Testbericht

SoftMaker Office 2012

Besser als OpenOffice, billiger als MS Office - mit diesem Anspruch tritt SoftMaker mit Office 2012 gegen die stärker verbreiteten Büropakete der Konkurrenz an.

SoftMaker Office 2012, ring, farben, logo

© Hersteller/Archiv

SoftMaker Office 2012, ring, farben, logo

Eine Besonderheit von SoftMaker: Die Programme der Nürnberger Software-Schmiede lassen sich ausnahmslos auch vom USB-Stick aus betreiben. Wer will, kann somit seine gewohnte Arbeitsumgebung auf Geschäftsreise mitnehmen oder in den Urlaub.

Die Oberfläche der Programme im Paket ist gut aufeinander abgestimmt und erinnert eher an Office 2003 als an 2007/2010. Auf die Ribbons verzichtet SoftMaker bewusst und hält an der gewohnten Menüstruktur fest. Eindeutige Symbole für die Schaltflächen erleichtern Einsteigern den Zugang zu den Programm-Modulen.

Auch in der 2012er Generation bleiben die SoftMaker-Programme angenehm klein: Die Textverarbeitung TextMaker, die Tabellenkalkulation PlanMaker und das Präsentationsprogramm Presentations benötigen weniger als 200 MByte Plattenplatz. Die Ressourcen-sparende Programmierung sorgt dafür, dass die Programme auch auf wenig schnellen Systemen praktisch verzögerungsfrei reagieren.

Filter-Feuerwerk

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Saubere Formel: Das Excel-Gegenstück PlanMaker importiert auch komplexe Excel-Tabellen einwandfrei.

Eine SoftMaker-Stärke sind die selbst programmierten Im- und Exportfilter. Diese hat der Nürnberger Anbieter überarbeitet und erweitert. Neu in SoftMaker Office 2012 sind neue Filter für Office 2010: Beispiele sind der erstmals mögliche Export ins Excel-2010-Format XLSX und das Lesen- und Schreiben von PPTX-Dateien. Bereits in der, der Redaktion vorliegenden, Betaversion überzeugten die Im- und Exportfilter selbst bei komplexen Dokumenten.

Gut erhalten blieben die PowerPoint-Folien, auch größere Excel-Tabellen mit Formeln ließen sich ohne weiteres zwischen Excel 2010 und PlanMaker tauschen. Nicht immer optimal funktionierte in der Beta dagegen die Übernahme von Word-Dokumenten mit eingebetteten Grafiken, die von Text umflossen wurden - hier änderte sich teilweise gegenüber dem Original der Umbruch.

TextMaker auf dem DTP-Pfad

Das Schreibprogramm TextMaker bietet mit Funktionen wie Musterseiten längst eine Reihe von praktischen Funktionen für lange Dokumente. Im Prinzip eignet sich das Programm auch als einfaches DTP-Programm. TextMaker unterstützt sogar Feinheiten wie Ligaturen oder die optische Bündigkeit von Blocksatz.

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Die Übernahme der PowerPoint-Folien bereitet Presentations wenig Mühe.

Die neue Seitenleiste erleichtert Navigation und Formatierung. Viele bisher schmerzlich vermisste Detailverbesserungen werten TextMaker auf. Dazu zählen die Vorschau bei Datei/Neu, die Vorschau bei Absatz- und Zeichenvorlagen, Autoformatierung von Tabellen oder die automatische Hochstellung. Etwas umständlich und altbacken wirkt der in die Jahre gekommene Formeleditor.

Ganz hervorragend und weit durchdachter als in Word gelöst ist dagegen der Umgang mit unterschiedlichen Sprachen. TextMaker eignet sich so bestens für arabische oder persische Texte, deren Buchstaben - anders als die Ziffern - von rechts nach links verlaufen.

Die auffälligste Neuerung in TextMaker findet sich in der etwas teureren Professional-Variante: Hier ist der Duden-Korrektor mit Rechtschreib- und Grammatikprüfung sowie der Silbentrennung integriert. SoftMaker Professional enthält auch eine neue Auflage des Deutschen Universalwörterbuchs.

Konsolidierter PlanMaker

ERSTER EINDRUCK

SoftMaker Office 2012

69,95/99,95 Euro; www.softmaker.de

Betriebssysteme: Windows ab XP (32 und 64 Bit); Linux- und Android-Versionen sollen folgen

Besonderheiten: Duden-Korrektor in Professional, sehr gute Filter, lauffähig vom USB-Stick

Im Excel-Gegenstück PlanMaker können Anwender mit benutzerdefinierten Zahlenformaten rechnen. Die bisher nicht unterstützten Diagrammblätter liefert SoftMaker endlich mit Version 2012.

Neu sind das Zellenformat Text, eine Datenkonsolidierung, wichtig für große Tabellen mit vielen Verknüpfungen, die Option, doppelte oder leere Zeilen zu entfernen und die Option, Text in Spalten aufzuteilen. Die Diagrammtypen erhalten mit Boxplot und dem Börsendiagramm Hi-Lo-Chart Zuwachs.

Präsentation mit erweiterten Vorlagen

Das ehemalige Mauerblümchen im Softmaker-Paket, das Präsentationsprogramm Presentations, gewinnt durch deutlich mehr und gute Vorlagen. Bestehende Designs lassen sich einfach übertragen. Auch passwortgeschützte PowerPoint-Dateien lassen sich jetzt lesen und schreiben. Brach bisher eine verknüpfte Sounddatei beim Folienwechsel zwangsläufig ab, lässt sich der Ton jetzt auch über mehrere Folien hinweg abspielen.

FAZIT:

SoftMaker Office macht Lust auf mehr. Das Paket liefert sicher nicht so viele Möglichkeiten wie MS Office, glänzt jedoch als praxis-taugliche, wohldurchdachte Alternative.

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