Auch ohne Echtgeld-Lootboxen schwierig

Star Wars: Battlefront 2 im Test – Viel versprochen, wenig gehalten

Mit Star Wars: Battlefront 2 will EA dort drauflegen, wo der an sich gute Vorgänger schwächelte. Der Plan geht leider nicht auf, wie der Test zeigt.

Star Wars: Battlefront 2 im Test

© starwars.com

Star Wars: Battlefront 2 im Test
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Pro

  • Tolle Grafik
  • Hervorragende Atmosphäre
  • Grandioser Sound

Contra

  • Lootboxen-System im Multiplayer
  • Viele nervige Detailfehler

Fazit

Star Wars: Battlefront 2 ist ein netter Shooter in tollem Gewand. Mehr leider nicht.
Vielversprechend

Star Wars: Battlefront 2 bietet im Gegensatz zum Vorgänger eine Singleplayer-Kampagne. Und diese knöpfen wir uns im Test auch als erstes vor.

Star Wars: Battlefront 2 im Test – Die Kampagne

Die Kampagne von Star Wars: Battlefront 2 verspricht, die Lücke zwischen Episode 6 und 7 der Star-Wars-Sage zu schließen. Größtenteils schlüpfen wir dazu in die Haut von Iden Versio, einer Soldatin des Imperiums. Sie ist die Anführerin des sogenannten Inferno Squad. Als sich während der Schlacht von Endor der Imperator inklusive seines Todessterns in Rauch auflöst, wird ihre heile Welt jäh zerstört. Jetzt soll Iden zum Gegenschlag gegen die Rebellen ausholen. Das klingt erstmal ziemlich gut, denn die böse Seite kann in einem Spiel ja durchaus ihren Reiz haben.

Schade nur, dass die Entwickler sich zu wenig Mühe gegeben haben. Die Zwischensequenzen sind zwar wirklich ein Hingucker, doch es fehlt der Kampagne an Spieltiefe. Vor allem die Identifikation mit den Spielfiguren funktioniert nicht. Wir wechseln immer mal die Perspektive und sind beispielsweise auch mal mit Luke Skywalker unterwegs. Wirklich mitreißend wird es aber so gut wie nie.


Die Singleplayer-Levels bauen zudem komplett auf den Multiplayer-Maps auf. Eigens für den Singleplayer entwickelte Umgebungen? Fehlanzeige. Hinzu kommt, dass die Baller-Sequenzen schon fast an Call of Duty erinnern – allerdings noch eine Stufe stupider. Welle um Welle an Gegnern greifen uns an und wir müssen uns dieser erwehren. Selbst Knöpfe drücken müssen wir nur selten. Meist können wir Levels mit Schüssen auf Gegenstände abschließen. Auch die Raumkämpfe überzeugen nicht, zumindest in der Kampagne.

Star Wars: Battlefront 2 im Test

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Zwar sieht das ganze Geschehen dank Frostbite Engine zum Niederknien aus, aber was nutzt die schönste Fassade, wenn sich dahinter so viele lieblose Umsetzungen verbergen?

Star Wars: Battlefront 2 im Test – Der Multiplayer-Modus

Auch hier gilt: Wow! Sieht das gut aus! Denn die Entwickler wissen die Frostbite Engine wirklich einzusetzen. Die Kulisse ist tatsächlich einmalig und lässt uns ein ums andere Mal die Kinnlade gen Boden sausen. Vor allem im Modus „Galaktischer Angriff“, wenn 40 Spieler aufeinander losgehen, ist die Atmosphäre tatsächlich einmalig. Dazu kommt der Sound aus den Filmen, wuchtig inszeniert, die Waffen- und Fahrzeugmodelle aus nahezu allen Epochen der Saga und natürlich die entsprechenden Schauplätze sowie Helden. Von letzteren gibt es 14 an der Zahl. Der schiere Umfang von Battlefront 2 ist also enorm und übertrifft den des Vorgängers bei weitem.

Schade ist nur, dass der Dolby Atmos-Support aus dem Vorgänger für die PC-Version gestrichen wurde. Immerhin können entsprechende Besitzer aber 4K inklusive HDR einstellen.

Im Multiplayer nervt weiter, dass es in Details an Sorgfalt zu fehlen scheint. So können wir beispielsweise nicht selbst entscheiden, auf welcher Map wir spielen wollen. Die Filterfunktion fehlt schlichtweg. Wir können allein den Spielmodus festlegen. Das war es. Im Spiel selbst können wir aus vier Klassen wählen. Der Assault, der schwere Truppler, Offizier und Spezialist. Der Assault liebt Wummen und alles was in die Luft fliegt. Der Truppler kümmert sich um große Kanonen, der Offizier bedient Geschütztürme und heilt die Kollegen, während der Spezialist mit einem Sniper vergleichbar ist.

Alle Klassen lassen sich aufwerten. Doch hier kommt das große „Aber“. Denn ein gezieltes Levelling ist quasi nicht möglich. Weil wir zufällig generierte Lootboxen für im Spiel erkämpfte Credits kaufen müssen. So erhalten wir im Zweifel Verbesserungen für Klassen, mit denen wir gar nicht oder nur selten spielen. Wir können zwar selbst die sogenannten Sternenkarten mit bestimmten Crafting-Materialien zusammenbasteln, doch auch diese lassen sich nur mithilfe von Lootboxen sammeln. Und natürlich sind diese wieder zufallsbasiert generiert. Das nervt. Und zwar ganz gewaltig. Dieses System erinnert an die zahlreichen Free-2-Play-Spiele, die es auf dem Markt gibt. Außer, dass wir für Battlefront 2 den vollen Preis zahlen müssen. Immerhin wurde das Echtgeld-System mittlerweile wieder abgeschaltet, bei dem wir Boxen mit Geld kaufen können. Zumindest vorerst. Dann nämlich wäre Battlefront 2 zum reinen Pay-2-Win-Game geworden.

Star Wars: Battlefront 2 im Test

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Noch so ein Unding? Sterben wir einmal, spawnen wir immer am ursprünglichen Eintrittspunkt. Wir können nicht beim Teammate spawnen. Schade. Auch der Respawn-Bildschirm ist einfach nur langweilig. Wir schauen einfach nur einem Counter zu. Das war es. Hinzu kommt, dass es an Teamplay-Förderung fehlt. Als Offizier bekommen wir zum Beispiel keine Belohnung dafür, angeschossene Kameraden zu heilen. Wirklich schade, denn prinzipiell macht Battlefront 2 schon Spaß – vor allem die Online-Raumschlachten haben die Entwickler gut hinbekommen.

Star Wars: Battlefront 2 im Test – Fazit

Man hatte sich viel vorgenommen für Battlefront 2. Allerdings hapert es an vielen, vielen Details. Die Singleplayer-Kampagne ist nicht viel mehr als Moorhuhn in wirklich wunderschönem Gewand. Und im Multiplayer-Modus ist man von Entwickler Dice einfach anderes gewöhnt (Stichwort: Battlefield). Vor allem der Einsatz der Lootboxen vergrätzt viele Spieler.

Star Wars Battlefront 2 Gameplay Trailer

Quelle: Electronic Arts
(2:00 min Englisch)

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