Testbericht

Sony Cybershot DSC-R1

Als einziger Testkandidat kann die Sony Cybershot DSC-R1 mit der Bildqualität digitaler SLRs konkurrieren, ohne das Niveau der Nikon D2X mit ähnlichem Sensor ganz zu erreichen. Dies zeigt, wie wichtig große Pixel für eine gute Bildqualität sind. Im Vergleich zu Spiegelreflex-Kameras arbeitet der Sony-Autofokus jedoch langsamer, und es fehlen Wechselobjektive. Wer beides akzeptiert, der erhält, was keine SLR bietet: einen guten Monitor, der bereits vor der Aufnahme zeigt, ob Weißabgleich und Belichtung stimmen. Beides sind in der Praxis nicht zu unterschätzende Vorteile.

  1. Sony Cybershot DSC-R1
  2. Datenblatt
Sony Cybershot DSC-R1 Vorderseite

© Archiv

Sony Cybershot DSC-R1 Vorderseite

Mit 800 Euro kostet die Sony R1 mehr als die derzeit günstigsten digitalen Spiegelreflexkameras mit Objektiv. Doch sie trumpft auch mit SLR-Eigenschaften auf: Statt eines kleinen CCD setzt Sony auf einen 21,5x14,4 mm großen CMOS-Sensor mit 10,3 Megapixeln. Wahrscheinlich ist es der gleiche Sensortyp, der auch in Nikons professioneller SLR-Kamera der D2X steckt - dort allerdings mit zwei Megapixeln mehr aus dem Wafer geschnitten.

Sony Cybershot DSC-R1 Rückseite

© Archiv

Die R1 zeigt ein neues, praxistaugliches Bedienkonzept: Der Klapp- und Drehmonitor sitzt an der Oberseite, alle Funktionselemente sind geschickt am Gehäuse platziert.

Die Kamera mit dem größten Body im Vergleichstest kommt mit ihrem dominanten 5fach-Zoom nur auf eine Maximalbrennweite von 120 mm - ein Tribut an den großen Sensor. Dafür zeigt sie sich mit 24 mm Anfangsbrennweite sehr weitwinklig. Die R1 ist praktisch so groß und schwer wie eine digitale SLR - doch sie bietet wie alle anderen Testkandidaten eine Belichtungsvorschau auf dem elektronischen Sucher. Außergewöhnlich ist die Position des LCD: Statt an der Rückseite sitzt er auf der Kamera und lässt sich drehen und schwenken. Die Kamera muss beim Fotografieren nicht vors Auge, ausgelöst wird vor der Hüfte, über Kopf oder bequem vor dem Bauch bei voller Motivkontrolle. Bei direkter Sonneneinstrahlung empfiehlt sich wegen extremer Spiegelung der elektronische Sucher. Der Blick in den Sucherschacht offenbart eine schöne elektronische Bildwiedergabe mit 235 000 Bildpunkten. Dennoch kann er gegenüber einem SLR-Sucher nicht bestehen.

Die massige, sauber verarbeitete Kamera muss mit zwei Händen gehalten werden. Das bewährte Sony-Menü enthält nur die nötigsten Einträge. SLR-ähnlich sind die zahlreiche manuellen Funktionen und Einstellräder an der Außenseite. Die Vielzahl nach außen gelegter Funktionen und deren Platzierungen erweisen sich in der Praxis als sehr vorteilhaft. Der Fotograf freundet sich rasch mit dem logischen Bedienkonzept an. Dank großem CMOS-Sensor traut sich die R1 bei Lichtempfindlichkeiten zwischen ISO 160 und 3200 zu arbeiten. Aufgrund der neuen CMOS-Technologie verzichtet Sony bei der R1 auf lieb gewonnene Standards: Night-Shot, NightFraming und Videomodus feh-len. Umgekehrt ist anderes sehr nützlich wie die Schraffierungen überbelichteter Bildstellen im Monitorbild.

Mit eingeschaltetem Autofokus beträgt die Auslöseverzögerung durchschnittliche 0,68 Sekunden. In der Serienschussfunktion schafft sie 2,9 voll aufgelöste 10-Megapixel-Bilder pro Sekunde.

Erfreulich ist das hohe Niveau der Rauschabstände: 48,5 bei ISO 100 und 32,1 bei ISO 400 - das kann sich sehen lassen, auch wenn die meisten SLRs noch etwas besser abschneiden. Ebenfalls überzeugend sind die Auflösung und der Objektkontrast. Nur in der Weitwinkelstellung sollte der Randabfall geringer sein. Zwar ist das Farbrauschen bei ISO 1600 und 3200 deutlich sichtbar, aber bei ISO 400 kann man die Sony als einzigen Testkandidat problemlos einsetzen.

Auflösungsdiagramm Sony Cybershot DSC-R1

© Archiv

Insgesamt eine sehr gute Performance mit hohem Kontrast, nur im Weitwinkel verliert die R1 zu den Rändern an Schärfe.

Sony Cybershot DSC-R1

HerstellerSony
Preis860.00 €
Wertung69.5 Punkte
Testverfahren1.4

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