Kameras im Test

Samsung NX500 Im Test

Die NX500 ist Samsungs Neue in der Mittelklasse. Im Test offenbart sie viel High-End-Technik aus dem Topmodell NX1 wie einen APS-C-Sensor mit 28 Megapixeln, 4K-Videos und einen schnellen Hybrid-Autofokus und will damit neue Maßstäbe bei den Spiegellosen unter 1000 Euro setzen.

Samsung NX 500

© Samsung

Samsung NX 500

Samsung legt mit der NX500 nach: Zur Photokina 2014 hatten die Südkoreaner das Spitzenmodell NX1 vorgestellt. Nachdem das erste Serienmodell Labor- und Praxistests absolviert hatte, waren sich die ColorFoto-Tester einig: Mit der NX1 (Test) ist Samsung ein großer Wurf gelungen. Samsung hat nun mit der NX500 versucht, viel von der NX1-Spitzentechnik in einem sehr kompakten Gehäuse unterzubringen - und das zum "halbierten" Preis von 750 Euro.

Gehäuse

Äußerlich sind sich beide Modelle kaum ähnlich. Die NX1 lehnt sich an klassische SLR-Kameras von Canon oder Nikon an, die NX500 dagegen orientiert sich am kompakten Design der hauseigenen Modelle NX300 (Test) und NX3000 (Test). Mit knapp 350 Gramm ist sie ein Leichtgewicht in der APS-C-Klasse und nur halb so schwer wie ihre große Schwester.

Während die NX1 über einen robusten Magnesiumbody verfügt und durch Dichtungen vor Spritzwasser und Staub geschützt ist, steckt die Elektronik der Samsung NX500 in einem schlichten Kunststoffgehäuse, das bis auf die Kameraober- und unterseite mit einer "Belederung" überzogen ist.

Handhabung

Auf der Kamerarückseite ist an der Daumenposition eine leichte Mulde, an der sich der nötige Gegendruck für sicheren Halt erzeugen lässt. Die Tasten und Einstellräder sind an der rechten Seite positioniert und mit Daumen und Zeigefinger gut einzustellen.

Der Auslöser sitzt leicht schräg, die beiden Druckpunkte fürs Fokussieren und Auslösen sind zart, aber eindeutig fühlbar. Das Moduswahlrad ist zu zwei Dritteln versenkt und an der freien äußersten Kameraecke bequem mit dem Daumen zu bedienen. Die stramme Rastung ist ein ausreichender Schutz gegen unbeabsichtigtes Verdrehen. Der Auslöser für Videoaufnahmen befindet sich rechts von der Daumenmulde an der Kamerarückseite, nicht so bequem zu erreichen wie alle anderen Bedienelemente, was einen unfreiwilligen Video-Start verhindern soll.

Samsung NX 500 Dsiplayverstellung

© Samsung

Das Display lässt sich für Überkopf- Aufnahmen und für Fotos aus der Bodenperspektive ganz einfach verstellen.

Display

Das drei Zoll große Display vom Typ Super-Amoled hat eine Touchscreen-Funktion. Die 345.333 RGB-Bildpunkte bringen knackig scharfe Abbildungen aufs Display, selbst extrem seitliche Betrachtung beeinträchtigt Helligkeit und Farbe kaum. Der Monitor lässt sich für Selfies um 180° nach oben drehen, für Aufnahmen in Bodennähe oder über Kopf um bis zu 90° nach oben und um bis zu 45° nach unten kippen. Die Displayhelligkeit ist in Stufen von +/-2 einstellbar und die Displayfarben über vier Achsen justierbar.

Schade finden wir, dass der Akku in der Kamera geladen werden muss und man dabei nicht fotografieren kann. Ein Akkuladegerät würde Abhilfe schaffen, ist aber wohl dem angepeilten Preis von 750 Euro ebenso zum Opfer gefallen wie ein Sucher. Sonst ist die Kamera sauber und solide verarbeitet, alle Abdeckungen schließen ordentlich, nichts schlabbert.

