Systemkamera mit APS-C-Sensor

Samsung NX3000 im Test

Die NX3000 platziert Samsung als Einsteiger-Systemkamera mit APS-C-Sensor und Lifestyle-Qualitäten unterhalb der NX300. Auf Hybrid-AF und Touchscreen muss man verzichten. Womit kann die Neue punkten?

  1. Samsung NX3000 im Test
  2. Datenblatt
Samsung NX3000

© Samsung

Samsung NX3000

Pro

  • günstiger Preis für Einsteiger
  • gute Ausstattung und Bedienung

Contra

  • Bildqualität zu hart abgestimmt
68,1%

Samsung NX3000

Hersteller: SamsungPreis: 400 EuroAuflösung: 5472 x 3648 PixelSchnittstellen: USB, WLAN, HDMIMaße: 117 x 66 x 39 mmGewicht: 267g

Samsung baut sein Angebot an Systemkameras aus und präsentiert mit der NX3000 ein Einstiegsmodell mit 20- Megapixel-APS-C-Sensor und Klappdisplay für 400 Euro. In der Modellhierarchie reiht sich die NX3000 unterhalb der NX300 ein, die über ein hochwertigeres Gehäuse und Hybrid-AF verfügt. Mit der NX3000 bringt Samsung auch das neue Powerzoom 3,5-5,6/16-50 mm ED OIS mit NXBajonett und optischem Bildstabilisator. Auf das Kleinbildformat bezogen, stehen damit Brennweiten zwischen 24 bis 75 mm bereit. Mit einer Länge von rund 3 cm im eingefahrenen Zustand ist das Objektiv ziemlich kompakt, was den Platzbedarf der Kamera-Objektiv- Kombination im Vergleich zu einer Einsteiger-SLR erheblich verringert. Im Betrieb verlängert der ausfahrende Tubus das Objektiv auf rund 5 cm.

Zoomen kann man wahlweise mittels Einstellring oder Wippschalter am Objektivgehäuse. In beiden Fällen ist ein Motor im Spiel - daher der Name Powerzoom. Das Zoomen in den Telebereich geht mit einem leicht sägenden Geräusch einher, wenn man den Einstellring verwendet. Zoomt man dagegen mittels Wippschalter, ist das Betriebsgeräusch deutlich leiser - ein klarer Vorteil beim Filmen.

Gehäuse und Monitor

Im Gegensatz zur NX300 besteht das Gehäuse der NX3000 nicht aus Magnesium, sondern aus Kunststoff. Das Gehäuse ist - bei befriedigender Haptik - insgesamt gut verarbeitet und mit einem ausreichend großen Griff versehen. Die Beschichtung, erhältlich in Schwarz, Braun oder Weiß, erweist sich als etwas zu glatt, sodass die Kamera mit einer Hand nicht wirklich sicher zu halten ist. Rund 270 g wiegt das Gehäuse inklusive Akku und Speicherkarte (microSD); mit 16-50-mm-Zoom erhöht sich das Gewicht um etwa 100 g. Ein Blitzgerät ist nicht eingebaut, wird aber zum Aufstecken auf den Standardblitzschuh mitgeliefert. Eingeschaltet wird der Blitz, indem man ihn um 45 Grad nach oben kippt; dann steht der Reflektor parallel zur Bildebene.

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Über die Mobile-Taste ruft man ein Menü mit drei WiFi-Funktionen auf. Das komplette Angebot (sechs Funktionen) erreicht man über die WiFi-Position…

Zu den wesentlichen Unterscheidungsmerkmalen innerhalb der NX-Familie gehört das Display: Bei der NX2000 verbaut Samsung ein Riesen-Touch-Display mit 3,7 Zoll Diagonale, das allerdings nicht verstellbar ist. Bei der NX300 handelt es sich um ein touchfähiges OLED-Display (3,3 Zoll), das sich um 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten verstellen lässt. Das TFT-Display der NX3000 bietet dagegen eine Diagonale von 3 Zoll und lässt sich um bis zu 180 Grad nach oben schwenken. So kann man ein Selbstporträt (Selfie) unter permamenter Kontrolle von Bildausschnitt und Perspektive fotografieren.

