Testbericht

Smart-Surround im Test

Wer sich das Wohnzimmer nicht mit einem ganzen Lautsprecher-Arsenal vollstellen will, braucht auf Surround-Spaß nicht zu verzichten. Viele Verfahren versprechen Abhilfe. Wir sagen Ihnen, welches zu Ihnen passt.

Test Surround: Smart-Surround

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Test Surround: Smart-Surround

Wer sich das Wohnzimmer nicht mit einem ganzen Lautsprecher-Arsenal vollstellen will, braucht auf Surround-Spaß nicht zu verzichten. Viele Verfahren versprechen Abhilfe. Wir sagen Ihnen, welches zu Ihnen passt.

Wer ein zu kleines Wohnzimmer beziehungsweise eine zu kleine Brieftasche für ein ausgewachsenes 5.0- oder 5.1-System besitzt, ist doppelt gestraft. Denn die Entscheidung zugunsten einer jener inzwischen zahlreich angebotenen Klanggaukler bedeutet, irgendwo zwischen Virtual Surround, Soundbeamer und sonstigen Tricks den Überblick zu verlieren. Außerdem lockt Edelhersteller Arcam mit einem puristischen 2.1-tauglichen DVD-Receiver, der die 5.1-Spuren von Dolby Digital und DTS einfach nur auf zwei Kanäle plus Subwoofer heruntermixt, was auch räumlicher als Stereo klingen kann.

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Eine interessante Nischenlösung, doch im Wesentlichen kristallisieren sich derzeit zwei Strömungen heraus: Die Virtualizer wie sie im Soundbar Canton DM 70 vorkommen und die Sound-Projektoren, deren Präsenz am Markt ganz besonders von Yamaha geprägt wird. Bose baut auf eine eigene Kombination aus sogenannten Gemstone Speaker Arrays mit zwei separat angesteuerten Breitbändern pro Frontbox und dem zu den Virtualizern zählenden Bose TrueSpace-Verfahren, das wie üblich als Betriebsgeheimnis gehütet wird. Vor den Toren von Framingham sieht es so aus: Das Unternehmen SRS teilt sich den Markt für virtuelle Surround-Produkte mit Dolby auf. Deren Verfahren nennt sich Dolby Virtual Speaker und baut wie das SRS-Prinzip TrueSurround auf psychoakustische Effekte.

Auf gut Deutsch überlisten die beiden Tricksereien das menschliche Gehör, das Richtung und Entfernung nach drei wesentlichen Parametern ermittelt: Lautstärke- und Phasendifferenzen zwischen beiden Ohren und Veränderungen des Frequenzgangs, die auf der Außenohrübertragungsfunktion basieren. Durch die Form unserer Ohren verändert sich richtungsabhängig auch der Frequenzgang einer Schallquelle. Bereits Kopfhörer-Pionier Dr. Günther Theile vom IRT (Institut für Rundfunktechnik) schuf auf Basis sämtlicher Erkenntnisse vor Jahrzehnten diffusfeldentzerrte Kopfhörer-Systeme, die mit Kunstkopfstereophonie-Aufnahmen (die beiden Mikrofone steckten in den Ohren einer Kopfnachbildung) räumliches Hören ermöglichten.

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An die Wand geworfen: Der YSP-3000 strahlt die Surround- Kanäle gerichtet an die umliegenden Wände ab, um das Ohr zu täuschen.

Die Sound-Beamer setzen dagegen auf einen Umstand, den man beim normalen Lautsprecher möglichst vermeiden möchte: Große Membranflächen bündeln zu höheren Oktaven hin in Abhängigkeit von Frequenz und Membrandurchmesser den Schall. Deshalb sind Hochtöner möglichst klein, um eine Richtwirkung zugunsten gleichmäßigen Abstrahlverhaltens zu vermeiden.

Genau darauf legt es aber Yamaha beim YSP-3000 und seiner Familie an: Durch signalabhängiges Zusammenschalten mehrerer der 21 winzigen Breitbandchassis lässt sich die effektive Membranfläche vergrößern und den Surround-Kanälen eine Richtwirkung, wie man sie von einem Spotlicht kennt, verpassen. Somit kann Yamaha die umliegenden Wände wie beim Billard nutzen, um den Schall der rückwärtigen Boxen über "Bande" zum Hörplatz zu senden.

Weitere Phaseneffekte helfen, die schmale Basisbreite weit über den 80 Zentimeter breiten Soundbar auszubreiten. Das klappt in Abhängigkeit vom Raum nicht 100-prozentig perfekt, aber liegt meilenweit über dem, was Fernsehlautsprecher an Raumklang bieten. Gegen den schwachen Bass hilft nur der Anschluss eines Subwoofers.

Canton schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Das tiefe MDF-Gehäuse des DM 70 bietet optimale Voraussetzungen für satten Bass und das Aufsetzen eines Fernsehapparates. Trotz rückwärtiger Bassreflexöffnung gestattet Canton dem 70er einen Wandabstand unter 10 Zentimetern. Für die meisten Leute, die auch Flachfernseher auf Möbel stellen, statt sie an der Wand aufzuhängen, sicherlich eine optimale Lösung.

Was Arcam und Bose in ihre Systeme gepackt haben und eine Typberatung finden Sie auf Seite 2...

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