Autofokus 

In der Samsung NX500 steckt das gleiche Autofokussystem wie in der NX1: Ein Hybrid-AF aus Phasen- und Kontrast-Technologie sorgt für Tempo. Ein kurzer Tipper auf den Touchscreen genügt, und blitzschnell hat die Kamera auf die gewünschte Stelle fokussiert. Die jeweils mehr als 200 Felder zur Phasenerkennung und Kontrastmessung sind laut Samsung über die ganze Bildfläche verteilt. 0,28s bei 300 Lux und 0,37s bei 30 Lux gehören jedenfalls zu den guten Werten im Autofokus-Fach. Im Modus "Manueller Fokus" wird am Rändelring des Objektivs fokussiert, dabei kann man zwei Vergrößerungsfaktoren vorgeben. Zudem steht noch eine "Focus Peaking"-Funktion zur Verfügung.

Samsung NX 500 Menü

© colorfoto

Direktzugriff per FN-Taste: Die aktuellen Werte sind hell dargestellt, "Nachbarwerte" in Grau. Die zur Korrektur aktivierte Funktion erscheint blau (oben). Die i-Function- Taste am Objektiv erlaubt einen weiteren Direktzugriff. Auch hier zeigt das Display die aktuell ausgewählte Funktion (unten).

Belichtung

Die NX500 hat keinen integrierten Blitz. Zum Lieferumfang gehört jedoch ein kleiner Aufsteckblitz mit der Bezeichnung SEV8A und Leitzahl 8 (bei ISO 100), der die Funktionen Smart-Blitz, Automatisch, Automatische-Rote-Augen-Reduzierung, Aufhellblitz, Aufhellblitz Rot, 1. Vorhang sowie 2. Vorhang beherrscht. Der Kopf wird zur Blitzbereitschaft nach oben aufgeklappt, leichter Druck bringt ihn wieder in Ruhestellung.

Als einziger Hersteller nutzt Samsung derzeit im APS-C-Format einen BSI-Sensor, der auf der Rückseite belichtet wird. Dessen effektiv lichtempfindliche Fläche ist größer als die Vorderfläche konventioneller CMOS-Sensoren - und damit auch empfindlicher. Obwohl die Auflösung von 28 Megapixeln am oberen Ende der APSC-Skala angesiedelt ist, schafft der Bildprozessor in Serienfunktion 8,1 Bilder/s. Im RAW-Modus ist allerdings bereits nach 6 Aufnahmen Schluss, im JPG-Format sind 45 Bilder in Serie bei diesem Tempo drin. Die kürzeste Belichtungszeit ist 1/600 s, die kürzeste Blitzsynchronzeit liegt bei 1/200 s.

Videomodus

Im Videomodus versteht sich die NX500 auf 4K mit 24 B/s. Samsung setzt auch hier auf den H.265-Codec, der im Vergleich zum weiter verbreiteten H.264 nur den halben Speicherplatz frisst. Dass es weder einen Kopfhörerausgang noch einen Mikorofoneingang gibt, trübt jedoch die Videofreude. So kann man trotz Blitzschuhs kein externes Mikrofon anschließen, und auch das Abhören des Tons während der Aufnahme ist nicht möglich.

Aufnahmemodi

Mit der NX500 zielt Samsung weniger auf engagierte SLR-Fotografen als auf qualitätsbewusste Einsteiger - folglich stehen mehrere Automatikmodi zur Verfügung. "Auto" steuert Verschlusszeit, Blendenwert, Belichtungsmessung, Weißabgleich und Belichtungskorrektur automatisch. Im "Smart Modus" kann der Fotograf zusätzlich gewünschte Effekte auswählen.

