Testbericht

Sony NEX-5N - Im Test

Die NEX-5N ist neben NEX-7 das jüngste Modell aus Sonys NEX-Reihe mit Sensoren im APS-C-Format und ersetzt die äußerlich fast identische NEX-5.

  1. Sony NEX-5N - Im Test
  2. Datenblatt
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© Sony

Pro

  • Hohe Detailtreue
  • Handlich & leicht

Contra

  • Geschwindigkeit Autofokus
  • Blitz zum Aufschrauben
47,5%

Gehäuse und AusstattungNEX-5N verfügt über hochwertiges Metallgehäuse, geradlining und modern. Für die rechte Hand bietet die Kamera eine Ausbuchtung, die raue Oberfläche vermittelt ein ordentliches Haltegefühl.

Sony setzt auf den firmeneigenen 16-MP-Sensor im APS-C-Format (Sensorgröße 23,5 x 15,6 mm). Die NEX-5N gibt es in den Farben Schwarz und Silber, sie schafft zehn Bilder in der Sekunde bei Serienaufnahmen, allerdings nur für drei Bilder in Serie. Die NEX-5N verfügt über USB- und HDMI-Ausgang.

Dem aktuellen Trend zur "Bildbearbeitung" in der Kamera folgend hat dieses Modell diverse Filter an Bord, die den Spieltrieb befriedigen und die spätere Bildbearbeitung am PC ersparen sollen. Wer auf Qualität Wert legt, verzichtet allerdings auf Spielereien und fotografiert im verlustfreien RAW-Format.

Bildergalerie

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Galerie
SYSTEMKAMERAS

Sony bietet für die Kamera ein umfangreiches Zubehörsortiment. Dazu gehört neben Objektiven, Suchern (darunter das neue XGA OLED-Display FDA-EV1S mit 2,3 Millionen Bildpunkten) und Blitzgeräten auch ein Adapter mit integriertem lichtdurchlässigen Spiegel (LA-EA2). Damit  lassen sich Objektive mit A-Mount an der Kamera nutzen - mit kompletter Autofokusfunktion.

Sucher und Monitor

Bei Sony NEX-5N lässt sich das 3-Zoll Touch-Display um 80 Grad nach oben und um 45 Grad nach unten klappen, das ermöglicht ungewöhnliche Fotopositionen. 307000 RGB-Bildpunkte sorgen für feine Zeichnung. Damit sind Bildeffekte, etwa die Schärfentiefe, auch bei hellem Umgebungslicht noch relativ gut zu beurteilen. Bei manueller Fokussierung wird die Anzeige schon bei geringer Bewegung des Scharfstellrings automatisch vergrößert dargestellt.

Belichtung und BedienungMit der NEX-5N stattet Sony die erste NEX mit einem Touchscreen aus. Darüber darf man prinzipiell geteilter Meinung sein, aber Sony hat dieses Thema souverän gelöst. Man muss die Touchscreen-Funktionen nämlich nicht nutzen, alles kann auch per Tastenrad erledigt werden. Das nimmt eher konservativen Nutzern den Wind aus den Segeln und ermöglicht technikaffinen Fotografen diese neue Art der Kommunikation mit der Kamera, die mit ein bißchen Übung schneller geht. 

Es gibt aber kein Einstellrad auf der Kameraoberseite und vergleichsweise wenig Direktzugriffe. Die Fülle von Einstellmöglichkeiten erschließt man sich in erster Linie über eine Reihe von Menüs. Sobald man in die Tiefen der einzelnen Menüs eindringt, wird erkennbar, dass es hier auch darum geht, mit schierer Funktionsmenge zu punkten. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es macht Spaß, mit diesen Kameras zu spielen und herauszufinden, wozu denn die vielen verschiedenen Funktionen da sind.

Aber mangels Direktzugriffen werden die meisten Einstell- und Korrekturmöglichkeiten wohl eher selten eingesetzt. Dieses NEX-Modell zielt offensichtlich eher auf Einsteiger denn SLR-Umsteiger.

Die Sony NEX-5N bietet einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis ISO 25600 und nutzt jetzt auch im Automatikmodus Empfindlichkeiten bis ISO 3200. Dazu verspricht Sony für die hauseigenen Objektive der E-Serie automatische Korrekturen von Abbildungsfehlern wie Vignettierung, Verzeichnung oder chromatische Aberration.

Durch das größere Sensorformat sind die Objektive für Sony-NEX-Kameras relativ groß. Das kann Probleme geben, wenn Sony-Objektive mit größeren Durchmessern auf einem Stativ verwendet werden. Wird die Kamera dann auf dem Stativkopf festgezogen, können Zoomring und/oder Scharfstellring am Stativkopf blockiert werden.

BildqualitätBei ISO100 löst die Sony 1377 LP/BH, bei ISO400 und ISO800 liegt sie etwas drüber. Dieses Niveau hält die Kamera bis ISO3200. Bei höheren ISOs zeigen sich die Vorteile der größeren APS-C-Sensoren: So löst Sony bei ISO 6400 100 LP/BH mehr auf als beispielsweise Olympus E-PM1, nähmlich 1172 LP/BH.

Ähnliches gilt für die Feinzeichnung. Die Kurtusiswerte springen erst bei ISO3200 von 1,1 (ISO1600) auf 2,9. Die niedrigen Werte ab ISO 6400 sind bei Sony ein Effekt des deutlich weicheren Bilds.

Beim visuellen Rauschen bleibt die Sony NEX-5N selbst bei ISO12800 noch bei 1,8 und schneidet hier deutlich besser als PEN-Modelle ab. Das heißt nicht, dass die Bilder hier nicht bearbeitet werden: Wenn man Ausschnitte stark vergrößert, fällt sofort eine unnatürlich L-förmige Pixelverteilung auf, die an Quick-Response-Codes in Werbeanzeigen oder auf Online-Bahntickets erinnert. Doch eins muss man den Sony-Ingenieuren lassen: Sie haben einen prima Job gemacht, was das Finetuning der Bearbeitungsalgorithmen angeht.

Fazit: Der APS-C-Format-Sensor der NEX-5N nutzt seine größeren Pixel gnadenlos für eine Top-Bildqualität. Selbst die ISO12800-Einstellung kann man nutzen, solange man nicht einen Highender wie die Nikon D3 zum Maßstab nimmt. Die Sony bekommt den Kauftipp Bildqualität.

Sony NEX-5N

  
HerstellerSony
Preis550.00 €
Wertung47.5 Punkte
Testverfahren1.6

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