IFA-Neuheit

Samsung UE78JU7590 im Test: Ein prachtvoller Gigant

Der Samsung UE78JU7590 bietet satte 78 Zoll Bildidagonale. Gerade beim Thema Ultra-HD ist die Bildgröße das entscheidende Kriterium. Die superfeine Auflösung erlaubt eine besonders immersive Sichtfeldabdeckung. Sprich: Dieses TV-Erlebnis ist der absolute Hammer.

Samsung UE78JU7590

© Josef Bleier / Lara Zanarini - shutterstock.com

Der Samsung UE78JU7590 bringt es auf eine Bilddiagonale von 198 Zentimetern.

Pro

  • Sehr beeindruckendes Riesenbild
  • Doppeltuner
  • curved Design (4,2 m)
  • WLAN-ac und Bluetooth

Contra

  • kein Scartanschluss

Fazit

video Testurteil: überragend; Preis/Leistung: sehr gut
91,0%

Fernsehgeräte können immer größer werden und wir dürfen in immer geringerem Abstand vor ihnen sitzen, weil sich die Bildqualität, respektive die Auflösung, ständig verbessert. Aus den paar tausend Bildpunkten einer SDTV-Ausstrahlung sind acht Millionen Ultra-HD-Teilchen geworden, die das Auge mit Details versorgen, die vollständig erst aus einem Abstand differenziert werden können, der in etwa der anderthalbfachen Bildhöhe entspricht.

Wir sprechen hier beim gigantischen 2-m-Bild dieses Superfernsehers Samsung UE78JU7590 von einem empfohlenen Betrachtungsabstand von unter zwei Metern (wohl gemerkt bei perfektem Ausgangsmaterial). Das ist ganz, ganz großes, umwerfendes Kino. Ein UHD-TV kann niemals zu gewaltig sein, allein die Gnade der Ehefrau bei der Aufstellung im Wohnzimmer und das Loch im Portemonnaie sind beschränkende Faktoren. Jeder, der dieses Monstergerät in unserem Labor in Aktion erlebte, hätte gern etwas Vergleichbares zu Hause. Freilich wird das euphorische Auge wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, sobald man SDTV-Sendungen oder schlechtes HD einschaltet, doch wenn man das Optimum der aktuell verfügbaren Quellen als Norm für die zukünftige Entwicklung ansieht, stehen alle Zeichen auf Begeisterung mit Vollgas.

Dabei macht der  Samsung UE78JU7590 seine Sache bei der Runderneuerung und der in vielen Belangen steuerbaren Politur von alten Quellen besser als die meisten Mitbewerber. Flatterränder bei Interlaced-Bewegungen oder auffälliges Ein- und Ausklinken von Bewegungsglättern treten nur in harten Ausnahmefällen auf. Der Kompromiss aus Bewegungsschärfe und Quellruckeln (Kinoeffekt, echtes 24p) gelingt gut und ist zudem fein manuell anzupassen. Wie bei Samsung üblich, basiert das Ganze auf einer Farb- und Helligkeitsaufbereitung, die unseren hohen Teststandards voll gerecht wird. In nur geringem Umfang unterscheidet sich das im Filmmodus schon sehr harmonisch voreingestellte Bild von den geltenden Normen.

Doch hier unterscheiden sich der Samsung UE78JU7590 und sein großer Bruder der 9590-Serie. Der treibt nämlich mit gigantischem Aufwand von lokalem Dimmen und Nanokristallen die Bilddynamik nebst Farbreinheit auf die Spitze, um mit eventuell ins Haus stehenden zukünftigen Standards mithalten zu können. Dafür verlangt Samsung dann aber auch direkt einen um satte 50 Prozent höheren Preis. Bis auf diese kleinen, aber feinen Details des Panels unterscheiden sich beide Modelle kaum in ihrer Funktionalität.

Moderne Features und Bedienung

Gleich zwei Vierwegetuner stehen für Variabilität bei Bild-in-Bild und USB-Aufnahmen. Vier HDMI-Eingänge sind voll 4K-kompatibel und bieten CEC wie ARC und MHL. Als Analogeingänge gibt es nur Komponente und Video. In der neuen externen Minibox „One Connect“ finden sich die HDMI-Anschlüsse. Sollte sich an der Norm in naher Zukunft noch etwas Krasses ändern (wie vor zwei Jahren), ist man sozusagen auf der sicheren Seite.

