Spiegellose Systemkamera

Sony A3000 im Test: Spiegellose Alpha zum Einsteiger-Preis

Im Test: Die Sony A3000 kommt mit 20 Megapixel Auflösung, ohne Spiegel, dafür aber mit elektronischem Sucher - alles verpackt in einem klassischen SLR-Gehäuse, aber mit NEX-Bajonett. Sonys neue Einsteigerkamera Alpha 3000 sieht aus wie eine klassische SLR, ist aber technisch eine spiegellose NEX-Kamera - und die lockt mit einem günstigen Preis.

  1. Sony A3000 im Test: Spiegellose Alpha zum Einsteiger-Preis
  2. Datenblatt
Sony Alpha 3000 Test

© Sony

Sony Alpha 3000 Test

Pro

  • solide Bildqualität

Contra

  • schlechte Auflösung bei LCD/ elektr. Sucher
  • kein Touch- noch Klappdisplay
69,1%

Pro

  • solide Bildqualität

Contra

  • kein Touch- noch Klappdisplay
  • schlechte Auflösung bei LCD/ elektr. Sucher
69,1%

Mit der spiegellosen Alpha 3000 beschreitet Sony neue Wege im Einsteigersegment. Von außen sieht sie zunächst einmal aus wie eine gewöhnliche SLR. Allerdings verzichtet Sony in der A3000 auf den feststehenden Spiegel der SLT-Modelle, sondern baut NEX-Technik ein: Die Sony A3000 ist eine spiegellose NEX mit NEX-Bajonett, aber dem dickeren Gehäuse einer SLR oder SLT. Auch der wulstige Griff und der typische SLR-Höcker oben am Kamerabody erinnern an eine Spiegelreflexkamera mit Pentaprismen-Buckel und optischem Sucher. Herzstück ist ein 20- Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format.

Im Kit mit dem Standardobjektiv SEL 3,5/18-55 mm gibt es die Sony A3000 zum Preis von knapp 400 Euro, was sie zu einem preislich recht attraktiven Angebot für Einsteiger macht, zumindest im Vergleich zu entsprechenden klassischen SLRs der Konkurrenz von Nikon oder Canon. Als Objektive können direkt ausschließlich Modelle der NEX-Reihe angesetzt werden. Aktuell bieten Sony und Zeiss immerhin 18 Objektive mit E-Mount an. Zudem passen auch alle Alpha-Objektive, allerdings nur mit Adapter. Auf eine Bildstabilisierung in der Kamera wurde verzichtet; diese erfolgt objektivabhängig.

Sony Alpha 3000

© Sony

Im Detail: Schlanke Schulter mit Programmdrehwahlrand und den Basisfunktionen, links die Taste, um vom Sucher in LCD-Betrieb zu wechseln.

Ausstattung

Bis hier wirkt die solide verarbeitete Sony A3000 noch recht überzeugend, ein Blick auf die weitere Ausstattung enttäuscht allerdings schnell: Auf der Gehäuserückseite findet sich ein 3-Zoll-Monitor im etwas ungewöhnlichen 16:9-Format. Touchscreen oder Klappdisplay ist in dieser Preisklasse nicht unbedingt selbstverständlich.

In puncto Auflösung hätten wir uns aber mehr erwartet: Die Sony A3000 offeriert lediglich 76 800 RGB-Pixel, das ist nicht mehr zeitgemäß und für eine präzise Bildkontrolle wirklich wenig. Ebenso unspektakulär der elektronische Live-View- Sucher: Er bietet eine Auflösung von 67 200 RGB-Pixeln, die effektive Vergrößerung liegt, trotz 100prozentiger Bildfeldabdeckung, bei lediglich 0,46x. Optische Sucher von guten Einstiegs- SLRs sind hier definitiv im Vorteil.

Sony Alpha 3000

© Sony

Innen haben die Entwickler der Alpha 3000 einen 20 Megapixel auflösenden EXMOR-Sensor und den neuen Bionz-Prozessor spendiert. Beides findet sich auch in Sonys SLT-A58.

Das Bild wirkt in der Praxis nicht nur grieselig, sondern zudem stark blaustichig, sodass man mit dem LCD-Betrieb in der Regel besser fotografiert. Zudem umständlich gelöst: Der Sucher der Sony A3000 wird per Tastendruck aktiviert; einen Augensensor zur automatischen Umschaltung zwischen Monitor- und Sucherbetrieb besitzt die Alpha 3000 nicht. Immerhin ist eine Peaking-Funktion an Bord, die das Scharfstellen im manuellen Modus erleichtert. Nicht rühmen kann sich auch der integrierten Blitz mit einer Leitzahl von 4, der aber zumindest sinnvollerweise durch Systemblitze im Zubehörschuh unterstützt werden kann.

