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UHD-Fernseher

Sony KD65XE9305 im Test: Eleganz in Brillanz

Sony gelingt mit dem KD65XE9305 ein eleganter, erstaunlich schlanker 65-Zoll-Fernseher, der mit exzellenter Brillanz punktet. Hier unser Test.

Sony KD65XE9305

© Inara Prusakova / shutterstock.com // Sony

Der Sony KD65XE9305 ist für einen Preis von 3.700 Euro (UVP) im Handel erhältlich.

EUR 3.440,00

Pro

  • Edles Design
  • Gute Kabelführung
  • Exzellente Brillanz
  • Korrekte Farben
  • Tolle Feinzeichnung

Contra

  • Kein 3D
  • Bedienung überfrachtet

Fazit

video Magazin Testurteil: sehr gut; Preis/Leistung: sehr gut; video Innovation; video Highlight
87,0%

Was macht den perfekten Fernseher aus? Meist kommt als Antwort auf diese Frage, dass er ein umwerfend gutes Bild produzieren soll. Das ist auch natürlich seine Hauptaufgabe, doch wenn er nicht alle aktuell erhältlichen Quellen optimal verarbeitet oder seine Bedienung zum Verzweifeln ist, dann schafft es auch ein noch so perfektes Studiobild nicht ins Wohnzimmer. Als weiterer wichtiger Faktor kommt das Design hinzu. Wenn es ein riesiger 164cm Ultra-HD HDR-Bolide sein soll, auf den der technikbegeisterte Großbildfan sein Auge geworfen hat, dann ist die Genehmigung der Gattin oberste Prämisse für die Integration in die heimische Wohnwelt. Und damit hier alles im grünen Bereich bleibt sind die TV-Geräte in den letzten Jahren zwar immer größer geworden, sollten aber so schlank und zierlich wirken wie möglich. 

Sony hatte hier im LCD-Bereich Meilensteine gesetzt und immer wieder Rekorde aufgestellt, was die Flachheit der Geräte betraf. Aber leider war und bleibt auch Fakt, dass ein LCD-Panel eine aktive, möglichst variabel und kleinteilig steuerbare Hintergrundbeleuchtung benötigt, um das beste Bild zu erzeugen. Der Schwarzwert des Displays wird an den richtigen Stellen optimiert, indem man die Hintergrundbeleuchtung möglichst genau dort abdimmt – doch das trägt auf und schadet dem Design. LCD-Panels mit einem Backlight, das sich gar nicht an die Bildinhalte anpasst, wirken milchig. Durch globales Dimmen aller LEDs gleichzeitig wirken dunkle Szenen etwas satter. 

Erst lokales Dimmen schafft gute Kontraste innerhalb eines Bildes, weil dunkle Stellen satter und helle brillanter werden. Doch dieses lokale Dimmen funktioniert je nach TV-Modell sehr unterschiedlich gut, findet es doch in sechs bis über 1000 Zonen​ (z. B. Sony ZD9) statt. Die Zonen sind abhängig davon, wie viele LEDs zur Hintergrundbeleuchtung dienen und wo sie sitzen – nicht alle der vier Bildränder werden genutzt, und am besten und präzisesten​ funktioniert das direkte lokale Dimmen, wo sehr viele LEDs hinter dem LCD-Panel sitzen. Diese brauchen jedoch Abstand und machen so das TV-Gerät etliche Zentimeter tiefer. 

Sony KD65XE9305 Standbein

© Sony

Mit prägnantem Fuß und im sanft goldigen Metall- Look erfüllt der massiv verarbeitete Sony hohe Designansprüche.

Zudem kosten viele LEDs auch viel Geld. Also verschwanden diese Top-TVs vor einigen Jahren vom Markt, denn sie galten als Freakware, die vom Design her rückständig war. Erst mit Aufkommen von High Dynamic Range, also dem Ruf nach unglaublicher Leuchtkraft und megasattem Schwarz, erlebte die Technik 2016 eine Renaissance. Auch hier stellte Sony mit der ZD9-Serie Brillanzrekorde auf. Für die preiswertere und noch stärker designorientierte 93er-Serie hat sich Sony allerdings eine Technik überlegt, die das gute Bild in einzigartiger Weise mit gutem Aussehen verbindet.​​

Slim Backlight Drive + 

Statt Hunderte LEDs hinter das LCD-Panel zu setzen, platzierten die Entwickler hier die LEDs am unteren und oberen Bildrand. Nur wird nicht wie üblich eine einzige Lichtleiterfolie eingesetzt, sondern zwei unabhängige, mit denen man unterschiedliche Bildpartien beleuchten kann. So gelingt es Sony, sechzehn horizontale Dimmzonen in jeweils vier vertikalen Positionen anzusprechen. Diese gehen zwar sehr fließend ineinander über, doch durch eine intelligente Ansteuerung ist diese Bildoptimierung sogar einigen DirectDimming Varianten überlegen. Wir haben das hier in epischer Breite erklärt, weil es nur Sony exklusiv verwendet und wir getrost sagen können, dass damit der Sony KD65XE9305 der brillanteste LCD-TV mit Edge-Dimming ist, den wir jemals getestet haben.​

Man kann die Eingangsfrage, was einen perfekten TV ausmacht, auch technisch klären. Er braucht ein hochwertiges Panel, optimiert durch ein leistungsstarkes Backlight, gefüttert durch eine Elektronik mit exzellenter Bildaufbereitung und eingebunden in ein Betriebssystem, das viele Features ermöglicht und ergonomisch steuert. Nun besitzt Sony keine eigene Panelfabrik, um sich von anderen Herstellern abzuheben. Die Auffrischung des Displays durch das Slim Backlight Drive + gelingt exzellent, doch alles wäre ohne das i-Tüpfelchen der perfekten Bildaufbereitung, die Hand in Hand mit der Backlightsteuerung arbeitet, nicht möglich. „X1 Extreme“ nennt Sony das neue Herz, den Bildverarbeitungschip seiner Top-TVs, der mit erhöhter Rechenleistung und neuen Algorithmen selbst gute Quellen aufzupolieren vermag, aber schlechte deutlichst optimiert. 

