Subwoofer

Bowers & Wilkins DB1 im Test

Schon ohne Korrekturmessung klingt der DB1 erstklassig sauber und souverän. Kann der Subwoofer durch die Einmessfunktion noch eine Schippe drauflegen?

B&W DB1

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

B&W DB1

Pro

  • sagenhafte Souveränität dank hohem Pegelpotenzial
  • rekordverdächtiger Tiefgang

Contra

93,7%

Der B&W DB1 muss erst einmal in den Hörraum gewuchtet werden: 44 Kilogramm bringt der Ausnahme-Woofer auf die Waage. Zwei 30er-Bässe Rücken an Rücken sowie das massive Gehäuse machen das Gros der Gesamtmasse aus. Dabei hat die gespiegelte Bass-Anordnung durchaus hörenswerte Vorteile: Die auf das Gehäuse wirkenden Abstoßkräfte der Chassis gleichen sich aus, sodass die Behausung ruhiggestellt ist. Außerdem garantiert dieser Kräfteausgleich, dass der Subwoofer auf der Stelle bleibt und nicht umherwandert.

Nicht weniger als 1.000 Watt Verstärkerleistung stehen den beiden Treibern zur Verfügung, um satte 111 Dezibel Maximalpegel zu erzeugen und bis zu rekordverdächtigen 16 Hz zu intonieren. Alle wichtigen Funktionen inklusive EQ-Presets lassen sich per Tipptaster am Woofer steuern, die Einmessung erfolgt dagegen über einen PC. Mikrofon und USB-Soundkarte sind dafür im Lieferumfang enthalten. 

B&W DB1, subwoofer, lautsprecher

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Neben einem XLR-Eingang sind im Sockel sowohl ein LFE-Eingang als auch ein Stereo-Line-Eingang untergebracht. Via RS-232- Schnittstelle kommuniziert der Brite mit dem SubApp- Programm auf dem PC.

B&W DB1: Einmessfunktion

Mit dem Programm SubApp für Mac und PC ist das Einmessen leicht zu bewältigen: Nachdem alle Verbindungen zum DB1 hergestellt sind und die Sub-App eine funktionierende Verbindung zum Basswürfel anzeigt, wählt man den Reiter Room Compensation

B&W DB1, subwoofer, lautsprecher

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Der B&W DB1 zeigt dank Doppelbass vor und nach der Einmessung die gleiche ausgeglichene Übertragungsfunktion.

Mit einem Häkchen bei Room EQ darf die Room Compensation Routine gestartet werden. Man wird nun aufgefordert, das mitgelieferte Mikrofon am bevorzugten Hörplatz auf Ohrhöhe zu positionieren. Bestätigt man die Vorgabe, so startet ein Sinus-Sweep und die Übertragungsfunktion wird analysiert. Sieben weitere Messungen an entsprechend vielen möglichen Hörpositionen folgen.

Diese Vorgehensweise zahlt sich aus: Würde man lediglich an einem Hörplatz messen, so würde die Analyse möglicherweise extreme Pegelschwankungen feststellen und diese korrigieren. Damit würden Unzulänglichkeiten dieser einen Übertragungsstrecke korrigiert, die an anderen Hörplätzen möglicherweise gar nicht auftreten. 

B&W DB1, subwoofer, lautsprecher

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Die Senke bei 40 Hz ist durch die Raumgeometrie bedingt; gute Einmesssysteme gleichen dieses Schalldruckminimum nicht aus.

B&W DB1: Hörtest

Schon ohne Korrekturmessung klingt der Brite erstklassig sauber und souverän. Die beiden 30er-Bass-Chassis haben im Action-Spektakel X-Men richtig was zu tun. Doch wie locker sie die Druckwellen in den Hörraum pumpen, ist mehr als beeindruckend. Das Tiefbasspotenzial scheint nach unten keine Grenzen zu kennen - kein Wunder mit einem -3-dB-Punkt von 16 Hertz. Der Vergleich mit und ohne Einmessung ist gut hörbar. Interessanterweise fällt die Power des Subwoofers in Szenen mit brachialer Explosivität weniger auf als etwa bei Filmmusik und ähnlich "geordneten" akustischen Verhältnissen.

Dieses Bild bestätigte sich beim zweiten Hördurchgang im 2.1-Modus. Wir kramten diverse CDs mit hohem Bassgehalt aus dem Regal. Joy Denalanes Live-Album und vor allem Peter Wenigers Legal Paradizer treiben Tiefton-Übertrager gerne an ihre Grenzen. Der satte E-Bass klingt ohne Korrektur eher schwammig und verdeckt den Rest des Tieftongeschehens, resonanzbereinigt dagegen sind die Saiten deutlich voneinander zu trennen, kein Tonbereich wummert oder spielt sich in den Vordergrund. Sagenhaft! Besser geht's kaum.

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