Tipp: Leicht von oben fotografiert, wirkt ein Selfie sympathischer. Den Selfie-Modus kennt man bereits von der NX Mini, im Gegensatz zu dieser aber ist der Monitor bei der NX3000 nicht berührungsempfindlich. Auf Touch- AF bzw. One-Touch-Auslösung muss man also verzichten. Ein elektronischer Sucher lässt sich nicht nachrüsten.

Autofokus und Serientempo

Der Kontrast-AF der NX3000 nutzt im Standardbetrieb 21 Messfelder (3 Reihen a 7 Messpunkte). Für Nahaufnahmen ist die AF-Abdeckung um je eine Reihe nach oben und unten erweitert (5 Reihen a 7 Messpunkte). Die zuschaltbare Gesichtserkennung erlaubt die Varianten "Lächelerkennung" und "Blinzel- Auslösung". Neben Einzelbild-AF sind kontinuierlicher Autofokus und manueller Fokus mit Lupenfunktion (5- oder 8-fach) möglich. Beim manuellen Fokussieren bewährt sich der Einstellring am Objektiv. Ebenfalls praktisch ist die Funktion DMF (direkter manueller Fokus). Wenn aktiviert, können Sie direkt im Anschluss an die automatische Fokussierung manuell nachkorrigieren, während der Auslöser halb durchgedrückt bleibt.

Neben automatischer Messfeldwahl und Verfolgungsautofokus (AF-Tracking) erlaubt die Kamera Einzelfeld-AF mit variablem Messpunkt. Der Messpunkt lässt sich nicht nur frei an jeder Stelle im Bildfeld positionieren, sondern mittels Einstellrad in vier Größen variieren. Für die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit ermittelte das Labor 0,35/0,50 s bei 1000/30 Lux. Das liegt im Rahmen des Üblichen, heißt aber doch, dass die Schnappschusstauglichkeit bei wenig Licht spürbar nachlässt. Beim Serienbildtempo (5,0 B/s) bleibt die NX3000 hinter der NX2000 (7,3 B/s) und NX Mini (6 B/s) zurück.

Belichtungsfunktionen

Über das Programmrad an der Oberseite - leider nicht arretierbar - aktiviert man die gängigen Belichtungsprogramme: Vollautomatik mit Szenenerkennung (Smart Auto), Programm-, Zeit- und Blendenautomatik sowie manuelle Einstellung von Zeit und Blende. Auch den Panorama- Modus, die WiFi-Funktionen und das Auswahlmenü für die Motivprogramme erreicht man über das Programmrad. Lust auf Experimente? Dann aktivieren Sie im Aufnahmemenü ein Smart-Filter wie Vignettierung, Miniatur oder Fischauge. Das vierte Smart- Filter erzeugt den Effekt einer Bleistiftschraffur.

Für Selfies kann man im Menü die Option "Auto-Selbstporträt" aktivieren. Wird dann der Monitor senkrecht  nach oben geschwenkt, schaltet die Kamera automatisch auf 3-Sekunden- Timer und Gesichtserkennung mit den einstellbaren Varianten Lächel- und Blinzelautomatik. Der Wi- Fi-Modus bietet zahlreiche Möglichkeiten der Kommunikation über WLAN-Netzwerke bzw. mit Smartphones inklusive Live-Bild-Fernsteuerung (Remote Viewfinder). Kontrastreichen Motiven begegnet man mit "Smart Range+", einem automatisch arbeitenden Algorithmus zur Dynamikerweiterung. Ebenfalls an Bord ist eine HDR-Funktion, die für einen recht natürlich wirkenden Kontrastausgleich sorgt.

Videos nimmt die Kamera maximal in Full-HD (1920 x 1080 Pixel) mit 25 Vollbildern pro Sekunde auf. Der kontinuierliche Autofokus arbeitet in Verbindung mit dem 16-50-mm-Zoom treffsicher und unaufgeregt. Dank Multi-Motion- Funktion sind auch Filme in Zeitlupe oder Zeitraffer möglich. Ein nettes Extra ist die Fader-Funktion: Man kann vorab einstellen, ob ein Video automatisch einund/ oder ausgeblendet wird. Die Funktion bewährt sich bei kurzen Videoclips, die man nicht weiter bearbeiten will.

