Mit und ohne USB-Soundkarte

Sennheiser GSP-350 und GSP-300 im Test: Preiswerte Gaming-Headsets

Wir haben uns die Gaming-Headsets Sennheiser GSP-350 und GSP-300 im Test angesehen. Für 140 bzw. 90 Euro können ambitionierte Spieler wenig falsch machen.

Sennheiser GSP-350 und GSP-300 im Test

© Sennheiser

Wir schauen uns zwei neue Gaming-Headsets an. Links: das Sennheiser GSP-300; rechts: das GSP-350 mit USB-Soundkarte am Kabel.

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EUR 74,64

Pro

  • Verarbeitung
  • Komfort
  • Klang
  • Räumlichkeit

Contra

  • Kabellängen
  • GSP-350 mit teurem Zubehör

Fazit

Sennheiser punktet mit leistungsfähigen Headsets und leistet sich nur wenige kleine Fehler.
Hervorragend

Sennheiser hat mit dem GSP-300 und GSP-350 zwei neue Gaming-Headsets veröffentlicht. Die Kopfhörer-Mikrofon-Kombis stellen sich bei uns im Test – mit einem Fokus auf Gaming-Tauglichkeit und in Verbindung damit natürlich die Kommunikationsfähigkeiten. Das GSP-300 findet analog per Doppelklinke Anschluss an Rechner, Laptop oder mit mitgeliefertem Adapter auch an Smartphone und Tablet. Das GPS-350 bietet im Basisumfang lediglich einen Anschluss per USB. Am zweiteiligen Kabel ist eine kleine USB-Soundkarte. Das GSP-350 sollten vor allem Nutzer von konventionellen Onboard-Soundchips ins Auge fassen. Dazu später mehr. Die Preise liegen mit knapp 90 ohne und 140 Euro mit Soundkarte in einem für Gamer spannenden Bereich.

Plastik als vorrangig verbautes Material schränkt die Wertigkeit etwas ein, die Verarbeitungsqualität beider Hörer ist dennoch sehr hoch. Sie machen einen sehr stabilen Eindruck, sind dennoch sehr leicht und wirken alles andere als „billig“. Die wichtigsten Bedienelemente finden Sie direkt an den Außenseiten der Ohrmuscheln. Rechts kontrollieren Sie per Rad die Lautstärke, das Mikrofon schalten Sie stumm, indem Sie den Mikrofonarm hochklappen. Ein leichter Widerstand gibt Ihnen ein gutes Gefühl dafür, wann die Mute-Funktion greift und wann Sie wieder sprechen können. Die Headsets sind sehr bequem und bieten auch nach mehreren Stunden Nutzung ein komfortables Tragegefühl. Dafür sorgen Memory Foam am Bügel und Kunstlederpolster an den Ohrmuscheln. Für eine Reinigung nach stundenlangen Gaming-Sessions hätten die Ohrpolster gerne (leichter) abnehm- und wieder montierbar sein können.

Sennheiser GSP-350 und GSP-300 im Test

© Sennheiser

Auf der rechten Seite befindet sich ein Rad, mit dem Sie die Lautstärke einstellen können.

Das Kabel könnte bei der GSP-300 zudem etwas länger sein. Bei zwei Metern kann es zu Problemen kommen, wenn Ihr Rechner unter oder neben dem Tisch steht und sie das Kabel nicht direkt durch den Fußraum des Tisches, sondern an den Rändern entlang führen oder auch ein wenig verstecken wollen. Beim GSP-350 beträgt eine der zwei Kabellängen 1,7 Meter. Dabei handelt es sich um ein einfaches USB-Kabel. Das zweite mit 1,2 Metern fängt mit der USB-Soundkarte an, die als einziges Bedienelement einen Knopf für Dolby-Surround-Effekte hat, und schließt mit einem Klinkenstecker, der ins Headset führt (Das Kabel ist nur bei der GSP-350 abnehmbar). Bei einem entsprechenden Setup könnten Sie die Kabellängen des GSP-350  schnell als unpraktisch erachten. Notfalls aktivieren Sie den Dolby-Surround-Effekt und weitere Einstellungen im übersichtlichen Treiber. Der bietet Sound-Modi für Musik, E-Sports und Gaming sowie Optimierungen für Stimmen (Unterdrückung für Rauschen und Nebengeräusche).

Lesetipp: Soundkarte - ja oder nein?

