Testbericht

Surround-Verstärker im Test

Denon, Pioneer und Yamaha sind die großen Drei in Sachen Heimkino. Erstmals schicken sie ihre AV- Giganten in einen Dreikampf, aus dem letztlich ein Amp wie ein Turm herausragt. Welcher, verrät der folgende Vergleichstest.

Test High-End: Surround-Verstärker

© Roland Seibt, Stefan Schickedanz

Die Testkandidaten von unten nach oben: Pioneer, Denon, Yamaha.

Kein Test wie jeder andere. Warum? Treue Video-Leser kennen den einen oder anderen, vielleicht gar alle drei AV-Boliden, die wir hier zeigen bereits. Nun aber gibt es mit der Verschmelzung von Video und HomeVision eine neue Bestenliste, mit etwas anderen Kriterien und anderen Gewichtungen (mehr darüber erfahren Sie in unserem Fokus im Artikel [int:article,78593/]), in der die Geräte ihren Platz finden sollen. Auch möchten HomeVision-Leser sicher gerne wissen, wo diese Giganten rangieren. Grund genug für uns, die drei wichtigsten Surround-Amps erstmals direkt gegeneinander antreten zu lassen.

Der AVC-A 1 von Denon genießt zu Recht schon Kultstatus, konnte er sich doch schon vor geraumer Zeit an der Spitze vieler Bestenlisten etablieren. Denon betrieb stets Modellpflege und integrierte in den AVC-A 1 HD einen Decoder für hochauflösende HD-Tonformate von Dolby und DTS. Yamaha setzte kürzlich mit dem DSP-Z 11 ebenfalls ein Zeichen und den Pioneer Susano SC-LX 90 kennen Video-Leser aus der letzten Ausgabe als hoch dekorierten Surround-Verstärker-Helden. Der heizt das Wettrennen um die Vormachtstellung im prestigeträchtigen oberen Preissegment aufs Neue besonders an. Rund 100 Kilogramm Metall und modernste Halbleiter-Technik trafen damit im Testlabor zum großen Showdown aufeinander.

Test High-End: Surround-Verstärker

© Roland Seibt, Stefan Schickedanz

Denon: Die Entwickler des AVC-A 1 HD vertrauen auf einen stattlichen, gekapselten Ringkerntransformator.

Die Inbetriebnahme entpuppte sich - ungeachtet der üppigen, sowohl auf der Audio-als auch auf der Video-Seite auf die Spitze getriebenen Ausstattung - bei weitem nicht so schweißtreibend, wie das Auspacken der Schwergewichte. Im Gegenteil: Mancher 800-Euro-Receiver verursacht mehr Kopfzerbrechen und tiefere Blicke in die Bedienungsanleitung als die drei dicken Freunde.

Denon und Yamaha verwöhnen ihre Besitzer mit übersichtlichen, intuitiv erfassbaren farbigen 3-D- Bildschirm-Menüs, was vor allem beim Grund-Set-up der Lautsprecher erhebliche Erleichterung bringt. Der Pioneer hat bis auf seinen aus zwei Vorschlägen wählbaren Screen-Background zwar wenig Aufregendes zu bieten, bleibt aber ebenfalls sehr übersichtlich und besitzt sogar einen gut ablesbaren Farbbildschirm auf der Frontplatte. Vor allem in Verbindung mit Beamern ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Denn einzustellen gibt es eine Menge. So lassen sich bei allen dreien die Eingänge sehr flexibel verschiedenen Bild- und Tonquellen zuordnen. Zudem verfügen alle Geräte über einen Netzwerkanschluss, der Denon wahlweise sogar über WLAN.

Testprofil

DenonAVC-A 1 HD
www.denon.de
5.500 Euro

Surround-Verstärker

Weitere Details

88 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Viele Klangkorrekturen

Alle Kontrahenten messen sich mit ihren serienmäßigen Mikrofonen selbst ein, sofern der Besitzer lieber der Technik vertraut. Die in dieser Klasse besonders aufwendigen Systeme versprechen obendrein noch gezielte Korrekturen der Raumakustik. Der Pioneer hält sogar gezielt nach stehenden Wellen ausschau. Wer die Frequenzgangskorrekturen abschalten will oder die Einstellungen der Klangregelung checken will, muss dazu tief in die Menüs eintauchen. Das betrifft alle Hersteller gleichermaßen, die ihren Boliden noch allerlei zuschaltbare Effekte spendieren.

Mit steigendem Ausstattungsumfang nimmt wegen der meist nur noch via Menüsteuerung erreichbaren Zusatzfunktionen die Wahrscheinlichkeit zu, dass der Benutzer nicht das ganze Potenzial seines Über-Amps abruft. Dagegen lässt sich argumentieren, dass die Klasse über 5.000 Euro sich an den Ansprüchen von erfahrenen Freaks orientiert. Das zeigt sich ganz besonders an den möglichen Lautsprecher- Konfigurationen. Hier betreibt Yamaha den größten Aufwand, denn der Z-11 ermöglicht 9.1-Wiedergabe durch zusätzliche "Presence-Kanäle". So einen Amp in einem normalen Wohnzimmer zu betreiben, wäre so angebracht wie einen Ozeandampfer im Starnberger See kreuzen zu lassen.

Was die Boliden noch alles leisten, erfahren Sie auf Seite 2...

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