Mit der Unterstützung des hauseigenen Betriebssystems Tizen stellt Samsung beeindruckend seine Marktmacht unter Beweis. Während andere Hersteller sich zusammentun oder unter Googles Android-Decke schlüpfen, setzt Samsung seinen Kopf durch, bietet aber damit Stand heute mehr entscheidende Smart-TV-Apps an als die Konkurrenz.

Video-on-Demand ist ein großes Thema, jedoch auch Musik, Info, Livestyle, Soziales und einfache Spiele kommen nicht zu kurz. Kern des 2015 eingeführten Betriebssystems ist die zentrale Bedienung über einen Mauszeiger. Der wird durch eine bewegungssensitive Fernbedienung über den Schirm gejagt, für Grobmotoriker in einer zu feinfühligen Voreinstellung. Aber die lässt sich ja wie hundert andere Dinge in den übersichtlich sortierten Setupmenüs korrigieren. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit möchte man diese Bedienmethode nicht mehr missen und greift kaum noch zum ebenfalls mitgelieferten Infrarotgeber. Krönung des interaktiven Mauscon-trollers ist das eingebaute Mikrofon, dessen Suchbegriffe gut analysiert werden, die aber in unserem kurzen Testzeitraum in der Betaphase der Geräteeinführung (noch) nicht sehr viele Treffer landen.

Samsung UE78JU7590

© Samsung

Mauszeiger, Navigationstool und Mikrofon für die Sprachsuche: Samsungs hyper­moderne Fernbedie­nung ist ein echtes Multitalent.

Lob und Kritik

Ein zweischneidiges Schwert ist die Bedienung über Smartphone-Apps. Während andere TV-Hersteller sich allen halbwegs aktuellen Smart-phones gegenüber öffnen, findet man bei Samsung nur eine veraltete Android-App. Eine modernere Variante mit TV-Streaming findet man für iOS-Devices. Die perfekte Integration vollzog Samung aber in die eigenen neusten Modelle der Galaxy-Reihe. Ohne extra eine App zu installieren, verbinden sich Smart-Device und TV, und los geht es mit Steuerung, Informationsaustausch, beidseitiger Wiedergabe von Medieninhalten und Verarbeitung von Links. Nur mit dem passenden Pendant soll auch die Funktion „Briefing“, die automatische Darstellung von Terminen, Nachrichten und Mitteilungen auf dem TV, funktionieren.

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Das Display

Rückgrat des Samsung ist ist ein Curved Panel. Von der Seite sieht der Koloss daher weniger dezent aus als von vorn – wenn man bei einem 198-cm-TV von dezent reden darf. Die Hintergrundbeleuchtung befindet sich im Seitenrand, was den Vorteil hat, dass das Bild wie bei der klassischen Bildröhre in Stufen von oben nach unten belichtet werden kann. Die kurzen wandernden Schwarzphasen können den Schärfeeindruck bei Bewegungen deutlich steigern.

Die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Intensitäten des Dimmens die schwarzen Balken von Letterboxfilmen zu stärken, konnten wir in unseren Tests nicht belegen. Dafür wird schnell und präzise global gedimmt, also die Grundhelligkeit der Szene angepasst. In Kombination mit dem Lichtsensor für Umgebungshelligkeit wird ein vergleichsweise sehr guter Schwarzwert erzeugt, der natürlich lange nicht an lokal dimmende Geräte heranreicht. Zum Glück ist die Homogenität sowohl von Weiß als auch von Schwarz überdurchschnittlich. Lästige Lichteinbrüche sahen wir von vorn gar nicht.

Grauwolken stören nicht wirklich, außer höchstens bei den extremen Anforderungen des Films „Gravity“. Der wurde in 3D in voller Auflösung und mit geringem Flimmern durch unsere Shutterbrillen geworfen. Schade, dass keine beilagen. Wie bei der Displaytechnik zu erwarten, genießt Farben und Kontrast nur voll, wer sich in den inneren 20° des seitlichen Blickwinkels befindet.

Ansonsten ist das Bild des Samsung wie eingangs erwähnt umwerfend gut – nicht nur wegen seiner schier gewaltigen Größe, sondern auch wegen der Natürlichkeit und Detailtreue, die man bei ordentlichem Sitzabstand so richtig genießen kann. Feine Unterschiede zwischen gut gemachten und mittelmäßigen Blu-rays stechen schnell ins Auge, und der Kick, den die Ultra-HD-Auflösung nochmal bringt, wirkte selten so kräftig.

Fazit

Samsung konzentriert sich beim Konzept des 7590 auf heutige Ultra-HD-Ansprüche und übererfüllt alle Erwartungen. Das ist wirklich großes Kino.

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