Das abnehmbare Kabel ist praktisch, denn so können Sie hier ein eigenes verwenden, verzichten dann aber auf die Sennheiser-Soundkarte. Schade ist, dass entsprechendes Zubehör bei Sennheiser stolze 16,90 (dreipolig für PS4 oder Smartphone/Tablet) bzw. 19,90 Euro (Doppelklinke für PC und Laptop) kostet. Das Zubehör ist natürlich unnötig, sofern Sie die Karte nur digital betreiben. Ist ein ausschließlicher Analogeinsatz vorgesehen, gibt es das GSP-300. Doch wer sich beide  Optionen offenhalten will, kommt um den Zubehörkauf nicht herum. Immerhin funktionieren auch günstigere Kabel.

Sennheiser GSP-350 und GSP-300 im Test

© Sennheiser

Das Zubehör für die GSP-350 könnte günstiger sein.

Klang und Sprache: sehr gut!

Der Klang ist für Sennheiser-Headsets erwartungsgemäß ausgewogen und hochwertig. Die 50-Millimeter-Treiber in den geschlossenen Ohrmuscheln sorgen für einen sauberen und gut aufgelösten Sound. Bässe sind druckvoll, ohne das gesamte Klangbild zu dominieren. Die Mitten sind kräftig und übertragen wichtige Gaming-Sounds in jenem Bereich genau wie Sprache sehr präzise und klar. Die Höhen sind fein detailliert und übermitteln viele Nuancen bei anspruchsvollen Stücken und Soundtracks. Audiophile Musikliebhaber sollten sich jedoch in einer anderen Klasse umschauen, doch jene Nutzerschaft hat Sennheiser mit den beiden GSP-Headsets ohnehin nicht im Blick.

Sowohl bei Filmen als auch actiongeladenen Spielen können die Headsets überzeugen. Sie sollten jedoch eine dedizierte Soundkarte in Erwägung ziehen. Diese bieten in der Regel  mehr Power und eine bessere Signalqualität im Vergleich zu vielen Onboard-Lösungen. Zumal wäre es schade, wenn Sie virtuelle Surround-Effekte nicht einschalten könnten. Die Sennheiser-Headsets setzen sie – sowohl an verschiedenen Creative- als auch an der Sennheiser-Soundkarte(n) – sehr schön um. Die Räumlichkeit der Headsets ist atemberaubend. Unterschiede zu qualitativ niedrigeren – aber nicht unbedingt schlechten – Headsets bemerken Sie sofort. Das Orten in Online-Shootern klappt wunderbar. Im Vergleich zu einem Plantronics Gamecom beispielsweise konnten wir verschiedene, auch entscheidende Details – etwa entfernte Schritte oder nachladende Gegenspieler in Counter-Strike: Global Offensive –, deutlich besser wahrnehmen und räumlich zuordnen. Battlefield 1 als weiteres Beispiel vermittelt plötzlich ein ganz anderes Mittendringefühl. Spitze!

Sennheiser GSP-350 und GSP-300 im Test

© pc-magazin.de

Die minimalistisch gestaltete Oberfläche der Sennheiser-Software für das GSP-350: Hier wählen Sie Klangprofile aus, auf den anderen zwei Tabs die Mikrofonqualität. Zudem aktivieren Sie im Tool die Dolby-Surround-Effekte, wenn Sie nicht an das Kabel gelangen.

Im Vergleich mit hochwertigen und teureren (USB-)Soundkarten bliebe nur anzumerken, dass das Sennheiser-Dongle etwas mehr an maximaler Lautstärke hätte hergeben können. Der Klang ist dennoch hervorragend und klassischen Onboard-Lösungen durch die Bank weg überlegen. Gegen das Mikrofon mit eingebauter Geräuschunterdrückung gibt es nichts einzuwenden. Die Sprachqualität ist sehr hoch und Stimmen werden jederzeit klar und verständlich aufgenommen. Das haben wir ausgiebig in Teamspeak, Discord und Skype getestet. Ein einfaches Stummschalten per Mikrofon-Hochklappen ist zudem sehr praktisch und möchten wir künftig nicht mehr missen.

Fazit

Die beiden Sennheiser-Headsets GSP-300 und GSP-350 richten sich an den ambitionierten Gamer. Film- und Spielesound können durchweg überzeugen. Wer eine hochwertige Soundkarte einsetzt, greift zum GSP-300, wer Onboard-Sound nutzt, sollte die Mehrkosten für das GSP-350 auf sich nehmen. Die Kabellängen könnten nur problematisch sein. Audiophile Ohren könnten zwar ein paar Details in ihren Lieblingsstücken vermissen, doch dafür gibt es auch (deutlich teurere) HiFi-Kopfhörer.

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