Einzelne Bildbereiche werden auf lokalen Kontrast, Rauschen, Bildfehler, Stufen, Details und Farben hin untersucht, mit Datenbanken potenzieller Inhalte verglichen und bestmöglich repariert – aber nur genau dann und dort, wenn und wann es auch nötig ist. Hier ist man den meisten Mitbewerbern einige Schritte voraus. Unsere Messungen zeigen jedoch, dass sich Sony auch seiner professionellen Rolle als Lieferant für Studiomonitore der Filmindustrie bewusst ist und im Filmmodus Bilder liefern kann, die exakt den Vorgaben der geltenden Normen entsprechen. Sehr positiv überrascht waren wir bei unseren Quantisierungstests (Ban​ding) und Messungen der Durchzeichnung nahe Schwarz. Noch kein TV konnte dunkelste Töne so gut und fehlerfrei differenzieren – sowohl bei 8 Bit HDTV-Quellen wie auch bei 10 Bit Ultra HD HDR. Und dass der neue Chip neben HDR-10 auch Hybrid Log Gamma unterstützt, ja sogar dieses Jahr noch auf Dolby Vision aufgewertet wird, hören wir äußerst gern​.

Kabel im Lowboard

© Sony

Kabel verschwinden beim Austritt aus dem Gerät direkt hinter dem Lowboard, auf dem der TV stehen sollte.

Einen einzigen Punkt, der hier nicht wegweisend wäre, haben wir allerdings bei den Tests gefunden. Die LEDs des Slim Backlight Drive+ erzeugen kein durch Nanokristalle à la Quantum Dot gereinigtes Basislicht. Daher ist der maximale Farbraum etwas geringer als bei anderen Spitzen- TVs. Klassisches HD-Material wird nahezu perfekt interpretiert, nur supersatte Demoaufnahmen mit dem erweiterten Farbraum, der meist für HDR genutzt wird, erscheinen auf unseren Referenz-TVs noch einen Tick phänomenaler.

Lesetipp: TV-Kaufberatung 2017: Größe, Features und mehr richtig auswählen ​

Auch scheint Konkurrent Samsung, von dem das Panel stammt, seine brandneuen Topdisplays dem eigenen Hause vorzubehalten. Sony zeigt etwas mehr Farbverluste unter Blickwinkel als brandneue​ QLED-Fernseher. Was übliche LCDEffekte wie Banding, Clouding, Lichtlecks oder Dirty-Screen betrifft, ist der Sony Spitzenklasse. Allein wenn man zu Testzuwecken das Dimmen ausschaltet und das Backlight maximiert, sieht man, dass das eigentliche Panel prinzipbedingte Mankos besitzt.​

Was Bildschärfe, Natürlichkeit, Bewegungsdarstellung und Bildfehler betrifft, ist Sony absolut obenauf. Wer mit den äußerst vielen, aber im Einstellungsmenü sinnvoll sortierten Bildverbesserungen umzugehen weiß, bekommt aus jeder Quellqualität optimale Ergebnisse. Doch sind schon die werksseitigen Kinovorgaben äußerst empfehlenswert. Insgesamt ist das Tolle am KD65XE9305, dass es Sony gelingt, alles in ein sehr ansprechendes Design zu verpacken.​

Design, Ausstattung, Handling 

Bei aller Euphorie über die Zusammenführung von Brillanz und Eleganz sollten wir die Rahmendaten nicht außer Acht lassen. Was Anschlüsse und Funktionen betrifft leistet sich Sony keine Patzer. Dass analoge AV-Eingänge weggelassen werden, ist ein Trend im ganzen Markt, leider fehlt auch 3D komplett. Dafür sind digitale Verbindungsoptionen erweitert und ausgereift worden. So klappte Problemkind Miracast auf Anhieb, Bluetooth und die Einbindung in Soundsysteme ist eh Sonys Spezialität.

Sony Screen

© Sony

Video on Demand gibt es zum Leihen oder Kaufen von vielen Diensten im Abo oder Einzelabruf. Schon gibt es Sonderangebote.

Nicht zu vergessen ist auch die exzellente SideView-App, die ein Tablet zur komfortablen Steuerzentrale aufwertet. Von Aufnahmefunktionen des Doppeltuners bis zu den vielen VoD-Diensten und Smart-TV-Apps ist das Entertainmentpaket überwältigend. Betriebssystem ist Android 6, aber es soll dieses Jahr auf 7 upgedatet werden. Ferner ist der Sony ein von Netflix empfohlenes Gerät, das den Dienst schnell startet und in HDR mit Multichannel wiedergibt. Man bekommt also insgesamt sehr sehr viel TV für sein Geld.

Fazit

Sony gelingt mit dem KD65XE9305 eine sehr überzeugende Vereinigung von schönem, durchdachten Design und brillantem HDR-Bild.

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