Testbericht

Soundbar Philips HTS 8100

Mit einem neuen SoundBar will Philips verhindern, dass Flachfernseher mit flachem Ton langweilen. Zudem soll das HTS 8100 DVD auf Full-HD aufblasen. Klingt wunderbar, aber gelingt das auch?

Philips HTS 8100

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Philips HTS 8100

Das neue HTS 8100 ist zwar eine stattliche Erscheinung, duckt sich aber geschickt unter den Plasma- oder LCD-Bildschirm - vorzugsweise ab Konfektionsgröße 37 Zoll.

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Ausstattung: Philips analysierte umfangreich das Käuferverhalten und riskierte dabei sicherlich auch einen Blick auf die Konkurrenz von Yamaha, die seit einiger Zeit mit ihren Sound-Beamern beachtliche Erfolge feiert. Herauskam dabei ein schicker, schlichter schwarzer Einteiler, der von seiner Konzeption her weit näher am XSpace von Denon liegt als an den Yamahas mit ihren über 40 einzelnen winzigen Lautsprecher- Chassis. Von den sechs Chassis des HTS 8100 widmen sich je zwei dem Center- Signal und den Front- sowie Surround-Kanälen. Die Elektronik sitzt im Subwoofer und versorgt über ein verwechslungssicheres Sechskanal-Kabel die Breitband-Systeme im Hauptgerät. Ein zweites Spezialkabel stellt die Stromversorgung und Kommunikation zwischen Woofer und SoundBar her. Selbst ohne die vorbildliche Quick-Start-Anleitung vergingen nur rund fünf Minuten zwischen Auspacken und Komplettierung der Anschlüsse und weitere zwei bis drei Minuten zur Grundeinstellung des Sound-Systems.

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Narrensicher: Diese beiden Stecker kann man nicht so leicht verwechseln.

Dabei profitierte das HTS 8100 gegenüber den Mitbewerbern von Denon und Yamaha vom eingebauten DVD-Laufwerk, das neben den beiden narrensicheren Verbindungen lediglich eine HDMI-Verbindung zum Fernseher erfordert, um den Betrieb aufnehmen zu können. Besonders positiv fielen dabei die On-Screen-Menüs auf, die besonders in erschwinglichen Preisbereichen oftmals nicht über HDMI angezeigt werden. Warum man allerdings für die Bass- und Höhenreglung auf das recht großzügige Geräte-Display im Zentrum des SoundBars schauen muss, bleibt Geheimnis der Entwickler. Auch die Eingabe seiner Konfiguration geriet im Detail von der Eingabe-Logik etwas fummelig, liegt aber gegenüber üblichen AV-Receivern schon allein von der Anmutung immer noch meilenweit in Führung.

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Tore zur Zukunft: Mit Mini-Klinken-Anschluss für MP3-Player, USBEingang und Buchse für Dockingstationen für Phlips GoGear und Apple iPod heißt das HTS 8100 die neuen Medien willkommen.

Bedienung: Hinter der sanft von Motorkraft zur Seite gefahrenen Schiebetür verbirgt sich ein senkrecht stehendes DVD-Laufwerk. Eine doppelt bedämpfte Aufhängung von Laufwerk und Lautsprechern soll die unterschiedlichen Sektionen voneinander entkoppeln und sichere Abtastung garantieren. Wenn es neben HDMIOSD- Menüs noch etwas gibt, wasman in dieser Klasse nicht unbedingt erwartet, dann ist es DVD- Upscaling auf Full-HD mit 1080p. Mit dem herausragenden Bild begeisterte bereits das HTS 9100 und das HTS 8100 knüpfte mit gestochen scharfen Bildern und leuchtenden Farben an diese Tradition an.

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Schiebung! Mit Motorkraft gleitet die Türe vorm DVD-Abteil sanft zur Seite.

Klangqualität:Für den folgenden Hörtest zeigte sich der zur Wandmontage und Aufstellung auf Regalen gleichermaßen geeignete Balken etwas eigenwillig gerüstet: jede Menge Ambisound- Equalizer-Programme wie ?MTV? oder ?Action?, aber kein Defeat zum puren Hörvergnügen von Mehrkanal-DVDs. Hier gilt es ganz nach Musikrichtung und Geschmack, die richtige Einstellung zu finden. Interessanterweise ließen sich zwar nach dem Umschalten Unterschiede erkennen, doch unterm Strich kristallisierte sich ein grundlegender, positiver Eindruck heraus: Das HTS 8100 besaß recht natürliche, unaufdringliche Klangfarben und ein erfreuliches Maß an Verzerrungsarmut.

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Hängt die Latte höher: Der Sound-Balken lässt sich mit der serienmäßigen Wandbefestigung direkt unter dem Flachbildschirm anbringen.

Anders als zahlreiche Komplettsysteme spielte der SoundBar relativ mühelos ganz schön laut. Dabei spielte es keine Rolle, ob Stereo oder Surround auf dem Programm stand. Sehr harmonisch und nahtlos gelang den Holländern die Ankopplung des elektronisch entzerrten Subwoofers an die sechs Breitband-Chassis des 5.1-Systems. So wirkten etwa die Eagles Live (Geffen) sehr differenziert. Gitarren und Stimmen besaßen ihre angestammten Klangfarben, die Bässe die nötige Wucht. Dazu kam lebendiger, fein aufgelöster, für diese Klasse bemerkenswert realistischer Applaus.

Nicht nur Konzerte, auch Filme fingen an zu leben und zogen das Publikum in ihren Bann. Einzig der Raumklang- Effekt wollte sich in puncto Tiefe im Testlabor nur stabil und bis zum Hörplatz ausgedehnt einstellen, wenn man nicht so weit vom SoundBar entfernt saß und möglichst auf Ohrhöhe. An diesem Effekt änderten auch die Einstellmöglichkeiten für Positionierung des HTS 8100 im Raum, den Hörabstand und der Höhe der Anbringung relativ wenig. Aber eindrucksvolle Effekte in bestimmten Disziplinen machen ohnehin nicht den Reiz des HTS 8100 aus. Am ?Wonder-Bar? gefällt vielmehr jenes harmonische Ganze aus einfacher Handhabung, hoher Anfassqualität, sehr gutem Bild und einem sauberen, unaufdringlichen Klang ohne auffallende Schwächen.

Testergebnisse

Philips HTS 8100
Philips
1.200 Euro

Soundbar

Weitere Details

80 Prozent

Testurteil
sehr gut
powered by
HomeVision

Fazit

Philips hat Wort gehalten und das ambivalente Bild, das die ersten Ambisound- Systeme im HomeVision-Test hinterließen, nachhaltig gerade gerückt. Während es zum HTS 9100 abschließend hieß, man solle Musik am besten im Mehrkanal-Modus genießen, können wir jetzt vermelden: Sie dürfen Musik auch von der CD ruhig im Multikanal-Modus hören und in Stereo sowieso ?es macht einfach Spaß.

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