Online-Piratenspiel

Sea of Thieves im Test: Im Ozean der ungenutzten Chancen

Sea of Thieves kommt von Entwickler Rare, der für Donkey Kong Country und andere Highlights bekannt ist. Was der Seeräuber-Spaß taugt, lesen Sie im Test.

Sea of Thieves im Test

© Microsoft

Sea of Thieves im Test
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Pro

  • Prima Grafik
  • Tolles Seeräuber-Feeling
  • Unterhaltsames PvP

Contra

  • Kein Loot-System
  • Kein Skill-System
  • PvP-System ausbaufähig
  • Keine vernünftige Langzeitmotivation
  • Auf Dauer langweilige Missionen

Fazit

Sea of Thieves schippert in einem Ozean ungenutzter Chancen. Schade.
Vielversprechend

Sea of Thieves muss im Test zeigen, was es drauf hat. Allein oder zu viert können wir unseren Traum, einmal Seeräuber zu sein, wahr machen.

Sea of Thieves im Test: Das Gameplay

In Sea of Thieves bewegen wir uns in einer riesigen, karibischen Open-World. Zuvor haben wir uns für einen männlichen oder weiblichen Piratencharakter entschieden, mit dem wir uns auf die Schaluppen wagen, um die wilde See zu durchkreuzen und Gegner über Bord zu werfen. Egal ob allein oder mit drei weiteren Recken, wir bekommen unser passendes Schiff auf jeden Fall vor die Nase gesetzt. Sind wir allein unterwegs, fällt das Boot kleiner aus, sind wir zu viert, steuern wir ein recht großes Schiff, das wir allein niemals beherrschen könnten. Denn Teamwork ist das A und O in Sea of Thieves.  Da müssen Segel gehisst, das Steuerrad beherrscht und der Rumpf repariert werden. Außerdem darf ein Mann auf dem Krähennest nicht fehlen. Schade, dass der Einstieg etwas holprig gerät, denn ein Tutorial gibt es nicht.

Auch eine richtige Story fehlt, denn Sea of Thieves besteht vielmehr aus lose aneinander gereihten Questreihen, die meist Such-, Sammel- oder Kampfaufträge beinhalten. In einer Mission müssen wir beispielsweise einen Schatz auf einer einsamen Insel finden. Einmal auf die Truhe gestoßen, bekommen wir Gesellschaft von Skeletten und müssen uns der Schergen erwehren – zum Beispiel mit Säbel oder Pistole. Das Kampfsystem ist hochgradig einfach und benötigt keinerlei Einarbeitungszeit. Getreu dem Motto „Immer feste druff“ segnet ein Skelett nach dem anderen das Zeitliche. Wir schnappen uns die Truhe, segeln zum Auftraggeber, fertig.

Sea of Thieves im Test

© Microsoft

Was sich gar nicht verkehrt anhört, das entpuppt sich doch leider recht schnell als Monotonie. Denn Sea of Thieves lebt von Grinding-Quests. Die gehen mit der Zeit an die Motivations-Substanz. Sind die ersten Stunden noch ganz unterhaltsam, stellt sich leider recht schnell Ödnis ein. Das liegt auch daran, dass die Mechanik hinter Sea of Thieves sehr einfach gehalten ist. Es fehlt beispielsweise komplett an Fähigkeitspunkten. Bessere Ausrüstung? Gibt es auch nicht zu erbeuten. Schiff aufrüsten? Pustekuchen.

Sea of Thieves im Test: Multiplayer mit mehr Abwechslung

Etwas abwechslungsreicher stellen sich die PvP-Gefechte dar, denn jedes Schiff auf dem Ozean wird ausschließlich von echten Mitspielern gesteuert. Und die sind einem nahezu nie wohlgesonnen. Hier kommt der Teamplay-Faktor richtig zum Tragen, denn solche Seeschlachten machen nur gemeinsam richtig Spaß. Während einer den Kapitän spielt und den Kurs bestimmt, kümmern sich zwei Mitspieler um die Kanonen an Bord. Und der vierte Mann an Bord? Der kümmert sich darum, die Löcher im Rumpf zu stopfen, damit das Schiff nicht untergeht.

Schade: man kann das Boot der Gegner nicht übernehmen, denn die spawnen nach ihrem Ableben wieder auf dem Schiff. Ist letzteres versenkt, dann wird es im nächsten Hafen direkt „wiederbelebt“. Auch schade: einen echten PvP-Modus gibt es nicht, denn die Begegnungen sind stets rein zufälliger Natur.  Und wirklich problematisch ist, dass einen diese PvP-Gefechte kaum weiter im Rang voranbringen. Das gilt auch für Erkundungstouren in der offenen Spielwelt. Einzig die – recht schnell langweilig werdenden – Mission bringen echten Fortschritt.

Sea of Thieves im Test

© Microsoft

Sea of Thieves im Test: Ein echter Hingucker

Grafisch kann man Sea of Thieves wenig vorwerfen. Der Cel-Shading-Look passt hervorragend, die Spielwelt wirkt stets einladend und gaukelt vor, hier könne man richtig viel entdecken. Ein echtes Highlight ist die raue See. Das Wasser sieht nicht nur grandios aus, es verhält sich auf authentisch. Sobald wir ordentlich Knoten machen, spritzt die Gischt aufs Deck. Stehen wir falsch zu den Wellen, werden wir ordentlich durchgeschüttelt. Das macht Spaß. 

Sea of Thieves im Test: Fazit

Sea of Thieves könnte ein echt unterhaltsames Spiel sein. Wären da nicht nur die ganzen ungenutzten Chancen. Warum gibt es kein Skill-System? Warum können wir die Schiffe nicht aufrüsten? Warum können wir unsere Ausrüstung nicht verbessern? Warum gibt es keinen echten PvP-Bereich? Warum gibt es kein vernünftiges Loot-System? Für ein Spielchen zwischendurch ist Sea of Thieves okay. Für mehr reicht es im bisherigen Stadium allerdings nicht.

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