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Testbericht

Spieletest: "Crush 3D"

PC Magazin


teleschau - der mediendienst

5. Januar 2012

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wer "Crush 3D" spielt, bekommt dank der ständigen Dimensionssprünge vom Flachen in die Tiefe eine andere Sicht der Dinge. Segas 3DS-Neuauflage eines beliebten PSP-Knobeltitels profitiert obendrein gehörig von den stereoskopischen Fähigkeiten der Nintendo-Hosentaschenkonsole.


Die Geschichte vom Jungen Danny, der für den befreundeten Dr. Doccerson als Versuchskaninchen herhalten und nach misslungenem Experiment aus seinem Unterbewusstsein ausbrechen muss, ist nur simples Mittel zum innovativen Zweck. "Crush 3D" ist ein äußerst skurriles Gedankenspiel, bei dem die zweite und dritte Dimension lediglich einen Knopfdruck voneinander entfernt liegen. Gewaltige Blöcke werden durch das muntere Perspektiven-Hopping flugs zu Flächen, Ebenen zu Turmbauten und scheinbar unüberwindbare Abgründe zu einer sicheren Passage. Das alles klingt zunächst ziemlich irre und unverständlich, erschließt sich einem aber nach dem witzigen Tutorial, das in die herrlich verschrobene Spielmechanik einweiht.

Dannys Hirnwindungen und Gedanken sind eine Ansammlung von Klötzchen vor Großstadtkulisse, die sich aus allen möglichen Perspektiven betrachten lassen. Doch irgendwann kommt der Morgenmantelträger mit seinem Gehopse nicht mehr weiter. Dann sollte er "Crushen", sprich: die Szenerie im jeweiligen Blickwinkel einstampfen. Und plötzlich liegen des Rätsels Lösung, der Level-Ausgang oder eine vorher unerreichbar scheinende Murmel zum Greifen nahe. Ein konkretes Beispiel: Stapeln sich neben Danny mehrere große Blöcke, kann der Spieler mit dem Digi-Kreuz schlicht in die Vogelperspektive wechseln und die Welt plattdrücken. Schon ist der Höhenunterschied verschwunden ...

Puzzle-Profis fühlen sich unwillkürlich an Sonys Escher-inspirierte Schatten- und Blickwinkel-Spielerei "Echochrome 2" erinnert, bei der man weit voneinander entfernte 3D-Elemente durch die Regulierung des Licht-Einfalls auf eine gemeinsame Schatten-Ebene eindampft. Anders als "Echochrome 2" wird das Spielgeschehen bei "Crush 3D" aber nicht künstlerisch-medidativ, sondern vielmehr schrill, bunt und kindgerecht präsentiert. Trotzdem machen zusätzliche Rätselbausteine wie besondere Blöcke mit unterschiedlichsten Dimensionseigenschaften (manche werden durchlässig, andere existieren nur in der Tiefe des Raums), verschiebbare Objekte und sogenannte Gedanken, die Denny beispielsweise weiter springen lassen, die launige Knobelei auch für erwachsene Gehirnakrobaten interessant. Der zunächst handzahme Schwierigkeitsgrad steigt innerhalb der über 50 Level rasant an.

"Crush 3D" ist wie sein PSP-Vorgänger zweifellos ein Titel, der die Wahrnehmung des Spielers verändert, ihn zum Umdenken zwingt und deshalb einen bleibenden Eindruck hinterlässt - was leider nur noch viel zu selten bei Computerspielen vorkommt. Und obwohl es kein ausgesprochen hübsches Spiel ist, kommen ihm die stereoskopischen Fähigkeiten des Nintendo-Minis zupass, weil sie eine zuverlässige Abschätzung von Dimensionen und Entfernungen zwar nicht entscheidend, aber immerhin angenehm erleichtern. Einziger Wermutstropfen: der Preis. 40 Euro sind für die Knobelei im Zeitalter der Download-Games dann doch ein wenig happig, zumal gegenüber dem PSP-Original nur wenige echte Neuerungen geboten werden.

Spielsysteme
System 3DS
Game
Spielname Crush 3D
Hersteller Sega
Vertrieb Sega
Genre Puzzle / Quiz
Erhältlich ab 13.01.2012
Preis ca. 45 Euro
EAN Code 5055277011780
Schwierigkeit Für Fortgeschrittene
Alter ab 0 Jahren
Multiplayer nein
Sonstiges
Bewertung Grafik befriedigend 3/5
Bewertung Steuerung gut 4/5
Bewertung Sound befriedigend 3/5
Bewertung Spielspass gut 4/5
Bewertung Gesamt gut 4/5





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