieb angenehm leise, aber unter Volllast röhrt er störend durch das geschlossene Gehäuse hindurch.

High-End-Grafikkarten
Bild vergrößern 216 136 http://img1.magnus.de/High-End-Grafikkarten-r216x136-C-db600d86-9449394.jpg ATIs Topmodell 3870X2 kann nicht ganz mit Nvidias schnellsten 9800er-Karten mithalten.

ATIs Topmodell 3870X2 kann nicht ganz mit Nvidias schnellsten 9800er-Karten mithalten.

Die Leistung in Spielen ist hervorragend sofern diese von beiden Karten Gebrauch machen. Unterstützen Spiele kein Crossfire, sinkt die Leistung der X2 unter das Niveau einer ATI 3870, da die beiden Karten – wie auch beim nVidia-Pendant – etwas langsamer laufen als die zu Grunde liegende Einfachkarte. Wie man in den Testergebnissen sehen kann, schneidet die 3870X2 in den meisten Messungen schlechter als die nVidia GeForce 9800GX2 ab. In manchen Spielen ist die 9800GX2 gar doppelt so schnell. Ob dieser Vorsprung 200 Euro Aufpreis rechtfertigt, muss jeder für sich selbst beurteilen.

nVidia GeForce 9800GTX

Die aufpolierte GeForce im Dual-Slot-Design löst die 8800GTX ab und unterstützt den Einsatz von bis zu drei Grafikkarten in einem Multi-GPU-System. Viel hat sich im Vergleich zur Vorgängerversion aber nicht getan: Vor allem zu nennen ist die Verkleinerung des Fertigungsverfahrens von 90 nm auf 65 nm, wodurch eine geringere Stromaufnahme, eine geringere Hitzeentwicklung und eine größere Transistordichte ermöglicht werden.

Auch was die Leistung angeht, wurde das Rad nicht neu erfunden. Lediglich im 3DMark ist ein bemerkbarer Unterschied zur 8800GTX festzustellen. Bei Call of Duty 4 liegen die beiden gleichauf. In höheren Auflösungen ist die „alte“ 8800GTX sogar schneller. Dies hängt mit der höheren Speicheranbindung und dem größeren Speicher zusammen. Die GeForce 9800 GTX verfügt über 128 Shader-Prozessoren im Unified Shader Architecture Design, angetrieben durch einen Takt von 1688 MHz.

High-End-Grafikkarten

Hohe Leistung zum niedrigen Preis: Für rund 250 Euro ist die 9800GTX ein attraktives Highspeed-Angebot.

Der eigentliche Takt des Chips beträgt 675 MHz und liegt damit 100 MHz über dem der 8800GTX. Ein 256 Bit breites Interface und 512 MByte GDDR3 mit einer Geschwindigkeit von 1,1 GHz sorgen für ein Durchsatz von bis zu 70,4 Gigabyte pro Sekunde. Für die nötige Stromversorgung müssen zwei 6 Pin PCI-Express-Anschlüsse vorhanden sein.

Fazit: Die Dual-GPU-Karten, seien sie von ATI oder nVidia, haben ein großes Manko und zwar die Skalierung. Unterstützen Spiele keine Multi-GPUs, laufen die Karten auf dem Niveau einer Midrange-Grafikkarte. Die meisten Spiele unterstützen aber die neuen Flaggschiffe und es kommen immer mehr hinzu. Geht es rein nach der Leistung, ist die GeForce 9800GX2 derzeit das Maß aller Dinge. Um der König auf der nächsten LAN-Party zu sein, zahltman aber dann auch einen königlichen Preis. Deutlich billiger ist hier die Top-Karte von ATI. Das reicht allerdings nicht, um wenigstens den Preis-Leistungs-Sieger zu stellen. Den hat sich die GeForce 9800GTX gesichert. Sie kostet „nur“ 250 Euro und bietet eine gute Leistung. Noch besser schneidet sie ab, wenn man ein Vidia-Mainboard mit SLI-Anschlüssen besitzt. Im Verbund kosten zwei 9800 GTX so viel wie eine nVidia 9800GX2, bieten aber noch mehr Leistung. Und fallsman doch noch einmal ein Spiel ohne Multi-GPU-Unterstützung erwischt, hat man immerhin eine bessere Leistung als mit allen anderen Karten.

Geforce 8800GTX GeForce 9800 GTX GeForce 9800 GX2 GeForce 8800 GTS 512 Radeon 3870X2
Grafikchip G80 G92 G92-450 G92 R680
Baugröße 90nm 65nm 65nm 65nm 55nm
Transistoren ca. 681 mio. ca. 754 Mio. 2x 754 Mio. ca. 754 Mio. 2x 666 Mio
GPU-Takt 575 MHz 675 MHZ 600 MHz 650 MHZ 825 MHz
Processor Cores 128 128 2x 128 128 2x 320
Shadertakt 1350 MHz 1688 MHZ 1500 MHz 1625 MHz 825 MHz
Speichergröße 768 MB 512 MB 2x 512 MB 512 MB 2x 512
Speicherart GDDR3 GDDR3 GDDR3 GDDR3 GDDR3/GDDR4
Speichertakt 1800 MHz 2200 MHz 2x 2000 MHz 1940 MHz 1800 MHz
Speicherinterface 384 Bit 256 Bit 2x 256 Bit 256 Bit 2x 256 Bit
Speicherbandbreite 86400 MB/s 70400 MB/s 128000 MB/ 62080 MB/s 115200 MB/s
Shadermodel 4.0 4.0 4.0 4.0 4.1
Pixelfüllrate 13800 MPix/s 10800 MPix/s 19200 (2x 9600) 10400 MPix/ 26400 (2x 13200)
Texelfüllrate 36800 MTex/s 43200 Mtex/s 76800 (2x 38400) 41600 MTex/ 26400 (2x 13200)
Stromverbrauch 145 Watt 156 Watt 197 Watt 140 Watt 190 Watt
Schnittstelle PCIe 1.0 PCIe 2.0 PCIe 2.0 PCIe 2.0 PCIe 2.0
Verkaufspreis ab 215 Euro ab 250 Euro ab 490 Euro ab 190 Euro ab 300 Euro





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