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Bravia A1 Serie

Sony KD-65A1 im Test: OLED mit Stil und neuen Ideen

Sony ist ein alter Hase im OLED-Geschäft, doch bringt erst jetzt seinen ersten Großbild-TV auf den Markt. Der Sony KD-65A1 der neuen Bravia A1 Serie zeigt im Test fast magische Fähigkeiten.

Sony Bravia A1 Test

© Sony

Der Sony Bravia A1 OLED beeindruckt mit einem einzigartigen Design.

EUR 5.399,00

Pro

  • Exzellente Bildqualität mit hoher Dynamik
  • Innovatives Soundsystem
  • Ansprechendes Design

Contra

  • Kein 3D
  • Etwas zähe Bedienung

Fazit

video Magazin Testurteil: überragend; Preis/Leistung: sehr gut
90,0%

Dieses Jahr wetteifern mehr Hersteller denn je darum, wer aus einem OLED-Panel den besten Fernseher zaubert. Während die Basisdisplays mit ihren selbst leuchtenden Pixeln alle aus der gleichen Fabrik stammen, sind die Unterschiede bei der Aufbereitung des Bildes, bei Verarbeitungsqualität, Design, Klang und nicht zuletzt der Ausstattung beispielsweise mit smarten Extras individuelle Stärken oder Schwächen jeder TV-Marke. Was am Ende zählt, ist das Gesamtpaket, denn ein noch so gutes OLED-Display kann nur darstellen, was der Chipsatz möglichst sauber für es aufbereitet. Und ein so hochwertiger und teurer Fernseher macht nur richtig Spaß, wenn er edel verarbeitet hübsch im Wohnzimmer aussieht und sich mit allen seinen vielen Features leicht bedienen lässt.

Der Sony Konzern kennt sich mit OLEDs bestens aus, dominiert man doch die Landschsaft für professionelle Studiomonitore mit den anerkannt besten Masteringgeräten aus eigener Fertigung. Und auch an Sonys Frühstart, 2008 mit dem allerersten 15”-OLED-Mini-TV der Welt, erinnern wir uns. Er verschwand kurze Zeit später allerdings von der Bildfläche. ​

Jetzt schlägt Sony mit dem treffend als „Bravia A1“ bezeichneten Gerät, das es in 65 und 55 Zoll gibt, ein neues Kapitel seiner TV-Geschichte auf. Und die Komponenten und Eigenschaften, die dabei das organische Panel ergänzen, sind faszinierend. Man denkt, bei OLED drehe sich alles um Schwarzwert, HDR und Farbechtheit, doch dieser Fernseher zieht das Interesse auf sich, lange bevor er überhaupt eingeschaltet wurde. Er ist ein sehr hochwertig verarbeitetes Kunstobjekt mit Metallrückwand und Stoffbespannung, das sogar von der Seite und hinten gut aussehen darf. Und die Konzentration auf das Wesentliche – das atemberaubende Bild – gelingt Sony besser als je zurvor einem Hersteller.

Das Geheimnis, warum das Gerät von vorn betrachtet fast zur Gänze aus dem pechschwarzen Display bestehen kann, ist das so genannte Acoustic Surface. Bis auf den Woofer in der Elektronikeinheit ist kein Lautsprecher auszumachen, und trotzdem kommen Sounds vom Schirm, die präziser zu orten sind als auf allen anderen TV-Geräten. 

Sony KD65A1 Display

© Sony

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Sony konzentriert die Blicke auf das tiefschwarze Display, das schlank umrahmt auf einer Metallplatte sitzt. Die Bedienung wird vom Betriebssystem Android-TV 6.0 geregelt.

Es ist das Panel selbst, das in Schwingungen versetzt wird und akustische Wellen abstrahlt. Vier kleine Exciter, die in einem schmalen Balken an der Rückwand versteckt sind, regen es zum Schwingen an. Nun sind Flächenstrahler keine wirklich Sony-eigene Erfindung, und wir konnten bereits vor über zehn Jahren den Prototypen eines Plasma-TVs mit NXT-Technik bestaunen, doch was damals klanglich geboten wurde, war höchst fragwürdig – im Gegensatz zur Performance des neuen A1. Dabei waren die Präsentationen auf der Messe CES, wo uns das Gerät erstmals vorgeführt wurde, noch recht speziell, und wir waren gespannt auf vollwertige Heimkinokost mit ordentlich Dynamik.

Sehr positiv überraschte uns in Labor und Hörraum die Ausgewogenheit des Systems. Flächenstrahler zeigen gern Resonanzen und starke örtliche Konzantrationen. Sony gelingt es mit viel intelligenter Elektronik und spritzigen S-Master Digitalverstärkern, das Klangbild erstaunlich harmonisch wirken zu lassen. ​

Sony Bravia A1: So funktioniert die Sound-Technologie

Quelle: Sony
0:38 min - Produktvideo von Sony

Die Abbildung von Stimmen direkt auf dem Mund der Darsteller ist toll, Räumlichkeit entsteht nicht zuletzt durch die starke Direktionalität der Schallquellen. Was systembedingt nicht mit echten dicken Lautsprechern mithalten kann, ist natürlich die Dynamik. Richtig laut ist das System nicht, und der acht Zentimeter messende Woofer muss recht hoch hineinspielen, kommt aber auch nicht wirklich tief in den Basskeller hinunter. Das innovative Acoustic Surface funktioniert insgesamt deutlich besser als gedacht und spielt viele Downfiring TVs an die Wand.

