Scharfschützenspiel

Sniper: Ghost Warrior 3 im Test - Noch immer nicht super

Sniper: Ghost Warrior 3 ist der neue Teil einer bislang eher durchwachsenen Reihe. Im Test klären wir, ob der dritte Ableger einen Sprung nach vorne schafft.

Sniper: Ghost Warrior im Test

© CI Games

Sniper: Ghost Warrior 3 lässt Sie mit Drohnen spielen.

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EUR 40,89

Pro

  • Befriedigendes Sniper-Gameplay
  • Teilweise schöne Grafikeffekte
  • Gute Klettereinlagen

Contra

  • Story zum Fremdschämen
  • Schlechte Inszenierung
  • Fiese Technik-Macken

Fazit

Sniper: Ghost Warrior 3 ist besser als seine Vorgänger. Der Kauf sollte dennoch wohlüberlegt sein.
Vielversprechend

Trotz eher durchwachsener Resultate in der Fachpresse haben sich die bisherigen "Sniper: Ghost Warrior"-Teile durchweg gut verkauft. Kein Wunder also, dass es jetzt bereits einen dritten Teil gibt. Und der soll, glaubt man den Entwicklern, alles besser machen.

Sniper: Ghost Warrior 3 im Test: Die Story

Wir spielen Jon North, einen Elite-Scharfschützen. Der muss seinen kleinen Bruder – ebenfalls ein Scharfschütze – retten. Denn er wurde entführt. Also machen wir uns auf nach Georgien, wo Separatisten gerade den Aufstand proben. Und als wäre das nicht genug, treffen wir auch noch auf einen geheimnisvollen – Sie ahnen es? – Scharfschützen. Viel mehr bietet die Story leider nicht. Und als Krönung wird diese plumpe Geschichte auch noch von einer Inszenierung begleitet, die dem Spieler recht häufig die Schamesröte ins Gesicht treibt. Dümmliche Dialoge und eine nervtötende deutsche Synchronisation sind das berühmte i-Tüpfelchen.

Sniper: Ghost Warrior 3 im Test: Das Gameplay

Sniper: Ghost Warrior im Test

© CI Games

Sniper: Ghost Warrior 3 hat auch positive Seiten, die Gameplay-Mechanik etwa ist ganz okay und kann Spaß machen.

Okay angesichts der wenigen Sniper-Games auf dem Markt können eingefleischte Scharfschützen-Fans womöglich über derlei Dinge hinwegsehen. Denn das Gameplay ist an sich stimmig. Zwar sind die Missionen stets nach Schema-B gestrickt – in ein Gebiet eindringen, jemanden um die Ecke bringen oder etwas bergen – dennoch kommt bereits nach wenigen Minuten das Gefühl auf, tatsächlich ein Sniper zu sein. Wer als Anfänger spielt, dem wird ordentlich unter die Arme gegriffen, zum Beispiel wie der Wind die Flugbahn des Projektils beeinflusst.

Mit steigendem Schwierigkeitsgrad nehmen die Hilfen ab. Und irgendwann muss man dann selbstständig berechnen, wie die Kugel fliegt. Ähnlich wie in Sniper Elite 4 folgen wir dieser sogar mithilfe einer Bullet-Cam. Ghost Warrior 3 verzichtet im Gegensatz zu Sniper Elite allerdings darauf, den Einschlag der Kugel besonders zu inszenieren. Dennoch: Gegner ausschalten, das macht Spaß! Und wenn es einmal hart auf hart kommt und wir entdeckt werden, dann greifen wir eben zu Pistole oder MG. Diese Gefechte spielen sich vor allem aufgrund der dämlichen KI allerdings recht anspruchslos.

Sniper: Ghost Warrior 3 im Test: Offene Spielwelt

Sniper: Ghost Warrior im Test

© CI Games

Die Spielwelt müssen wir nicht immer zu Fuß bereisen.

Ghost Warrior 3 bietet, wie zahlreiche große Shooter-Vorbilder, eine offene Welt, die wir nach Lust und Laune erkunden dürfen. So können wir uns stets unseren eigenen Weg ins Feindgebiet suchen und selbst bestimmen, wie wir vorgehen. Leider ist die Welt im Vergleich zu Far Cry und Co. sehr dröge, fast schon langweilig. Uns laufen hier und da ein paar Wildtiere über den Weg, das war es aber auch schon. In den vereinzelten Dörfern können wir mit ausgesuchten Einwohnern sprechen und erhalten sogar ein paar Nebenmissionen. Schade nur, dass diese sich kaum bis gar nicht von der Herangehensweise der Hauptmission unterscheiden. Abwechslung? Fehlanzeige.

​Sniper: Ghost Warrior 3 im Test: Die Technik

Für die Grafik griffen die Entwickler auf die – richtig eingesetzt – beeindruckende CryEngine. Vor allem auf der Playstation 4 sind unangenehme Framerate-Drops besonders zu spüren. Hier werden die 30 FPS regelmäßig unterschritten, was den Spielspaß stört. Weit entfernte Objekte verschwinden – ganz oldschool – in einem Nebel, immer wieder aufpoppende Darstellungen und verwaschene Texturen setzen dem Ganzen die Krone auf. Auch Bugs wie verschobene Wände oder falsch spawnende Gegner sind störend. Und von der Ladezeit wollen wir gar nicht erst reden. Die beträgt teilweise bis zu fünf Minuten. Das ist nicht mehr zeitgemäß!

Sniper: Ghost Warrior 3 im Test: Fazit

Ist das Spiel ein Totalausfall? Nein. Allerdings ist es auch kein Highlight, denn die Inszenierung, die Technik und die Story sind keinesfalls AAA-Qualität. Sniper: Ghost Warrior 3 hat so seine Momente, beispielsweise dann, wenn man gerade ein ganzes Lager leergefegt hat, ohne entdeckt zu werden. Das allein reicht aber nicht für eine gute Wertung. Hier wäre mehr drin gewesen.

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