Curved-OLED-TV

Samsung-OLED KE 55 S9C im ersten Test

Samsung hat Fachjournalisten in Frankfurt noch vor der IFA den OLED-TV KE 55 S9C in serienreife vorgestellt. Regulär sollen die ersten Verkaufsmodelle gleich nach der IFA in größeren Stückzahlen in den Handel kommen. video-magazin.de zeigt schon jetzt die ersten Eindrücke des OLED-TV.

Samsung OLED KE 55 S9C

© Samsung

Samsung OLED KE 55 S9C

Pro

  • hohe Schaltgeschwindigkeit
  • homogene, natürliche Farbwiedergabe
  • gleichzeitige Darstellung von zwei unabhängigen Programmen

Contra

Bei der Präsentation wollten die Koreaner die Leistungsfähigkeit der Seriengeräte unter Beweis stellen. Ein intensiver Blick mit einzelnen Testbildern war den Journalisten also gegönnt. Die Bildqualität der Organic Light Emitting Diods (OLED) wie auch neue, teils revolutionäre Funktionen, konnte video-magazin.de auf diese Weise eingehend unter die Lupe nehmen.

Tatsächlich überzeugte das 138 Zentimeter (55 Zoll) große OLED-Bild bei diesem ersten Check. Frappierend ist die Schärfe des Full-HD-Schirms, die durch OLED-Technik gesteigert wird. Die selbstleuchtenden Pixel geben schon per se eine besonders präzise Rasterschärfe vor. Hinzu kommt ihre extrem hohe Schaltgeschwindigkeit. Sie verleiht Bewegtbildern noch mehr Kontur, als man das bislang von LCDs oder Plasmas kennt. In Verbindung mit der sehr leistungsstarken Zwischenbildberechnung (Dejudder) der Samsung-Elektronik kamen beim Check punktgenaue, bestechende Szenerien zustande. Wofür die hohe Pixel-Schaltgeschwindigkeit ebenfalls sorgt ist eine atemberaubende 3D-Darstellung. Der Samsung zeigte nicht die Spur von Doppelkonturen oder sonstigen Doppelbildeffekten.

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© Samsung/Volker Straßburg

Samsung-Produktmanager Sang Won Byun stellt den OLED KE 55 S9C und die neue Funktion "Multi View" vor.

Bildqualität

Die Farbwiedergabe des KE 55 S9C  wirkte sehr homogen und natürlich. Bei der Präsentation kamen drei Bildschirme zum Einsatz, zwischen denen allerdings bei genauem Hinsehen leichte Schwankungen in der Farbwiedergabe zu erkennen waren. Dies ist ein Stück weit durch eine sehr geringe Blickwinkelabhängigkeit bedingt, mit denen die Samsung-OLEDs aufwarteten. Wer schräg von oben oder unten schaut, erkennt leichte Farbveränderungen. In der Heimkinopraxis haben diese Abweichungen allerdings kaum Relevanz. Insgesamt begeistern die Schirme erwartungsgemäß mit ihrer nuancierten, sehr realistischen Bildwiedergabe, die praktisch alle Leistungen aktueller Fernseher in den Schatten stellt.

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Das gilt auch für Schattierungen. Der KE 55 S9C bildete noch feinste Grauschattierungen ab und erreicht damit unglaubliche Plastizität. In Verbindung mit seiner hohen Schärfe wirkten die Bilder nahezu dreidimensional. Das ist der Fall, obwohl Samsung die Gesamthelligkeit des Schirms gegenüber früheren Vorführungen reduziert hat und so die Kontrastwirkung etwas geringer ausfällt als bislang. Dies ist vermutlich der Lebensdauer der OLED-Pixel geschuldet, die bislang ein Problem darstellte. Aussagen über die Lebensdauer wollte Samsung allerdings keine machen.

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© Samsung/Volker Straßburg

Der dünne KE 55 S9C fällt bei weitem nicht so schlank aus, wie OLED-Panels es ermöglichen würden. Dies ist der Stabilität der Konstruktion geschuldet.

3D-Darstellung und Multi-View-Funktion

Ein völlig neues, tatsächlich revolutionäres Extra kann der OLED ebenfalls präsentieren. Die herausragende 3D-Darstellung dank hoher Schaltgeschwindigkeit ist wahrlich beeindruckend. Doch mit welcher Leichtigkeit die organischen Bildpunkte das schaffen, wird erst so richtig deutlich, wenn man die Funktion "Multi View" einschaltet. Dann stellt der Schirm zwei voneinander unabhängige Bilder nacheinander dar. Die Shutterbrille filtert auf Knopfdruck die gewünschte Bildfolge aus, so wie im 3D-Einsatz nacheinander die beiden, fürs räumliche Sehen notwendigen, Blickperspektiven. Da die Brillen mit In-Ear-Kopfhörern ausstaffiert sind, wird nun möglich, dass zwei TV-Gucker mit nur einem Schirm ihr komplett eigenes Programm einschalten können. Da der OLED über zwei Tuner verfügt, ist die TV-Auswahl nicht limitiert. Zudem ist auch eine Kombination aus TV-Programm, HDMI-Zuspieler (etwa Blu-ray), auf Festplatte aufgezeichneter Kost oder Filmen per Internet möglich.

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Bereits das ist extrem beeindruckend. Nun kommt jedoch hinzu, dass das Panel nicht nur zwei Bilder, sondern auch vier Bilder in dieser Manier nacheinander anbietet. Das erlaubt letztlich sogar, dass beide Zuschauer ihre Filme in 3D anschauen können. Ganz nebenbei errechnet die leistungsfähige Elektronik bei Bedarf die bei 2D-Kost fehlende zusätzliche Blickperspektive selbst.

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© Samsung/Volker Straßburg

Die Shutter-Brillen verfügen über Ohrhörer für den "Multi View"-Einsatz. Über einen Schalter am linken Bügel bestimmt man, welche der beiden Sendung man verfolgen will.

Lieferumfang

Die Samsung-Shutter-Brillen sitzen leicht und bequem auf der Nase. Neigt man den Kopf zur Seite, wird das Bild mit ihnen dunkler - wer unbedingt auf der Seite liegend schauen möchte, bekommt Probleme. Die Ohrhörer daran sind qualitativ hinreichend, aber nicht gerade bassstark. Zwei der Brillen sind bereits im Lieferumfang enthalten. Ebenfalls dabei ist eine Touch-Fernbedienung im Alu-Finish. Wie bei hochwertigen Samsung-TVs üblich, steckt im Rahmen eine Kamera für Gestensteuerung und Bildtelefonie. Um zukünftige neue Standards bei den Anschlüssen integrieren zu können, sind diese in einer separaten, elegant schlanken Anschlussbox untergebracht. Die Tuner sind darin ebenfalls verstaut. Samsung nennt das Konzept One Connection Box. Die Möglichkeit, das "Evolution Kit" von Samsung anzudocken, eröffnet zudem die Perspektive, zukünftige interaktive und multimediale Entwicklungen nachvollziehen zu können.

Der KE 55 S9C präsentiert sich mit leichter Krümmung (siehe Bild oben). Laut Samsung soll dies zusätzlich einen leichten 3D-Effekt erzeugen. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

So viel Highlights haben ihren Preis - obgleich dieser geringer ausfällt, als alle Ankündigungen bislang hoffen ließen. 8.000 Euro kostet der Super-TV.

Die ersten Eindrücke aus dem Testlabor finden Sie ab 6. September in der video-Ausgabe 10/2013. Hier geht's zum Abo-Shop .

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