Das Spektakuläre daran ist aber das Design, dass der Sound aus​ dem Nichts zu kommen scheint. Dieses „Fast Nichts“ setzt sich bei der Dünne des eigentlichen Displays, des Rahmens um den Bildinhalt und dem Teil des Ständers, den man von vorn sieht, fort. Die Elektronik befindet sich im von Sony liebevoll „Rückstandfuß“ bezeichneten Klappteil, das dem Gerät seine Neigung beschert oder für die Wandmontage angelegt werden kann. Anschlusskabel lassen sich dezent aus dem Gerät führen.​

Sony KD65A1

© Sony

Die Elektronik sitzt im Klapp-Ständer, und die Kabel werden an dessen Ende nach unten geführt. Sonys OLED 65A1 ist ein echtes Designhighlight.

TV-Technik 

Ausstattung und Konzept des A1 entstammen Sonys LCD-Erfolgsmodellen ZD1 und 9300. Viermal HDMI und dreifach USB bilden in Kombination mit den Vierwege-Doppeltuner die Basis des Fernsehspaßes. Als Betriebssystem sorgt An-droid 6 dafür, dass möglichst viele Smart-TV-Apps möglichst zukunftssicher integriert sind. Dieses Jahr soll sogar ein Update auf Android 7 erfolgen, das den A1 dann auch zum HDR-Verfahren Dolby Vision kompatibel macht. So ein komplexes Android scheint recht viel Rechenleistung zu benötigen, denn das Handling des TVs ist insgesamt nicht das Flüssigste. Auch wenn Optionen wie Google Cast, Miracast oder die wirklich tolle Smartphone App inklusive Empfehlungen und Programmführer sehr verlockend sind, treten dafür klasssche TV-Attribute in den Hintergrund. 

So ist der automatische Suchlauf von Sendern schön gelöst, doch wer beispielsweise alle Ultra-HD-Sender von Astra inklusive der HLG-Teststation in die untersten 20 Programmplätze schieben und favorisieren möchte, der bekommt schnell graue Harare und nach einer halben Stunde Tränen in den Augen. Danach sieht man dann aber, dass die HDR-Technik Hybrid Log Gamma bereits unterstützt wird, und der DVB-T2-Tuner selbstverständlich auch HD in HEVC umsetzt. Dank Doppeltuner kann an TV-Sendungen auf eine angeschlossene Festplatte gebannt werden, was nicht geschützt ist. Abspielen einer alten Aufnahme, Streaming oder Apps kann man während der Aufnahme nutzen, HbbTV oder eine Zweitaufnahme nicht.​

Smartphone App, SideView

© Screenshot WEKA / video Magazin

Sonys Smartphone-App „SideView“ ist ein exzellenter Second Screen. Man kann im Programmführer, Empfehlungen oder Aufnahmen stöbern, völlig unabhängig vom Geschehen auf dem TV-Schirm.

Bild und Ton 

Sonys großes Ass im Ärmel ist der X1 Extreme Chip zur Bildaufbereitung, der über X-Reality Pro 4K verfügt. Hinter diesen Marketingbegriffen steht eine tatsächlich exzellente Bildverarbeitung, die sauber skaliert und nötigenfalls das Bild von Artefakten säubert. Größten Wert haben Sonys Entwickler auf intelligente Nachschärfung von Objekten gelegt, die Rauschen nicht verstärkt. Flächen werden sogar von Banding (Stufen) befreit – selbst in 10 Bit. Dabei wird der lokale Kontrast verbessert, also genau das nachbelichtet, was das Auge kaum noch erkennen würde. All das kennen wir von Sonys LCD-Boliden, doch es gibt dem OLED-Bild auch einen gewaltigen Kick im Vergleich zur Konkurrenz. Das ungeübte Auge glaubt an eine riesige Bildverbesserung, während der Filmprofi die Einstellungen sehr dezent zuschalten sollte, solange bereits eine gute UHD-Quelle anliegt. 

Einzig die Bewegungsglättung ist der LCD-Variante​ nicht ebenbürtig, weil die OLED-Panels keine Schwarzphasen, also Scanning zulassen. Größtes Lob gebührt der Umsetzung der Farbaufbereitung, Sony pimpt seine Kinomodi nur minimal und lässt sich flugs auf totale Normtreue trimmen. Dabei wirken HDTV-Filme erst genauso flau wie auf einem Studiomonitor (<200 Nits) und kommen erst durch X-tended Dynamic Range auf die übliche Luminanz. Die wichtige 10-Bit-Auflösung inklusive Farbneutralität und Differenzierung nahe Schwarz haben wir selten so beeindruckend sauber gesehen. Selbst für besonders kritische Augen waren bei unserem Mustergerät noch weniger Kompromisse der WRGB-OLED-Panels zu sehen, als wir sie eh schon von den neuen Serien kennen.​

Fazit 

Exquisites Design, innovativer Sound und eine studioreife Bildvorstellung machen den Sony A1 zum OLED für besonders Anspruchsvolle.​

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Trong Nguyen / shutterstock.com
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