DSLR

Sony Alpha 58 im Test

Wir haben die Sony Alpha 58 im Test: Sein SLT-Modell schickt Sony mit neuem Sensor, Klappdisplay und elektronischem OLED-Sucher ins Rennen.

  1. Sony Alpha 58 im Test
  2. Datenblatt
Sony Alpha 58 Test Review

© Sony

Sony Alpha 58 Test Review
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EUR 419,00

Pro

  • Bedienung
  • handliches Gehäuse
  • Bildqualität

Contra

  • Videobetrieb
  • Einschaltverzögerung
67,9%

Die Bezeichnung SLT-A58 könnte Sony-Kenner verwirren, denn die neue DSLR tritt nicht etwa die Nachfolge der vor einem Jahr vorgestellten SLT-A57 an, sondern bietet eine teils verbesserte, aber teils auch abgespeckte Ausstattung zu einem erheblich günstigeren Preis. Damit schließt die Sony Alpha 58 die Lücke zum Einstiegsmodell A37, rundet das SLT-Sortiment also nach unten ab.

Preislich bewegt sich die Sony Alpha 58 auf dem Niveau, das bisher die Alpha 37 belegt hat: Im Kit mit dem 18-55-mm-Standard-Zoom kostet sie knapp 600 Euro, ist damit um rund 200 Euro günstiger als die A57. Inklusive den SAL-18-55- und SAL-55-200-mm-Objektiven gibt es sie zum Preis von knapp 750 Euro.

Neu ist der CMOS-Sensor im APS-C-Format, der 20,1 Megapixel Auflösung bietet. Dieser ist staubgeschützt und, da beweglich gelagert, auch für die Bildstabilisierung zuständig. Als Draufgabe haben die Entwickler der Sony Alpha 58 einen verbesserten Bionz-Prozessor spendiert, der  eine präzise Autofokusleistung, schnelle Serienbilder verspricht und unter anderem dafür sorgen soll, dass das Rauschverhalten trotz der höheren Auflösung auf niedrigem Niveau bleibt. Die Empfindlichkeit bleibt wie gehabt bei ISO 100 bis 16.000, mit Multi Frame Capture sind jetzt sogar bis ISO 25.600 drin. 

Sony SLT-A58

© Sony

Spezialmodi wie Handheld-Dämmermodus und Mulit-Frame-Rauschunterdrückung kreieren aus sechs Serienbildern eine Montage mit verminderter Unschärfe und weniger Rauschen.

OLED-Sucher

Was das Design betrifft, orientiert sich die Sony Alpha 58 an der größeren Alpha-57-Schwester, das heißt, sie ist nicht so filigran konzipiert wie die A37. Das griffige Gehäuse aus Kunststoff mit ergonomisch geformten und gummierten Daumenbereich liegt gut in der Hand und lässt sich auch mit größeren Fingern bequem bedienen. Tastenanordnung und Konzept sind im Prinzip identisch mit der A57. Alles findet sich in erreichbarer Nähe und mit etwas Übung findet man sich relativ schnell zurecht. Praktisch: Augensensor und Autofokus lassen sich optional über das Menü koppeln, sodass die Kamera beim Nähern des Auges an den Sucher automatisch scharfstellt, was in der Praxis gut funktioniert.

Eine Aufwertung bedeutet der Sucher: Die Sony Alpha 58 ist mit einer elektronischen OLED-Version mit 100-Prozent-Bildfeldabdeckung und 480.000 RGB-Pixeln Auflösung bestückt. Das Sucherbild gefällt durch Schärfe, Kontraste und gute Feinzeichnung, allerdings wirken die Farben teils unnatürlich, das Bild leicht blaustichig. Bei wenig Licht macht sich im Live-Modus zudem teils starkes Rauschen bemerkbar.

Mit an Bord der Sony Alpha 58 ist ein bewegliches Display, das zwar etwas kleiner ist als das der A57 und mit 153600 RGB-Pixel weniger Pixel, damit aber immerhin das doppelte wie die A37 bietet. Es lässt sich zwar nicht drehen wie bei höherwertigen Modellen, aber um 90 Grad nach oben und ca. 50 Grad nach unten klappen, sodass sich Überkopf- oder nach unten gerichtete Aufnahmen besser ausführen lassen.

Sony SLT-A58

© Sony

Auch von oben wird die Nähe zur A57 deutlich: Links das leicht variierte Moduswahlrad, mittig Lautsprecher und Blitzschuh, rechts die Taste, um Sucher-/LCD-Betrieb zu wechseln.