Um mit der Sony A3000 zu fotografieren ist in jedem Fall eines vonnöten: viel Geduld. Abwarten heißt es etwa bereits beim Anschalten der Kamera. Bis die Alpha 3000 auslösebereit ist, braucht sie ganze 1,5 Sekunden. Kamerabedienung und Menü erschließen sich dagegen recht schnell.

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Menü
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Das klare Menü der Sony Alpha 3000 mit plakativen Icons. Zum Abändern benutzerdefinierter Einstellungen muss man sich allerdings durch die einzelnen…

Neben den Standardfunktionen P-, M-, Sund A-Modi sowie einer intelligenten Vollautomatik findet man jede Menge Automatikfunktionen, die dem Fotografen kein tieferes Wissen abverlangen. Es gibt 11 Bildeffekte und einige Motivprogramme darunter Schwenkpanorama, eine Dynamikbereichsoptimierung, Multi-Shot-Aufnahmen für Auto-HDR, handgehaltene Nachtaufnahmen oder "Auto Object Framing", das automatisch den passenden Ausschnitt wählt und scharf stellt.

Manuelle Einstellungen sind bei der Sony A3000 zwar möglich, allerdings muss der Fotograf dazu in die Tiefen des Menüs eintauchen - das kostet wiederum Zeit. Direkttasten oder frei programmierbare Funktionsmöglichkeiten, wie bei höherwertigen Modellen üblich, gibt es nicht.

Sony Aplha 3000

© Sony

Fast so tief wie hoch: Dank des markanten Handgriffs lässt sich die Alpha 3000 trotz ausladender Maße und einem Gewicht von ca. 400 Gramm sicher halten.

Dafür hat die Alpha eine griffgerechte Taste rechts neben dem Sucher an Bord, um das Aufzeichnen von Videos direkt zu starten. Möglich sind Full-HD-Videos mit wahlweise 50 Halb- oder 25 Vollbildern pro Sekunde; das Ganze zwar ohne Schärfenachführung, dafür immerhin mit Stereoton.

Bildqualität

Dem vielen Tadel folgt ein Lob, wenn es um die Bildqualität geht: Die Sony A3000 versteht es, scharfe Bilder abzuliefern: Mit 1.587 LP/BH bei ISO 100 löst sie feine Details gut auf. Auch bei weniger Licht und ISO-Werten von 800 ist die Abbildungsqualität mit 1.572 LP/BH in Ordnung, allerdings lässt die Feinzeichnung bereits etwas nach. Wenig Anlass zur Kritik gibt auch das Rauschverhalten mit VN-Werten unter 1 bis ISO 800, ab ISO 1.600 wird das Bild grieseliger (VN 1,0).

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Dead Leaves
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Bis ISO 800 bleiben die Kurven sehr hoch, ein Indiz, dass Sony die Kontraste künstlich anhebt, was zu einem insgesamt leicht harten Bildeindruck…

Langsamer Autofokus

Auf einen schnellen Phasenautofokus muss man bei der Sony A3000 verzichten, auch den Hybrid-AF der NEX-5 kennt sie nicht. Die Alpha 3000 bietet einen einfachen Kontrast-AF mit 25 Punkten. Das Resultat: Bereits bei hellem 1000- Lux-Tageslicht reagiert die Sony A3000 für echte Schnappschüsse langsam (0,55 s). Auch in puncto Serienbildgeschwindigkeit kann sie nicht mal mit aktuellen SLRs mithalten: Die Serienbildrate liegt bei 3,51 (JPEGs) bzw. 3,48 (RAWs) Bildern/s. Nach 10 JPEGs oder 4 RAWs in Serie ist bereits Schluss. Bessere Ergebnisse will Sony mit der Spezial-funktion "Serienprioriät" erreichen. Was genau das ist und zu Lasten welcher Aufnahmeparameter verrät Sony allerdings nicht.

Testfazit

Für knapp 400 Euro bekommt man mit der neuen Sony A3000 eine Spiegellose im SLR-Look, die gut in der Hand liegt, eine solide Bildqualität meistert, Videos im Full-HD-Modus aufnimmt und eine reduzierte Bedienfläche mit vielen Automatiken bietet, was für Einsteiger ohne viel fotografisches Know-how sicher ein Vorteil ist. Wem das technisch unnötige bullige Design letztlich aber wirklich was bringt, bleibt fraglich.

Wer ein Einstiegsmodell in der Sony-A-Reihe sucht, ist im NEX-System gelandet, obwohl die Kamera wie eine A aussieht. Die Alpha 3000 hat weder Touch- noch Klappdisplay, sowohl das LCD als auch der kleine elektronische Sucher lösen schlecht auf, und die Kamera ist langsam. Deutlich mehr Qualität hat man in dieser Preisklasse um 400 Euro etwa mit einer echten A wie Sonys SLT-A58 oder einer echten NEX wie der 3N in der Hand.

Sony Alpha 3000

HerstellerSony
Preis300.00 €
Wertung53.5 Punkte

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