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Sounddeck

Sonos Playbase im Test

Sonos erweitert sein Multiroom-Sortiment mit einem schlichten, ultraflachen Sounddeck-Lautsprecher. Die Playbase wird einfach unter dem TV platziert und fungiert als Heimkino-Lösung oder Musik-Künstlerin. Wie schlägt sich das Universaltalent?

Sonos Playbase Test

© Sonos

Sonos Playbase im Test: Das schwarze Sounddeck fügt sich elegant in viele Wohnzimmer-Setups ein.

EUR 759,00

Pro

  • Klare Stimmen
  • Präziser Bass
  • Bedienung
  • Streaming

Contra

  • Kein HDMI
  • Kein Display
  • Kein DTS-Decoder

Fazit

video Testurteil: gut; Preis/Leistung: sehr gut; video Highlight
79,0%

Es war ruhig geworden um Sonos, den Multiroom-Guru aus den USA. Doch haben sie die vergangenen Monate damit verbracht, an einem neuen Lautsprecher zu feilen, der Playbase. Während Sonos-User bisher in puncto TV-Sound auf einen flachen Balken, die Playbar, zurückgreifen mussten, bringen die Kalifornier jetzt ihr erstes Sounddeck auf den Markt. Wie es dazu kam? Laut eigener Marktforschung hängen ca. 70 Prozent aller TV-Haushalte das Gerät nicht an die Wand, sondern platzieren es stehend. 

Genau dann wird ein Sounddeck interessant, auf welches wir den Fernseher einfach oben drauf stellen. In diesem Fall bietet sich ein Platz von 72 auf 38 Zentimeter an, um den bis zu 35 Kilogramm schweren TV zu tragen. Das sollte im Normalfall ausreichen. Je nach Standfuß hat Sonos eine entsprechende (zusätzlich zu erwerbende) Halterung im Portfolio, wobei die Füße größerer Modelle sogar rechts und links davon platziert werden könnten.

Dank einer Höhe von gerade einmal 5,8 Zentimetern passen die Bild-Giganten also einfach darüber. Wir sind vom schlichten Design des in Schwarz oder Weiß erhältlichen Lautsprechers begeistert: Das massive Polycarbonat-Glas-Gehäuse wirkt wie aus einem Guss und dürfte sich in sämtliche Wohnzimmer-Einrichtungen integrieren lassen. Ein dreitastiges Touch-Feld (lauter, leiser, Play/Pause) steht zur manuellen Bedienung bereit.​​

Sonos Playbase

© Josef Bleier, Hersteller

Die Sonos Playbase kann mit anderen Sonos-Lautsprechern kombiniert werden.

Easy Going​

Wir schließen die Playbase mittels im Lieferumfang enthaltenem Toslink-Kabel am Digital-Ausgang unseres TVs an, kümmern uns um die Stromzufuhr, und schon kann es losgehen. Fast. Denn zuvor müssen wir noch die entsprechende Sonos App aufs Smartphone laden, mittels derer wir das schicke Deck überhaupt erst bedienen können. Wie wir es schon von der Playbar oder anderen Sonos-Komponenten kennen, wird keine Fernbedienung mitgeliefert. Die Installation​ gelingt spielend leicht, Sonos leitet durch die jeweiligen Schritte wie Kabelanschluss, WLAN-Verknüpfung oder die mögliche Einbindung ins bestehende Multiroom-System. 

Praktisch ist hierbei das Anlernen der TV-Fernbedienung auf die Playbase, um zumindest die Lautstärke regulieren zu können. Denn von einer möglichen HDMI-CEC Steuerung profitieren wir aufgrund der fehlenden Buchse leider nicht. Schade, eine HDMI-Verbindung hätten sich alle Heimkino-Fans doch gewünscht. Hochauflösende Surround-Formate wie Dolby True HD lassen sich via optischer Verbindung nämlich leider nicht wiedergeben, ebenso wenig wie DTS-HD Master Audio.​

Sonos App Screenshot

© Josef Bleier, Hersteller

Über die App lassen sich auch tonale Feinheiten individuell einstellen. Bei Filmen kann man minimal an Bass zulegen, für Musik-Content dürfen es etwas kräftigere Höhen sein.

Auf letzteres Format müssten Sonos-User aber ohnehin verzichten, da kein DTS-Decoder an Bord ist. Daher müssen wir im Menü des Fernsehers (oder bei direkter Verbindung mit dem Blu-ray Player entsprechend in den Einstellungen dieses Geräts) unbedingt die Audio-Ausgabe auf PCM-Ton umstellen. Lassen wir das Format auf „Automatisch“, bleibt das Sounddeck bei DTS-Tonspuren stumm. So kennt man das aber bereits vom kalifornischen Hersteller.​​

Sonos Playbase

© Josef Bleier, Hersteller

Sonos Playbase

Völlig losgelöst

Insgesamt zehn Lautsprecher werkeln im Innern der Playbase. Davon sind je drei Mitteltöner rechts und links platziert, sowie ein Hochtöner in der Mitte und je ein Pendant seitlich, für möglichst effektiven virtuellen Surround-Sound. Für Kraft im Pegelkeller sorgt ein 13-Zentimeter-Tieftöner. Alle zehn Treiber werden von einer eigenen Class-D-Endstufe angetrieben. Optisch verdeckt werden die Speaker mit einer hochwertigen Abdeckung mit insgesamt 43.000 winzigen Löchern, die nach außen hin in Richtung Woofer größer werden. 

