Testbericht

T+A Music Player

Der Music Player von T+A pfeift auf Klassendenke. Er schaut aus wie ?HiFi?, er fasst sich so an, ist aber ein multimedialer Tausendsassa, der das Zeug hat, Musikfreunde in aller Welt und audiophile Naturen zu begeistern.

T+A Music Player

© Archiv

Der Herforder hat gute Chancen, die HiFi-Welt zu erobern

Fast fürchtete man um den Standort Deutschland, Innovationen kamen ja überwiegend aus den USA und Fernost. Da präsentiert im Mai eine kleine aber feine HiFi-Schmiede aus Herford zur High-End-Messe in München ein Gerät, das es in dieser Form noch nie gab. Ein Gerät, das HiFi-Enthusiasten wie Ingenieuren strahlende Gesichter bescherte. T+A gelang mit dem jetzt zur Serienreife herangewachsenen ?Music Player?, worum sich viele Hersteller aus dem Computersegment bisher vergeblich mühten. Ziel war es, die Netzwerkmedien aus der Computerecke herauszuholen, die bei audiophilen Geistern ohnehin einen zweifelhaften Ruf genießt.

T+A Music Player

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Der Herforder hat gute Chancen, die HiFi-Welt zu erobern

Schon auf den ersten Blick wirkt der Music Player als nichts anderes als eine solide HiFi-Komponente: typisches Rastermaß, robustes Metallgehäuse, bekannte Bedienelemente, wie es High-Ender lieben. An der Front weist nichts weiter als eine SCL benannte Taste auf Ungewöhnliches hin. Erst der Blick hinter das Gerät zeigt für HiFi ungewöhnliche Optionen. Neben Cinchbuchsen und digitalen Ein- wie Ausgängen finden sich dort wie selbstverständlich eine Antennenbuchse für UKW, ein Ethernetanschluss, eine Verbindung zur Wireless- LAN-Antenne, wie eine serielle Schnittstelle, ein iPod- und ein USB-Anschluss. Spätestens jetzt offenbart der T+A multimediale Ansprüche und Fähigkeiten. Der kann nämlich neben Internetradio auch auf das heimische Netzwerk mit und ohne Kabel zugreifen, Musikdateien von dort, von einer NAS-Festplatte (Network Attached Storage) oder vom USB-Stick in allen gängigen Formaten (MP3, AAC, WAV etc.) abgreifen und über seine feinen D/A-Wandler zu Gehör bringen, den Lieblingssender, so er nicht im weltweiten Netz zu finden, via UKW empfangen, CDs in formidabler Qualität über sein bemerkenswert solides Laufwerk wiedergeben und sogar, was nicht von außen erkennbar ist, die Musik über einen internen Vorverstärker an Aktivboxen oder externe Endstufen ohne Umwege weitergeben. So wird der Music Player praktisch zu einer autarken Anlage fürs Arbeits- oder Schlafzimmer.

Der Clou aber ist besagter Zugriff auf Musikdateien, die auf einer externen Festplatte oder einem Server gespeichert wurden. Geschieht das ohne Datenreduktion in verlustfreien Formaten wie WAV, FLAC oder Ogg besänftigt das selbst audiophile Geister, unter denen sich längst herumgesprochen hat, dass Festplatten hörbare Klangvorteile gegenüber CD-Laufwerken bieten können.

Auch wir nutzen im Testalltag neben dem Burmester-Referenzplayer einen getunten Yamaha-Festplattenrecorder für die Hörtests. Der Klang von der Platte ist fast immer ausgewogener, wirkt ruhiger und natürlicher. Das galt auch für den T+A, dessen Klang von der CD bereits hochdynamisch, im positiven Sinne forsch im Antritt und feinzeichnend in den Höhen war, dass die Redaktion beschloss, den Music Player auch in der Rubrik CD-Player zu führen. Doch von der externen Platte gefüttert, legte der Spieler noch spürbar zu, da erklang ein Konzertflügel gewichtiger, untere Register schwärzer, dabei selbstverständlicher differenziert als via CD.

T+A Music Player

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Wo der Music Player auch steht, via Internet serviert er immer Ihren Wunschsender

Die Wiedergabe strahlte bei aller Lebendigkeit stets Homogenität und Ruhe aus. Keine Widersprüche für den T+A. Mit CD rangiert der Music Player knapp hinter seinen großen Brüdern der R-Serie aus gleichem Hause, über Festplatte schließt er auf: eine Sensation. Und die nächste bahnt sich an: Nach einem Firmware-Update soll der Player auch hochauflösende Formate bis 24 Bit 96 kHz beherrschen können.

Aber auch in der anti-audiophilen Gegenwelt fühlte sich der Herforder sichtlich wohl. Denn was er aus den MP3-Files von unserem Testnetzwerk zauberte, schafften viele der - zugegebenermaßen preiswerteren - Mitbewerber nicht einmal mit identischer, als WAV-Datei gespeicherter Software. Das brachte dem Tausendsassa einen deutlichen Klangvorsprung beim Internetradio.

Klingen viele Stationen wegen ihrer äußerst begrenzten Bandbreite schon quäkig, gab der Music Player diese immerhin noch akzeptabel wieder; Sender mit hoher Datenrate dagegen tönten so differenziert, klar und lebendig, dass man kaum auf die Idee kommen konnte, dass keine CD spielte. Selbstredend entscheidet die Ausgangs( daten)lage über die Qualität, doch darf das spätere Processing im Wandler nicht unterschätzt werden. Hier leistet der T+A ganze Arbeit. Wie auch in der Bedienung, einmal konfiguriert (selbst das gelingt einfach)?, unterscheidet sich der tägliche Umgang mit dem Music Player wenig von einem klassischen CD-Spieler, nur dass es erheblich mehr Funktionen gibt, die über die Tasten stets bequem erreicht werden.

Testbericht

T+A Music Player
T+A
2.000 Euro

Netzwerkplayer, UKW-Empfänger, WLAN-fähig

Weitere Details

Sehr guter Klang mit MP3, fantastisch mit CD und besonders mit WAV

Preis/Leistung
gut
Testurteil
sehr gut

Mit dem Music Player gelingt der feinen deutschen High-End-Schmiede T+A das, wovon die Computerindustrie bislang träumte. Fernab vom Plastik-Image eines Rechners bringt der Music Player die Vorteile des Internets und externer Speicher mit den hohen Qualitätsansprüchen der HiFi-Freunde unter einen Hut. Ein großer Wurf.

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