Bilderdienst

ScanCorner im Test: Fotos, Dias und Abzüge digitalisieren lassen

Haben Sie auch noch Unmengen analoger Bilder zu Hause und liebäugeln damit, sie digitalisieren zu lassen? Wer gute Qualität zu einem günstigen Preis sucht, wird bei ScanCorner fündig – braucht aber gute Nerven, wie ein anonymer ColorFoto-Test zeigt.

Teaser ScanCorner

© Reinhard Merz

Das ColorFoto Produkt des Monats

An Selbstbewusstsein fehlt es ScanCorner nicht: Das Unternehmen wirbt auf www.scancorner.de, "der beste Digitalisierungsdienstleister in Deutschland" zu sein. Das Angebot klingt verlockend: Qualitativ hochwertige Scans mit mindestens 3.000 dpi inklusive Staub- und Kratzerentfernung sowie Farb- und Helligkeitskorrektur für 29 Cent pro Bild. Wir haben anonym getestet, wie gut ScanCorner tatsächlich ist.

Mit Schätzen aus dem Analog-Archiv ging es los: 100 Dias aus den 1980ern, das Gros glaslos und mit starkem Farbstich. Dazu Schwarzweiß- und Farbnegative unterschiedlicher Formate.

Weiter am PC: Die ScanCorner-Website wirkt handgestrickt, man findet sich aber schnell zurecht. Preise und Zusatzkosten sind aufgelistet, ab 1.000 Bildern gibt es gestaffelten Mengenrabatt. Neben Fotos aller Art (Dias, Negative, Abzüge bis A4 und komplette Alben) werden auch Videos (VHS, Super 8, Mini DV u.a.) digitalisiert. Der Bestellprozess ist ungewöhnlich: Zuerst meldet man sich an - inklusive Zahl und Art der Digitalisierungen - und schickt dann das Material samt ausgedruckter (!) Bestätigungsmail zur deutschen ScanCorner-Niederlassung.

Zehn Tage später ein erstes Lebenszeichen: Die Lieferung sei eingetroffen. Und dass es je nach Auftragslage zwei bis drei Wochen dauern könne, bis mit der Digitalisierung begonnen wird. Nichts für Eilige, aber nachdem die Bilder 35 Jahre auf Halde lagen, kommt es darauf nicht an.

Von Dia zum JPEG

© Reinhard Merz

Die JPGs haben in Originalgröße eine Auflösung von 3000 dpi und sind je nach Motiv zwischen 3 und 8 MB groß.

Zwölf Tage später die nächste Mail: Wir haben mit der Digitalisierung begonnen, die Fertigstellung kann bis zu 15 Tage dauern. Nach 25 Tagen meldet ScanCorner: "Wir haben die Digitalisierung Ihrer Bestellung abgeschlossen. In Kürze werden wir die Bilder/Videos in unsere Online-Galerie laden und Ihnen den Link senden." Tatsächlich kommt dieser noch am gleichen Tag, und die verkleinerten Bilder sehen gut aus. Also gleich den fälligen Betrag per Paypal überweisen, damit die DVD mit den hochaufgelösten Fotos auf die Reise geht. 14 Tage später ist noch kein Päckchen da. Auf der persönlichen Website wird die Bezahlung noch als offen geführt.

Die Mail an den Service wird am nächsten Arbeitstag beantwortet: "Leider wurden wir aufgrund eines Systemfehlers erst jetzt über Ihre Zahlung informiert. Ihr Paket wird morgen auf den Versandweg gebracht." Dazu gibt es eine förmliche Entschuldigung. Nach weiteren zehn Tagen - seit der Bestellung sind 79 Tage vergangen - ist das Päckchen schließlich da. Darin sind die Originale wieder sorgfältig eingetütet und mit Styroporflocken geschützt, nichts kam zu Schaden. Daneben eine DVD-ROM in schick bedruckter Hülle mit den Daten. Die JPEGs sind offensichtlich nicht geschärft, sondern eher weich abgestimmt. So lassen sie sich noch gut nachbearbeiten und "unscharf maskieren". Die Bilder einer Serie weisen identische Tonwertverteilung und Schärfe auf, damit kann die Nachbearbeitung automatisiert werden.

Fazit

Die Qualität der Scans ist für den Preis erstaunlich gut, vor allem Farb- und Kratzerkorrektur können überzeugen. Trotz etlicher Patzer bei Handling und Service ist ScanCorner eine gute Adresse - wenn man dann genügend Zeit mitbringt. In unserem Test waren es über elf Wochen.

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