Ist dies das Geheimnis für großen Sound aus kleinem Gehäuse? Wir wollen es heraus finden und legen los. Zuallererst mit ein paar Action-Streifen. Unser erster Gedanke: nicht übel, wie mitreißend das Deck aufspielt und welch knackige Schüsse abgefeuert werden – ganz ohne externen Subwoofer. Außerdem finden wir Gefallen an der natürlichen, feinen Abstimmung und Dynamik.

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Wir hören feinste Details (wie etwa das Rascheln des Untergrunds bei Betreten oder Naturgeräusche wie Vögelzwitschern), wie wir sie bei ähnlichen TV-Soundlösungen oftmals gar nicht oder nur vage wahrnehmen konnten. Insgesamt breitet sich eine große Soundkulisse vor uns aus, die die physischen Abmessungen der Playbase sowohl nach oben als auch seitlich um einiges übertrifft. Der Hubschrauber aus Silvester Stallones Expendables-Runde schafft es zwar nicht ganz an die Decke, aber ein gutes Stück über die obere TV-Kante.

Sonos Playbase

© Josef Bleier, Hersteller

Relativ minimalistisch sind die Anschlüsse gehalten: mittels optischer Digitalverbindung kommuniziert das Sounddeck mit dem TV. Neben WLAN steht eine LAN-Buchse zur Verbindung mit dem Netzwerk zur Verfügung.

Kleiner Kritikpunkt: Von seitlichen Hörpositionen gerät die räumliche Abbildung etwas schnell ins Schwanken und mindert den Filmgenuss ein wenig. Noch deutlicher wird dieser Effekt beim Zuspiel von Musiktiteln. Wir geben ein Minimum an Höhen hinzu, dann gefallen uns Adeles gefühlvolle Titel noch etwas besser, ebenso wie RnB-Rhythmen. Minimale tonale Schwächen in den mittleren Lagen lassen sich bei genauem Hinhören feststellen. Mit 88 dB gemessener Maximallautstärke dürften die meisten Haushalte zurechtkommen, auch der eingebaute Tieftöner spielt mit 39 Hertz relativ weit unten im Frequenzkeller mit.​

Über die App lässt sich ein Nacht-Mode aktivieren, der Bässe reduziert und sich für spätere Stunden oder nörgelige Nachbarn anbietet. Ebenso können wir den Sprachmodus einschalten. Nach mehreren Proben mit unterschiedlichen Titeln kommen wir zu dem Ergebnis, dass der Mode zwar öfter die Sprachwiedergabe durchaus verbessert, jedoch schnell etwas gekünstelt klingt. Die Protagonisten neigen zu leichtem Näseln. Ob man diese Einstellung nützt, kommt auf den Inhalt an. Eine aktivierte Loudness-Funktion eignet sich für das Hören mit minimaler Lautstärke, da sie bestimmte Frequenzen verstärkt.​

Screenshot: Sonos App

© Josef Bleier, Hersteller

Als Fernbedienung fungiert die kostenlose Sonos App für Android und iOS. Praktisch: Für die Lautstärkeregelung kann auch der TV-Geber angelernt werden.

Musik-Talent 

Doch Sonos setzt mit seinen Produkten ja auch vermehrt auf Musikliebhaber. Praktisch ist daher das kinderleichte Umswitchen zwischen TV-Sound und den Lieblingshits. Es bedarf nur eines Klicks in der App, und schon hat man Zugriff auf sämtliche zuvor installierte Streaming-Services wie Spotify, Deezer, Internetradiosender und Co. 

Oder aber selbstverständlich auf die Hits am Handy selbst, den im gleichen WLAN-Netz angemeldeten Computer oder Server. Auch in diesem Fall leitet die Sonos App Step by Step durch den Installationsprozess, falls noch nicht passiert. Coole Sache: Im Laufe des Jahres sollen sämtliche Sonos-Produkte auch Alexas Sprache erlernen. Bluetooth ist nicht an Bord.

Sonos App Screenshot

© Josef Bleier, Hersteller

Musikauswahl leicht gemacht: Die Such-Funktion greift gleichzeitig auf die Hits am Handy und sämtliche aktivierte Streaming-Dienste zu. Praktisch!

Fazit 

Wer eine dezente, hochwertig verarbeitete TV-Soundlösung sucht, aber auch gerne Musik vom Handy abspielt, ist mit dem Sonos Sounddeck gut beraten. Der Fernseher kommt einfach oben drauf, und das System lässt sich mit einem externen Sub oder weiteren Speakern vergrößern. Und beim Thema Sound: Daumen hoch!​

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Quelle: video
Das Team von video hinter den Kulissen einer 4K-Videoproduktion.

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