Weniger Video

Der Preisunterschied zur Alpha 57 macht sich im Videobetrieb bemerkbar: Hier schafft die Sony Alpha 58 AVCHD in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 50 Halbbildern (50i) oder 25 Vollbildern (25p) pro Sekunde. Zum Vergleich: Die A57 meistert 50 Vollbilder pro Sekunde. Die Filme wirken farblich natürlich, partiell allerdings etwas flau, und es fehlt den Aufnahmen an Detailschärfe und Feinzeichnung. Die Messungen ergaben entsprechend einen Visual Noise von 1,3 VN, eine Kurtosis von 1,2 und eine Auflösung von 82 Prozent des theoretischen Maximums für Full-HD-Videos.

Das Autofokussystem kennt man von der A57: Es arbeitet mit 15 Feldern, darunter 3 Kreuzsensoren. Neu ist die "Lock-On-Funktion": Ist ein Motiv einmal erfasst, bleibt es auch bei schnellen Bewegungen im Fokus, wovon man also auch beim Aufnehmen von Videos profitiert. Der Autofokus zieht die Schärfe treffsicher nach, arbeitet teils aber immer noch leicht ruckartig und deutlich hörbar.

Im normalen Serienbildmodus erreichte die A57 mit 4,8 B/s - das was der Hersteller verspricht - allerdings nur 10 Bilder in Serie. Das ist deutlich weniger als die A57 meistert (8 B/s und 29 Bilder in Serie). Auch bei RAW-Bildern sind 4,8 B/s drin, nach nur sechs Aufnahmen ist aber Schluss. Die Einschaltverzögerung ist mit 1,3 s moderat, die Auslöseverzögerung inklusive Autofokus liegt bei 0,44 s bei 1.000 Lux, bei dunklen 30 Lux brauchte die A58 0,53 s; in beiden Disziplinen ist sie langsamer als ihre große Schwester.

Sony SLT-A58

© Sony

Das LCD ist mit 2,7 Zoll kleiner und um ca. 90 und 50 ° neigbar, sodass sich zwar keine Selbstporträts, aber ausgefallene Aufnahmesituationen über Kopf oder Richtung Boden besser meistern lassen.

Hohe Bildqualität

Bei der Bildqualität erreicht die Sony Alpha 58 aufgrund der höheren Auflösung dafür bessere Werte, die sie ausgewogen über den gesamten Empfindlichkeitsbereich bis ISO 1.600 hält (1.650 bis 1.626 LP/BH). Hinzu kommen sehr hohe DL-Werte, was Punkte bringt (1.429 bis 1.387 LP/BH). Gleichsam aber ein Indikator dafür, dass Sony den Kontrast anhebt, sodass die Bilder teils übersättigt und unnatürlich wirken.

Bei Rauschverhalten, Kurtosis und Dynamik liegt sie in etwa auf Augenhöhe mit der Alpha 57: Tendenziell rauscht sie etwas weniger (VN 1,0 bis 2,6 bei ISO 6400), und die Dynamik ist bei niedrigen Empfindlichkeiten bis ISO 400 höher (Blende 9,7 bei ISO 100), dafür verliert sie etwas ab ISO 800 und in der Feinzeichnung.

Sony SLT-A58

© Sony

Auto Object Framing: Die Kamera wählt selbstständig den optimalen Bildbereich aus, die Pixelauflösung bleibt komplett erhalten, das Original aber wird sicherheitshalber als Kopie gespeichert.

Testfazit

Mit einem günstigen Preis von knapp 600 Euro inklusive Standardzoom, einem gut zu bedienenden, handlichen Gehäuse und leicht verbesserter Ausstattung offeriert Sony mit seiner neuen Sony Alpha 58 einen wirklich interessanten Nachfolger zur  Einsteiger-SLT Alpha 37 und lohnende Alternative zur höher anzusiedelnden Alpha 57. In puncto Bildauflösung bietet sie mit 20,1 Megapixeln mehr, besitzt einen elektronischen OLED-Sucher und einige verbesserte technische Features.

Kaufberatung: Die besten DSLRs mit APS-C-Sensor

Abstriche gegenüber die Alpha 57 muss man im Videobetrieb, in der Autofokusleistung und beim etwas kleineren Display hinnehmen, was für den 200 Euro günstigeren Preis aber gerechtfertigt scheint. Alles in allem ein gelungenes Gesamtpaket mit sehr guter Bildqualität für wenig Geld. Kauftipp Preis/Leistung!

Sony Alpha 58

  
HerstellerSony
Preis450.00 €
Wertung52.5 Punkte
Testverfahren1.6

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