55-Zoll-TV

Samsung UE55ES8090

Um dem Ruf der Referenzen gerecht zu werden, hat Samsung in den UE55ES8090 wieder alles eingepflanzt, was möglich war. Unser Test gibt die Antwort, ob das gereicht hat.

Samsung UE55ES8090

© Samsung

Samsung UE55ES8090

Pro

  • Sprach- und Gestensteuerung
  • Multimedia satt
  • scharfes Bild
  • tolle Aufbereitung schwacher Quellen

Contra

  • ein Top-TV sollte LEDs lokal dimmen

Der Jäger der Unterhaltungselektronik wird zum Gejagten. In den letzten Jahren hat Samsung mit LED-Technik, ultraschlanken Geräten, gutem Design, viel Multimedia und schneller 3D-Technik den Markt erobert. Jetzt ist die Firma selbst das Ziel der Konkurrenz. Ihre Konzepte werden nachgeahmt und verbessert.

Dass die Entwickler aber noch einiges in der Hinterhand haben, zeigte sich, als die ersten Gerüchte über den Apple-Fernseher auftauchten. Er soll eine intelligente Gesten und Sprachsteuerung anbieten, hieß es - wie die Mobiltelefone mit dem "i". Samsung hatte solche Features bereits in den Schubladen und konnte sie auf der CES im Januar sogar betriebsfertig präsentieren.

Samsung-Fernseher mit "Hi TV"

Jetzt sind sie also da, die ersten Fernseher mit Gesten- und Sprachsteuerung. Der Nutzer kann in eine völlig neue Welt der Interaktion mit seinem Wohnzimmer-Unterhalter eintauchen.

"Hi TV": Das ist das Zauberwort, auf das die neuen Samsung-Fernseher hören. Es aktiviert die Sprachauswahl und weiter geht es mit Lautstärkeregelung, Ausschalten, Kanalwechsel (Skip) oder gar dem Ansagen einer bis zu vierstelligen Kanalnummer. Das Gerät lässt sich sogar mit einem Sprachbefehl einschalten und benötigt dazu nur 0,7 Watt im Standby-Betrieb. Verlangt man dann "mehr", können gar Webbrowser, Skype oder weitere interaktive Spielarten der Kommunikation genutzt werden.

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Der Samsung UE55ES8090 bietet zum Preis von 2.800 Euro scharfes Bild, Sprach- und Gestensteuerung sowie umfangreiche Multimedia-Optionen.

Das alles funktioniert recht zuverlässig mit den Raummikrofonen der eingebauten Kamera. Nutzt man das Mikro an der Touchpad-Fernsteuerung, ist das Signal besser - es lässt sich sogar zur Spracheingabe für die Browser-Suche oder Chats nutzen. Die Erkennung klappt recht gut, nur mit Eigennamen hat das System wie erwartet Schwierigkeiten. Wer nur selten umschaltet und sich Programmzahlen merken kann, vollzieht durchaus gern seine Senderwahl mittels direkter Ansprache.

Kaufberatung: Design-Fernseher

Hat man seine Fernbedienung verlegt, gibt es eine weitere Möglichkeit, den Kanal zu wechseln, ohne aufstehen zu müssen: die Gestensteuerung. Winkt man dem Samsung kurz zu, erscheint ein Mauszeiger auf dem Schirm, den man mit der flachen Hand kontrollieren kann. Macht man eine Faust, wird selektiert (geklickt).

Im TV-Modus dient das zum Anpassen der Lautstärke und Wechseln des Kanals (Skip), der Internet-Browser (jetzt auch Flash-fähig) wird wie mit einer echten Maus kontrolliert. Nach ein paar Minuten kann der Arm dabei jedoch richtig schwer werden, und die Kontrolle ist längst nicht so präzise wie mit dem mitgelieferten Touchpad.

Samsung UE55ES8090: Ein wahrer Alleskönner

Um dem Ruf der Referenzen gerecht zu werden, hat Samsung in das aktuelle Topmodell wieder alles eingepflanzt, was möglich war. Nicht mehr dabei sind die vierte HDMI-Buchse und der analoge VGA-Computer-Eingang.

Kaufberatung: Fünf TV-Geräte mit 40 bis 42 Zoll im Test

Dafür sind mit Wi-Fi Direct und MHL neue Varianten von Signaleingängen vorhanden. MHL ermöglicht das direkte Verbinden spezieller Smartphones mit dem HDMI-Eingang des Fernsehers. Ein besonderes Highlight stellt der Smart Evolution Slot dar: Er soll zukünftig Boards mit schnelleren Prozessoren und Systemerweiterungen aufnehmen, um die Hardware des Fernsehers den Anforderungen der multimedialen Zukunft anzupassen. Bei Samsung gibts es eben nichts, was es nicht gibt.

Die erste Stufe der Prozessor-Revolution haben die Samsung-TVs bereits durchlebt. Die aktuellen Modelle setzen auf Dual Core und lassen sich dadurch deutlich schneller bedienen als die Vorjahres-TVs.

Unterschiedliche Reaktionen in unserer Redaktion haben das neue Gehäuse und vor allem der mächtige Ständer ausgelöst: Er ist deutlich dominanter als der Kreuzfuß der alten Modelle, führt jedoch designtechnisch die Formgebung von Kamera und Logo-Auge fort. An der Wand montiert, wirkt er durch den schmalen Rahmen sehr dezent.

Samsung UE55ES8090: Die Bildtechnik

Bildtechnisch scheint sich nur wenig geändert zu haben. Die Ausleuchtung ist deutlich besser als vor einem Jahr, Banding spielt kaum eine Rolle. Auch die Lichtkegel aus den Ecken nebst Wolkenbildung im dunklen Raum wurden leicht verbessert. Hier ist der Öko-Sensor Pflicht, der das Hintergrundlicht abdunkelt. Aber nur echtes Local Dimming könnte den High-End-Freund zufriedenstellen.

Exzellent poliert wurde schlechtes Filmmaterial: ob Analog-Video, DVB-T oder schwach gemastertes SDTV. Das Bild ist sagenhaft scharf und brillant - vor allem im hellen Raum. Samsung setzt auf echte 200 Hertz und scannt die Hinterleuchtung feinfühlig. Auch 3D bleibt ruckelfrei und zeigt kaum Übersprechen (0,9 Prozent). Aufgrund der vielen Neuerungen und der überzeugenden Qualität haben wir Samsung mit einem Highlight-Logo ausgezeichnet.

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