Testbericht

Spieletest "World of Goo"

Frische Ideen statt abgestandenem Einerlei, tonnenweise Spielwitz statt Bombastgrafik-Blendwerk. World of Goo ist ein Spiele-Meilenstein des Jahres 2008 - obwohl es sich nur um eine kleine Knobelei handelt.

  1. Spieletest "World of Goo"
  2. Teil 2: Test World of Goo
Test World of Goo

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World of Goo besticht nicht nur durch ein faszinierendes Konzept, sondern auch durch seine originelle Grafik.
Test World of Goo

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Der gelbe Stachel-Goo hat in diesem kniffligen Level leider seinen einzigen großen Auftritt.

Frische Ideen statt abgestandenes Einerlei, tonnenweise Spielwitz statt überflüssigen Bombastgrafik-Blendwerks. World of Goo ist ein Spiele-Meilenstein des Jahres 2008 - obwohl es sich nur um ein kleine Knobelei handelt.

Eins vorweg: Der Titel ist hier noch mit Abstand das Gewöhnlichste. World of Goo (Goo steht für Schleim, Glibber, Schmiere) präsentiert sich ansonsten als völlig eigenständiges, eigenwilliges, mitunter sogar eigentümliches Kleinod weitab üblicher Spielekonventionen.

Gehirnarbeit statt Geldanlage

Kein Wunder, dass ein zunehmender Hype das Spiel umgab. Zumal es sich auch noch um einen im besten Sinne klassischen Independent-Titel abseits des schnelllebigen Kommerzes handelt. Hier wurden keine Abermillionen Dollar in schicke 3D-Engines versenkt; World of Goo lebt von den Ideen und Einfällen seiner gerade mal drei Macher, die bis hin zur schrulligen Webseite eine gewisse Kauzigkeit pflegen.

Die Grundidee: Sie packen sich per Mausklick umherwuselnde Schleimbälle und platzieren sie anschließend in der Nähe eines Kugel-Kollegen. Dadurch verbinden die sich automatisch mittels "Schleimfäden" untereinander. So bauen Sie Türme und andere Konstrukte - Ziel ist es, damit ein Rohr zu erreichen, das die losen Bällchen absaugt. Zum Bewältigen der Level ist eine vorgegebene Anzahl abgesaugter Goos nötig.

Grüße an den Brückenbauer

So wirklich sensationell neu ist das zugrunde liegende Konzept dabei nicht. Es erinnert in seinen Grundzügen stark an den Bridge Builder, wo es mittels Eisenträger samt Belastungs- und Physikberechnungen ebenfalls darum geht, Distanzen einsturzfrei zu überbrücken. Dessen sind sich die Entwickler aber durchaus bewusst und gehen mit einem Augenzwinkern damit um. Sie haben sogar absichtlich einen besonders ähnlichen (und schwierigen) Level eingebaut und diesen mit "Ode to the Bridge Builder" betitelt.

Testergebnisse

World of Goo
Knobelei
ca. 16 Euro

2D Boy

Weitere Details

Gesamtwertung

5/5
sehr gut

Für erste Abwechslung sorgt neben der spritzigen Levelgestaltung die beliebte Spezies "Sonderfähigkeiten". Zum normalen Glibber gesellen sich nach und nach Kugeln mit ausgesuchten Qualifikationen dazu. Sie sind stabiler, lassen sich zu einer Kette verknüpfen, brennen bei Berührung mit Feuer oder explodieren gar. Trotzdem würde der schlichten Schleimkugel-Stapelei damit auf Dauer die Luft ausgehen. Dessen waren sich die Entwickler bewusst und steuerten gezielt dagegen.

So wird im Laufe der fünf Kapitel das Grundkonzept nach und nach verlassen. Da bauen Sie dann nur noch selten (oder nur in bestimmten Levelteilen) noch Schleimballtürme. Ansonsten werden die Kugeln verschossen oder Sie hantieren mit Steinblöcken und Luftballons. Oft geht es darum, Ihren Kügelchen mit allerlei Mitteln den Weg zum Ziel frei zu räumen. Dem puristischen Anfangs-Spielgefühl kommt das nicht unbedingt zu Gute, der dauerhaften Motivation dafür umso mehr. Damit zusammen hängt die Gestaltung der einzelnen Abschnitte und Aufgaben.

Test World of Goo

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Hier müssen Sie mit grünen Goo-Bällen zwei Türme hochklettern - Gewicht und Reibung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, warum World of Goo von der ersten bis zur letzten Minute schleimisch viel Spaß macht.

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