Testbericht

Sony Alpha 550

Mit einem Gehäusepreis von 750 Euro und neuem 14-Megapixel-CMOS übernimmt die Alpha 550 die Führungsrolle unter den Sony-Kameras mit APS-C-Format-Sensor. Auf eine Videofunktion muss man allerdings verzichten.

  1. Sony Alpha 550
  2. Datenblatt
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Mit einem Gehäusepreis von 750 Euro und neuem 14-Megapixel-CMOS übernimmt die Alpha 550 die Führungsrolle unter den Sony-Kameras mit APS-C-Format-Sensor. Auf eine Videofunktion muss man allerdings verzichten. Das Design der Kamera wirkt durch die anthrazitfarben abgesetzte Gehäuseoberseite ansprechend, die Haptik ist zufrieden stellend.

Der 3-Zoll-Monitor mit einer hohen Auflösung von 307_200 RGB-Pixeln lässt sich aus dem Gehäuse klappen und verschwenken, was Aufnahmen in Bodennähe oder über Kopf erleichtert. Zum Leistungsumfang der Kamera gehören außerdem der mechanische Bildstabilisator (Sensor-Shift) im Gehäuse und Live-View mit "Quick AF".

Nach Umschalten auf Live-View nutzt die Kamera einen Zweitsensor zum Generieren des Monitorbilds, so dass der Umlenkspiegel nicht nach oben geklappt werden muss und der schnelle Phasen-AF aktiv bleibt. Zuschaltbar ist eine Gesichtserkennung zum Optimieren von Schärfe und Belichtung, ergänzt durch eine Auslöseautomatik bei Lächeln ("Smile Shutter"). Die Bildfeldabdeckung am Monitor beträgt dabei 90 %. 100 % gibt's erst, wenn man die Funktion "MF Check LV" mittels Tastendruck aktiviert.

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Nach wie vor setzt Sony auf den hauseigenen Memory-Stick Pro-HG Duo, ergänzend zur SD-Karte als Speichermedium.

Dann wird das Live-View-Bild am Monitor bei hochgeklapptem Spiegel über den Hauptsensor erzeugt. Im Live-Bild kann man mit 7- oder 14-facher Bildschirmlupe präzise manuell scharfstellen, was vor allem bei Einsatz eines Stativs sinnvoll ist. Eingeblendete Gitterlinien erleichtern die Bildgestaltung. Kontrast-AF über den Hauptsensor ist bei der Alpha 550 dagegen nicht vorgesehen und wäre angesichts der deutlich schnelleren Live-View-Option mit Phasen-AF auch wenig sinnvoll. Der Phasen-AF arbeitet mit 9 Messpunkten inklusive zentralem Kreuzsensor. Die Auslöseverzögerung beträgt 0,37/0,47 s bei 3000/30 Lux.

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Weniger gut: Mit der Alpha 550 bringt Sony ein die Bildqualität schmälerndes Digitalzoom (1,4-/ 2-fach) erstmals bei SLR-Kameras ins Spiel. Sinnvoll dagegen: Um hohe Motivkontraste zu bewältigen, hat die Alpha 550 gleich zwei Werkzeuge an Bord. Zum einen die DRO-Funktion (Dynamic Range Optimization, als Automatik oder manuell in fünf Stufen verfügbar), zum anderen den HDR-Modus - dabei macht die Kamera zwei unterschiedlich belichtete Aufnahmen, die anschließend vom Bildprozessor miteinander verrechnet werden. Da die Kamera dabei einen leichten Bildversatz ausgleicht, sind in Grenzen sogar HDR-Aufnahmen aus der Hand möglich.

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Die Kamera orientiert sich im Bedienkonzept an vorhandenen Schwestermodellen, das Umgewöhnen fällt leicht. Allerdings wurden On-Screen-Menüs grafisch aufgepeppt, mit Hilfstexten versehen und zum Teil mit Beispielbildern garniert. Eine gute Idee ist ein neuer Anzeigemodus, in dem Zeit- und Blendenreihe übereinander angeordnet sind und sich entsprechend der Belichtungsmessung oder manuellen Einstellung gegenläufig verschieben. Ein vertikaler Balken markiert jeweils die aktuelle Zeit-Blenden-Kombination. Direkt darunter ist die Belichtungskorrekturskala abgebildet - eine schlüssige Darstellungsform.

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Bildqualität

Die Alpha 550 hat gegenüber anderen vergleichbaren Sony-Modellen deutlich an Bildqualität zugelegt. Dies betrifft vor allem das Rauschen bei ISO 800/1600: VN 1,4/2,0 gegenüber VN 3,2/3,0 bei der Alpha 380. Die Grenzauflösung beträgt maximal 1286 LP/BH, gut 200 LP/ BH weniger als bei der Alpha 380, doch dafür ist der Texturverlust mit maximal 1,6 geringer (Alpha 380: 2,6). Auch bei der Dynamik ist die Alpha 550 mit Werten zwischen 9,5 und 8,5 Blenden durch die Bank besser (Alpha 380: 9 bis 7 Blenden).

Sony Alpha 550

HerstellerSony
Preis650.00 €
Wertung41.5 Punkte
Testverfahren1.6

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