Heldenhaft gut

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe im Test

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe ist der Nachfolger zu Der Stab der Wahrheit. Superhelden ersetzen Fantasy, kann das gutgehen? Der Test.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe im Test

© Ubisoft

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe im Test

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EUR 32,97

Pro

  • Echtes Rollenspielsystem
  • Derber, gut platzierter Humor
  • Tolle Gameplay-Verbesserungen

Contra

  • Nebenaufgaben etwas repetitiv
Hervorragend

Superhelden sind angesagt. Im Kino mit Wonder Woman, in Serienform mit Iron Fist, Daredevil und Co. Klar, dass South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe sich dieses Themas annimmt. Und dennoch bleibt das Spiel im Kern eines: ein waschechtes Rollenspiel. Wir erledigen Quests, bekommen dafür Erfahrungspunkte und langsam aber sicher steigen wir im Level. Unser Test.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Gameplay

Ein echter kindlicher Superheld braucht zu allererst eines: eine eigene – am besten tragische – Hintergrundgeschichte. Zum Beispiel, die Eltern beim Sex zu erwischen. Was ist schon traumatischer als das?  Wir haben insgesamt zehn unterschiedliche Klassen zur Auswahl, die wir nach Herzenslust mit verschiedensten Kräften variieren können. Zum Beispiel mit Superfürzen. Und wer könnte uns dabei besser anleiten als Morgan Freeman höchstpersönlich, der im Rollenspiel einen Taco-Laden leitet. Generell kommt den Darmwinden in South Park eine gewichtige Rolle zu. So können wir damit beispielsweise Gegner betäuben und erhalten so einen Reaktionsbonus.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe im Test

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Generell gilt: Trotz des wirklich stupiden South Park Humors versteckt sich unter der Haube von Die rektakuläre Zerreißprobe ein ernsthaftes Rollenspiel, das im Vergleich mit dem bereits sehr guten Vorgänger ein neues, besseres Kampfsystem spendiert bekommen hat. Das erinnert jetzt an bekannte Taktik-Rollenspiele. So kommt es vor allem darauf an, seine Figuren taktisch klug auf dem „Schlachtfeld“ zu platzieren, da vor allem die Range der Skills unterschiedlich ausfallen. Das sorgt dafür, dass fast jeder Kampf sich einzigartig anfühlt. Wer hätte das bei South Park gedacht?

Und auch die Freunde, alle spielen unterschiedliche Möchtegern-Helden mit entsprechend unterschiedlichen Fähigkeiten, sind für das Vorankommen wichtig. Sie ergänzen nämlich unseren Helden hervorragend. So kann Captain Diabetes sich zum Beispiel in eine Art Hulk verwandeln.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Spielwelt

Klar, mittlerweile kennen wir South Park bereits. So ganz neu ist das Gefühl nicht, durch die Ortschaft zu laufen, die die meisten wahrscheinlich wegen der Comic-Serie kennen. Doch es macht Spaß, die ganzen kleinen Details zu finden, die die Entwickler in der relativ kleinen Spielwelt versteckt haben. Denn South Park ist proppenvoll davon.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe im Test

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Und nicht nur das ist gelungen. Auch grafisch liegt Die rektakuläre Zerreißprobe ganz weit vorne. Warum? Nicht etwa wegen der Opulenz, der High-End-Optik oder besonders vielen High-Res-Texturen. Nein. Vielmehr, weil South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe die Grafik der TV-Vorlage wie schon der Vorgänger wirklich gut trifft. So fühlen sich die rund 20 Spielstunden eher wie eine gaaaaanz lange und unterhaltsame TV-Episode an. Übrigens: Auch die Original-Synchronstimmen sind in der deutschen Fassung wieder mit an Bord.

Und das Allerwichtigste? Der Humor. Bei stupiden infantilen Späßen, die so manchem Nutzer wahrscheinlich nur ein Augenrollen entlocken, ist nicht Schluss. South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe fährt wie schon die Serie ganz große Geschütze auf und nimmt aktuelle Themen gekonnt auf die Schippe – natürlich derb. Black Lives Matter? Na klar, dabei. Rassismus, Polizeigewalt? Beide großen US-Themen werden behandelt. Und natürlich bekommt auch Donald Trump sein Fett weg.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Fazit

Wenn man das Spiel auf den ersten Blick sieht, dann begeht nahezu jeder einen Fehler. Er oder sie unterschätzt es. Und zwar maßlos. Hinter der unschuldigen Grafik-Fassade steckt nämlich ein echtes Rollenspiel mit Skills, anspruchsvollen Kämpfen und Charakterlevelling. Natürlich sind die behandelten Themen fast ausnahmslos US-bezogen. Das geht aber in Ordnung, schließlich ist South Park in den USA am populärsten und natürlich eine US-Serie. Im Vergleich mit dem Vorgänger haben die Entwickler nicht nur das Setting ausgetauscht, sondern vor allem ganz, ganz viele sinnvolle Verbesserungen vorgenommen.

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