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links: Im Remote-Viewfinder am Smartphone ist Touch-AF möglich. Gezoomt wird mit den Plus-Minus-Buttons.mitte: Der Schnelleinstellmonitor der Kamera…

Funktionalität und Bedienung

Was das Bedien-Layout an der Rückseite anbelangt, ähnelt die NX3000 der NX mini. Im Unterschied zu Letzterer ist der 4-Wege-Schalter aber als Einstellrad, als Rändelrad für den Daumen, konzipiert. Die Richtungstasten sind doppelt belegt und erlauben Direktzugriffe auf wichtige Funktionen. Um den 4-Wege-Schalter gruppieren sich vier weitere Bedientasten. Rechts neben der Menü-Taste finden Sie die Fn-Taste; sie aktiviert den Schnelleinstellmonitor. Haben Sie dort ein Funktionsfeld angewählt, verändern Sie mittels Rändelrad direkt die Einstellung oder drücken die OK-Taste, um ein Untermenü zu öffnen. Die Papierkorb-Taste lässt sich im Aufnahmebetrieb als frei belegbare Funktionstaste verwenden, und an der Oberseite ruft man über die Mobile-Taste ein Menü mit einer Auswahl von drei Wi- Fi-Funktionen auf.

Eine weitere Bedienebene erreicht man über die iFN-Taste am Zoomobjektiv. Auf Tastendruck zeigt der Monitor am rechten Rand bis zu vier Funktionsfelder (Blende/Zeit, Belichtungskorrektur, ISO, Weißabgleich); Einstellungen lassen sich durch Drehen am Objektivring erledigen oder alternativ mit dem Rändelrad an der Rückseite. Auch ohne Touchscreen erweist sich das Bedienkonzept damit in Summe als hinreichend intuitiv.

Bildqualität

Mit ihrem 20-Megapixel-Sensor liefert die NX3000 eine extrem hohe Auflösung um 2000 LP/H (ISO 100/400) bzw. 1900 LP/BH (ISO 800/1600). Erst bei ISO 3200 sinkt die Auflösung um rund 300 LP/BH ab. Auf extrem hohem Niveau verlaufen die Dead-Leaves-Werte bis ISO 800. Dabei wird der Kontrast massiv über den Ausgangskontrast des Motivs angehoben, was bereits bei ISO 800, spätestens aber bei ISO 1600 zu aquarellartig verfremdeter Detaildarstellung führt. Da tröstet es wenig, dass das Rauschen bis ISO 6400 nur moderat ansteigt. Die Dynamik erreicht bis ISO 1600 hohe Werte zwischen 9 und 10 Blenden und immer noch 8 Blenden bis ISO 6400. Bilddominant ist die extrem kontrastreiche Einstellung bis ISO 800. Das wirkt zunächst gefällig, geht aber an der Realität vorbei. Bei hohen ISO-Einstellungen kommen störende Artefakte hinzu.

Fazit

Livestyle-Qualitäten zum Einsteigerpreis plus 24-Megapixel-APS-C-Sensor - das klingt attraktiv und ist es mit Blick auf Bedienung und Ausstattung aus. Bei der Bildqualität ist Samsung jedoch über das Ziel hinausgeschossen und stimmt die Kamera viel zu hart ab. Das mag auf den ersten Blick gefallen, stört jedoch auf Dauer, da die Bilder unnatürlich wirken. Weniger massive Eingriffe in die Signalverarbeitung bei der JPEG-Verarbeitung wären angebracht. Aber es gibt schließlich immer die Möglichkeit, auf den RAW-Modus auszuweichen. Das kompakte Powerzoom 16-50 mm rundet das Erscheinungsbild der Kamera harmonisch ab und bewährt sich auch beim Filmen.

Samsung NX3000

HerstellerSamsung
Preis400.00 €
Wertung52.5 Punkte

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