TESTBERICHT

Schärfere Bilder - Scharfzeichnungs-Plug-Ins im Test

Klick - und das Foto ist im Kasten. Bei der Ansicht am Rechner dann die enttäuschende Wahrheit: Das Bild ist unscharf - doch nicht unbedingt verloren.

Plug-In, Photoshop

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Plug-In, Photoshop
Topas InFocus

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Die Oberfläche von InFocus beherbergt neben einer großen Vorschau eine Palette für Voreinstellungen sowie eine Palette mit Reglern.

Zwar bringen Photoshop und Co. schon Werkzeuge zum Schärfen mit, doch um gute Ergebnisse zu erzielen, sind mehrere Arbeitsschritte nötig, die entsprechendes Vorwissen verlangen. Einfacher geht es mit spezialisierten Plug-Ins. COLORFOTO hat sich drei solcher Programme für Photoshop genauer anschaut und klärt, ob sie einen Mehrwert bieten und für wen sich die Anschaffung lohnt. Klick - und das Foto ist im Kasten.Topas InFocus 1.0 Das Schärfe-Plug-In von Topaz Labs heißt InFocus und kostet 70 Dollar. Es ist für Windows und Mac erhältlich und funktioniert mit der Software Topaz Fusion Express auch als Plugin für Lightroom und Aperture. Das Programm ist kompatibel zu 64-Bit-Versionen von Photoshop und nutzt mehrere Prozessorkerne zur Berechnung. Die Oberfläche von InFocus beherbergt neben einer großen Vorschau eine Palette für Voreinstellungen sowie eine Palette mit Reglern. Eigene Einstellungen lassen sich ebenfalls abspeichern. Fürs Schärfen ist die Kategorie "Deblur" zuständig. Im Test hat sich besonders die Einstellung "Unknown/Estimate" unter "Blur Type" mit einem Radius von "2" als solide Basis erwiesen. "Generic" brachte dagegen meist deutlich schlechtere Ergebnisse. Anschließend ist ein Klick auf "Estimate Blur" nötig, um das Schärfen in Gang zu setzen. Die Einstellung zum Entfernen von Bewegungsunschärfe konnte hingegen nicht überzeugen - wie auch bei allen anderen bisher getesteten Schärfern mit dieser Funktion. Im Test punktete das Plugin mit solider Schärfung, hatte allerdings Probleme mit schrägen Kanten: hier zeigten sich öfter Treppen-Effekte - bei der Konkurrenz hingegen nicht. In Sachen Geschwindigkeit liegt InFocus mit gemittelten acht Sekunden in der Mitte. Fazit: Topaz InFocus überzeugt mit praktischer Oberfläche und gutem Funktionsumfang, kann bei der Bildqualität jedoch nicht mit den Konkurrenten mithalten. The Plugin Site FocalBlade 2.02

Plugin Site FocalBlade

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Im "Startmodus" von FocalBlade können Anwender nichts falsch machen.

Der Testkandidat mit den meisten Funktionen heißt FocalBlade und kostet 70 US-Dollar. Es ist für Windows und Mac erhältlich und nutzt 64 Bit sowie mehrere Prozessorkerne. Die Oberfläche ist im "Startmodus" schlicht und übersichtlich, per Dropdown-Menü können die Anwender aus den Voreinstellungen wählen. Auch eigene Einstellungen lassen sich abspeichern und stehen bei der nächsten Session mit der Software schnell zur Verfügung. Prinzipiell genügt es, die Schärfe für Konturen und Oberflächen einzustellen, um gute Ergebnisse zu erhalten. Ein Häkchen bei "Analyse" verbesserte die Qualität im Test fast immer. Sämtliche Funktionen sind mit ausführlichen Erklärungen ausgestattet - so weit, so einfach. Deutlich komplexer wird die Software im "Hauptmodus". In Reitern stehen hier zahlreiche Regler zur Wahl, etwa zum Steuern von Farbrauschen oder weißen Säumen. Gewählte Farben lassen sich explizit vom Schärfen ausnehmen.

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Die Bildqualität überzeugt selbst im weitgehend automatischen Modus mit sehr guter Schärfe. Es treten kaum Artefakte auf, und es ist auch nur wenig Rauschen sichtbar. Eine hervorragende Leistung legt die Software FocalBlade außerdem bei der Arbeitsgeschwindigkeit hin: Gerade mal drei Sekunden benötigte FocalBlade im Schnitt für die Berechnung. Fazit: Sehr gute Ergebnisse schon im simplen Auto-Modus kombiniert mit großem Funktionsumfang für Spezialfälle machen FocalBlade zum Schärfer der Wahl. Fixer Labs FocusFixer v2

Fixer Labs FocusFixer

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FocusFixer lässt keine Fragen offen und produziert dennoch sehr gute Ergebnisse. Ab¬striche müssen Anwender dafür beim Funktions¬umfang und bei der Geschwindigkeit machen.

FocusFixer ist eines von vier Plug-Ins im FixerBundle. Außer dem Schärfe-Plugin liegen dem Paket noch Filter zum Entrauschen, Schattenaufhellen und Weichzeichnen bei. Das FixerBundle kostet zusammen 100 Dollar und ist für Windows und Mac erhältlich. Im Gegensatz zur Konkurrenz laufen die Plug-Ins nicht im 64-Bit-Photoshop - Anwender müssen daher die 32-Bit-Version starten.Als einziger Schärfer im Testfeld setzt FixerLabs auf Kameraprofile zum Schärfen der Fotos. Die Oberfläche gestaltet sich sehr simpel: zwei sehr kleine Vorher-/Nachher-Fenster, zwei Schieberegler, sowie die Kamera- und Blendenauswahl. Ein Häkchen aktiviert die automatische Schärfung. Abgesehen von den Kameraprofilen gibt es keine Voreinstellungen und auch keine Möglichkeit eigene zu speichern. In puncto Bildqualität weiß Focus-Fixer zu überzeugen. So präsentiert es schön geschärfte Bilder weitgehend ohne Artefakte oder Rauschen. Allerdings lässt sich die Software beim Berechnen ordentlich Zeit: Sie beträgt gemittelt über mehrere Fotos um 10 Megapixel rund 21 Sekunden und damit siebenmal länger als beim schnellsten Konkurrenten.Fazit: FocusFixer überzeugt mit einfacher Bedienung und sehr guter Bildqualität. Dafür müssen Anwender jedoch vergleichsweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen und können keine eigenen Einstellungen abspeichern. Gesamtfazit: Den verdienten Testsieg heimst FocalBlade von The Plugin Site ein. Die Kombination aus sehr guter Bildqualität, einfacher Bedienung oder komplexem Funktionsumfang nebst der höchsten Geschwindigkeit im Test lässt keine Wünsche offen. FocusFixer von FixerLabs überzeugt bei der Bildqualität ebenfalls. Die Beschränkung auf 32 Bit sowie die langsame Geschwindigkeit überzeugen im Vergleich jedoch nicht. Topaz Labs InFocus legt für die erste Version einen guten Start hin, kann bei der Bildqualität aber nicht mit den Konkurrenten mithalten.

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