Am Modusrad stehen die Einstellungen P, A, S, M und C (benutzerdefinierter Modus) zur Verfügung. Eine Besonderheit ist die Position SAS, in der die Kamera für eine schnelle Bewegung des Motivs voreingestellt werden kann. An der Rückseite sind fünf runde Tasten und ein Vierwegetaster. Wegen ihres geringen Hubs sind sie in der Handhabung etwas filigran.

Samsung NX 500

© Samsung

Die Bedienelemente für alle Funktionen sind leicht erreichbar und gegen versehentliches Verstellen gesichert. Die Taste für die Videofunktion an der oberen rechten Kameraseite ist gewöhnungsbedürftig. Die Kamera kann per Touchscreen bedient werden.Die Bedienelemente für alle Funktionen sind leicht erreichbar und gegen versehentliches Verstellen gesichert. Die Taste für die Videofunktion an der oberen rechten Kameraseite ist gewöhnungsbedürftig. Die Kamera kann per Touchscreen bedient werden.

Menü und Bedienung

Das Hauptmenü ist in vier Unterbereiche aufgeteilt (Kamera-, Video-, System-, und Wiedergabeeinstellungen), die Funktionen bleiben trotz großer Anzahl überschaubar. Dabei hilft es, dass es unterschiedliche Wege gibt, bestimmte Menüpositionen zu erreichen. Die Samsung-typische iFn-Taste am Objektiv dient im Zusammenspiel mit dem Objektivring für wichtige Aufnahmeeinstellungen. Das komplette Display ist auch als Touchscreen zu verwenden, und selbst ein Mix aus Tasten- und Touchscreen-Steuerung ist möglich.

WLAN, Bluetooth und NFC

Mit dem WiFi-Modul lassen sich kabellos Daten übertragen, auch die Fernsteuerung der Kamera per Smartphone ist möglich. Dass es neben NFC auch eine Bluetooth-Schnittstelle gibt, mag zunächst verwundern, zielt aber womöglich auf die iOS-Geräte, die in der Regel per NFC nicht zu adressieren sind.

Bildqualität

Der BSI-Sensor spielt mit 28 Megapixeln vor allem bei niedrigen Empfindlichkeiten seine Stärken aus: Bei ISO 100 erzielt die NX500 eine sehr hohe Grenzauflösung von 2032 und 1861 LP/BH sowie sehr gute DL-Werte an starken und an schwachen Kontrasten und eine solide Dynamik (10,0 Blenden). Die DL-Cross-Kurven zeigen deutlich, wie stark die Kontraste angehoben werden - sie klettern bis zum 1,6-fachen des Ausgangswerts. Das führt zum Teil zu einem sehr harten Bildeindruck, der vor allem bei Hautpartien störend wirkt.

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Bereits bei ISO 400, deutlicher noch bei ISO 800, lässt die Feinzeichnung sichtbar nach. Die Gesichter auf den Testaufnahmen wirken wie zu dick gepudert. Auch Grashalme und Steine, gute Motive für feine Struktur und hohen Kontrast, wirken unnatürlich. Eine feinere Abstimmung wäre hier stimmiger. Wer mit dieser Kamera Empfindlichkeiten oberhalb von ISO 100 nutzen will, tut gut daran, das im RAW-Modus zu tun und zurückhaltender zu entwickeln.

Fazit

Die Samsung NX500 überzeugt mit einer in der 750-Euro-Klasse vorbildlichen Ausstattung, inklusive WiFi, NFC und Bluetooth. Auch mit ihrem schnellen und zuverlässigen Autofokus kann sie Pluspunkte sammeln. Bei der Bildqualität verhilft ihr der 28-Megapixel-Sensor bei ISO 100 zu sehr hohen Auflösungswerten oberhalb der 2000-LP/BH-Marke, allerdings sind die Zeichnungsverluste bei steigenden Empfindlichkeiten ausgeprägt. Grundsätzlich wäre eine etwas zurückhaltendere Abstimmung besser.

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