55-Zoll-TV

Sony KDL-55HX955 im Test

Sony gönnt als einer der wenigen Hersteller von LCD-TVs seinen Spitzenmodellen perfekte Kontraste - in Form von lokalem Dimmen der Hintergrundbeleuchtung. Kann der brandneue KDL-55HX955 dabei neue Standards setzen?

Sony KDL-55HX955

© Sony

Sony KDL-55HX955

Pro

  • exzellentes Bild
  • sehr viele Extras
  • viel Video on Demand
  • schnelle Bedienung (bis auf online)

Contra

  • Lautsprecher klingen flau

Seit LED-Lämpchen zum Erzeugen des Lichts verwendet werden, das den LCD-Panels ihr bildtechnisches Leben einhaucht, gilt Local Dimming als die optimale Technik dazu. Sie verbessert den ursprünglich mageren Kontrast der LCD-Technik, indem sie in kleinen Parzellen direkt hinter dem Display genau so viel Licht liefert, wie dieser Bereich des Bildes gerade benötigt.

Bei herkömmlicher Hinterleuchtung werden beispielsweise die schwarzen Balken eines Breitwandfilms mit voller Leuchtkraft angestrahlt und verblassen, weil die LCD-Schicht immer etwas Licht durchlässt. Durch lokales Dimmen werden sie wieder pechschwarz, weil das Licht hinter den Pixeln ausgeschaltet wird. Diese kostspielige Technik funktioniert allerdings nicht ohne Nebenwirkungen.

Sony KDL-55HX955: Ausstattung

Obwohl die Bildqualität als wichtigstes Kriterium für den Kauf eines neuen Fernsehers gilt, wäre auch dieser Top-TV ein Ladenhüter, solange die restliche Ausstattung nicht stimmt. Also hat Sony alles integriert, was das moderne Technikherz sich wünschen kann. Das fängt an beim Vier-Wege-Tuner, der über CI-Plus entschlüsseln kann und dessen Sendungen auf eine USB-Festplatte aufgezeichnet werden können.

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Hinzu kommen genügend Eingangsbuchsen sowie zahlreiche Netzwerk-Funktionen und smarte Ergänzungen. Und dann darf man von einem Top-TV heutzutage auch eine optionale Skype-Kamera erwarten. Mit Facebooking und Twittern neben dem TV-Screen bis hin zur Smartphone- und Tablet-App zur Steuerung des Fernsehers dringt das digitale Leben immer stärker in Richtung Wohnzimmer vor.

Bildergalerie

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Galerie

Die Apps im Sonys Smart TV Portal wurden deutlich aufgebessert und nachgerüstet.

Doch auch die etwas klassischere Unterhaltung baut Sony sehr schön aus. Nicht nur durch das Sony Entertainment Network, sondern auch mit der Unterstützung von Maxdome, Lovefilm und den Berliner Symphonikern kann keine andere TV-Baureihe so viele On-Demand-Videos bieten wie der neue 55HX955. 

Und da oft auch die reine Anzahl der Internet-Apps gezählt wird, hat Sony hier auch nachgelegt. So gibt es Widgets, Apps und Portale zuhauf, beispielsweise aus dem Fundus des eingebauten Opera-Browsers, und natürlich TV-Sender-spezifische, die mittels HbbTV aufrufbar sind. Alles ist jedoch so bunt in den Menüs der schnellen Cross Media Bar verteilt, dass man nicht immer weiß, was es wo alles gibt.

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Als i-Tüpfelchen der Alleinstellung gibt es Track ID, eine Funktion, die, unterstützt von der Mega-Datenbank Gracenote, aus der gerade laufenden Musik Namen von Künstlern und Songs erkennen soll - was im Test auch zum Teil gut geklappt hat. Dieser Datenanschluss hilft auch dem TV-Programmführer auf die Sprünge, der dann deutlich mehr Infos zu Filmen, Serien und Schauspielern in Erfahrung bringt als üblich. Durch diese vielen Features wird ein TV-Gerät, das nicht mit dem Internet verbunden ist, um einiges langweiliger. 

Sony KDL-55HX955: Funktionen

Wer denkt, die ganze neumodische Technik spielt sich nur in der Welt der interaktiven Apps ab, liegt aber nicht ganz richtig. Sony hat auch und vor allem bei der Bildverarbeitung in jede Menge Rechenpower investiert.

Der KDL-55HX955 besitzt ein echtes 200-Hz-Panel aus eigener Fertigung, das durch vierfache Taktung der Hintergrundbeleuchtung zu Motionflow XR 800Hz aufgebohrt wird. Das lieferte tatsächlich die schärfsten Bewegungen, die wir bislang im Labor gesehen haben. 

Die Krönung ist der neue Impuls-Modus, der das Auge nur extrem kurz belichtet, dafür aber messerscharfe Bilder zeigt. Er funktioniert damit im Prinzip ähnlich wie eine Bildröhre, flimmert allerdings mindestens genauso stark.

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Die Bewegungsmodi Standard und klar sind exzellent abgestimmt und bilden einen optimalen Kompromiss aus klassisch filmischer Anmutung und Artefakt-Freiheit. Flüssigere Bewegungen bedeuten Schärfe in der vierten Dimension.

Die Aufbereitung von guten (wie Blu-rays) und schlechten (wie DVB-T oder Analog-TV) Quellen hat Sony gleichermaßen hochwertig gelöst. Mit adaptiven Filtern lassen sich Dutzende Parameter optimieren und justieren, was zum Glück auch hervorragend automatisch klappt.

So wird jedes Bild falls nötig von Artefaktblöcken oder Antennenrauschen befreit und seine Tiefenauflösung (Quantisierung) erhöht, indem Verläufe geglättet werden. Dann können Kontraste, Hauttöne, Farbbrillanz sowie die maximale Leuchtkraft automatisch angepasst werden.

Zum Umrechnen der Bildauflösung auf das Full-HD-Panel (Skalierung) greift der interne X-Reality Pro-Chip auf eine Musterdatenbank zurück und rechnet die Bilder besonders intelligent hoch. Dabei zeichnet der Prozessor beispielsweise Diagonalen stufenlos fein, ohne dass Flächen strukturiert werden. Das Ganze klappt hervorragend; allerdings sollte man die vielen Regler mit Bedacht dosieren, sonst kann das Ergebnis zu künstlich wirken.

Fazit: Der beste Full-HD-TV

Mit diesem Topmodell belegt Sony den Spitzenplatz der Full-HD-TVs in unserer Bestenliste in puncto Bildqualität. Bei so extrem scharfen Bildern in sagenhaften Kontrasten und naturidentischen Farben macht es richtig Spaß, eine gute Blu-ray zu schauen. Aber auch qualitativ nicht so hochwertige TV-Kost und minderwertige Internet-Inhalte lassen sich mit dem Sony-TV angenehm betrachten.

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