Testbericht

Sony Alpha 300

Die Alpha 300 (400 Euro) ist als 10-Megapixel-Modell eine nahe Verwandte der 14-Megapixel-Kamera Alpha 350. Bei beiden kann das Gehäuse nicht restlos überzeugen: Der Handgriff ist zwar griffig gummiert und ergonomischer geformt als etwa bei der EOS 1000D, doch fehlt das gummierte Gegenstück an der Rückseite, so dass der Daumen nicht so recht Halt findet. Und der eingebaute Blitz klappt zuwenig über das Gehäuse hinaus, so dass rote Augen bei Porträts vorprogrammiert sind. Sehr erfreulich ist jedoch der eingebaute Bildstabilisator der Sony (Super Steady Shot).

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Zum automatischen Scharfstellen bietet die Alpha neun Messfelder, von denen das mittlere ein Kreuzsensor ist. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit ist bei der Alpha 300 mit 0,25/ 0,33 s bei 3000/30 Lux ähnlich kurz wie beim Schwestermodell Alpha 200.Bei der Live-View-Funktion ist die Alpha 300 den meisten Konkurrentinnen ein Stück voraus. Anstatt den Hauptsensor für das Live-View zu verwenden, wofür der Spiegel im Kameragehäuse den Strahlengang freigeben müsste, verwendet Sony einen zweiten Sensor im Suchersystem. Ein beweglicher Spiegel als Teil der Pentaspiegelkonstruk-tion lenkt das Bild auf den Zweitsensor, so dass es auf dem Monitor angezeigt werden kann.

Der entscheidende Vorteil dabei ist, dass der Phasendetektions-AF weiter aktiv und der Rückschwingspiegel in Ausgangsstellung bleiben können. Die zeitraubende Dunkelphase bei der automatischen Fokussierung entfällt, und der Autofokus arbeitet ebenso schnell wie bei abgeschaltetem Live-View. Die Kehrseite des Live-View-Komforts ist die geringe effektive Vergrößerung des Spiegelreflexsuchers: Faktor 0,47 steht für ein ziemlich kleines Sucherbild, das SLR-Feeling nur in begrenztem Maß aufkommen lässt.

Applaus verdient die Alpha 300 aber dafür, dass sich der 2,7-Zoll-Monitor aus dem Gehäuse schwenken lässt - ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse. Zwei Scharniere erlauben einerseits das Schwenken nach unten um etwa 30 Grad, so dass man gut über Kopf fotografieren kann, zum anderen einen Schwenk in die Horizontale. Man schaut dann wie bei einem Lichtschachtsucher von oben auf den Monitor. Seitlich verschwenken, wie etwa bei Panasonic Lumix DMC-L10 oder Olympus E-3/E-30, lässt sich der Monitor jedoch nicht.

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Der Monitor lässt sich aus dem Gehäuse klappen, was die Motivsuche beim Live-View sehr komfortabel macht.

Der Monitor schaltet sich sensorgesteuert ab, wenn man sich mit dem Auge dem Sucher nähert; zudem wird die Darstellung auf Hoch- und Querformat bezogen angepasst. Bei der Anzeige von Aufnahmeparametern hat man die Wahl zwischen einer Variante mit besonders großen Lettern und einer zweiten mit kleineren Schriften und höherer Informationsdichte. Im Bedienkonzept sind sich die Alpha-Modelle 200, 300 und 350 sehr ähnlich. Unpraktisch ist, dass beim Einschalten des Menüs immer der erste Eintrag im Aufnahmemenü angewählt wird und man nie an der Stelle weitermachen kann, wo man kurz zuvor aufgehört hat - besonders ärgerlich bei der Blitzlichtkorrektur.

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Der automatische Kontrastausgleich (D-R) lässt sich in zwei Stufen (Standard und Erweitert) verwenden.

Bildqualität: Der 10-Megapixel-CMOS der Alpha 300 schafft die höchsten Werte für die Grenzauflösung in diesem Testfeld: 1315/1066 LP/BH bei ISO 100/1600, allerdings zum Preis eines hohen Texturverlusts (Wiedergabe kontrastarmer Strukturen): Mit 2,2/3,5 bei ISO 800/1600 ist die Alpha 300 in diesem Punkt noch etwas schlechter als die Alpha 200 (1,5/3,0). Beim Rauschen erreichen die beiden Modelle vergleichbare, bezogen auf das Konkurrenzumfeld jedoch verbesserungswürdige Ergebnisse. Der Objektkontrast fällt von 8,5 Blenden bei ISO 100 bis auf 6,5 Blenden bei ISO 1600 ab.

Detaillierte Testergebnisse - Sony Alpha 300

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