Testbericht

Sagemcom RCI88-1000 im Test

Viermal gleichzeitig aufnehmen, viermal TV-Spaß genießen. Der neue Kabel-Receiver von Kabel Deutschland bietet ungewohnten Komfort. Wir haben den Sagemcom RCI88-1000 getestet.

Sagemcom RCI88-1000

© Jodef Bleier, Stefan Rudnik, Andreas Greil

Sagemcom RCI88-1000

Pro

  • vier Tuner zum gleichzeitigen Aufnehmen von vier Programmen

Contra

  • kein Display an der Front
  • etwas hoher Stromverbrauch

Die Zahl vier ist zwar keine magische Ziffer, aber immerhin die Hälfte von acht: das Symbol für Unendlichkeit. Der neue Kabel-Deutschland-Receiver kommt mit vier Tunern und einer übergroßen Festplatte mit einer Kapazität von einem Terabyte. Bis zu 220 Stunden HD-Material und 550 Stunden in SD-Qualität passen auf das Speichermedium.

Sagemcom RCI88-1000: Vier Tuner

Das dürfte zwar nicht für die Unendlichkeit reichen, aber sicherlich für viele Wochen oder Monate - je nach TV-Konsum. Die vier Tuner erlauben es, bis zu vier Sendungen gleichzeitig aufzunehmen. In unserem Test klappte das vorzüglich. Wir konnten sogar während der Aufzeichnung der vier Programme eine bereits vorhandene Aufnahme zusätzlich abspielen. Das bedeutet, dass der Receiver bis zu fünf Streams gleichzeitig verarbeitet, was rekordverdächtig erscheint.

Kabel Deutschland nennt seinen neuen Receiver HD-DVR XL, es handelt sich aber um ein Modell aus dem Hause Sagemcom mit der Bezeichnung RCI88-1000. Die letzte Nummer zeigt die Größe der Festplatte an, denn es gibt noch einen kleinen Bruder mit 320 GByte: den RCI88-320.

Sagemcom RCI88-1000, home entertainment, kabel-receiver

© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Andreas Greil

Das Hauptmenü des Kabel-Deutschland-Receivers kommt mit nur fünf Einträgen aus. Die Details verstecken sich hinter den Einzelpunkten, bleiben aber dennoch übersichtlich.

Das Gerät kommt von außen betrachtet ein wenig unscheinbar daher und wirkt altmodisch. Kein Display an der Front und in schlichtem Schwarz gehalten ohne irgendwelchen Design-Schnickschnack. Dank der Bedienknöpfe an der Front lässt sich der Receiver auch ohne Fernbedienung weitgehend steuern.

Sagemcom RCI88-1000: Anschlüsse

Da der HD-DVR XL das erforderliche Entschlüsselungssystem für Kabel Deutschland bereits an Bord hat, gibt es keine CI-Plus-Schnittstelle. Dafür befindet sich unter einer Frontklappe der Einschub für die entsprechende Smartcard. Um dabei Fehlfunktionen zu vermeiden, zeigen Symbole an, wie die Karte einzustecken ist. 

Das Sagemcom-Gerät ist ein ausgewachsener HD-Receiver für das hochauflösende Kabelfernsehen. Dank der HDMI-Schnittstelle kommen Bild und Ton in bester Qualität zum Fernseher oder zum AV-Receiver. Wer noch analoge Signale benutzen möchte oder muss, wird mit zwei Scart-Buchsen bedient, die Composite-, S-Video- oder RGB-Signale ausgeben.

Kaufberatung: Zwei Kabel-Receiver im Test

Die VCR-Buchse erlaubt den Anschluss eines alten VHS-Rekorders. Die Digital-Audio- Buchse verbindet den Receiver mit einem Surround-System, sodass für effektvollen Kino-Sound gesorgt ist. Erfreulich ist, dass ein Antennenausgang eingebaut wurde. So kann man das TV-Signal an ein anderes Kabel-taugliches Gerät weitergeben.

Ebenfalls an der Rückseite vorhanden: USB- und Ethernet-Buchse. Wer aber meint, mit der USB-Schnittstelle lasse sich eine externe Festplatte betreiben, wird enttäuscht. Die USB-Buchse dient lediglich zur Aufnahme eines separat erhältlichen WLAN-Sticks, der die drahtlose Anbindung ans Internet ermöglicht. Das erledigt aber die Ethernet-Buchse schneller.

Eine Anbindung ans heimische Netzwerk gibt es nicht, daher auch kein DLNA, den Standard bei der Vernetzung des digitalen Zuhauses. Schade, denn hier hätte der ansonsten sehr gute Receiver auch als Multimedia-Spezialist punkten können. So bleiben externe Medien wie Fotos, Videos oder Musik, die von der Festplatte oder vom Netzwerk kommen, dem RCI88-1000 fremd. Die Verbindung zum Internet wird ausschließlich für den Spezial-Service Select Video benötigt.

Sagemcom RCI88-1000, home entertainment, kabel-receiver

© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Andreas Greil

Das Angebot von Select Video ist groß, aber leider nicht in jeder Region verfügbar. Der Service wird einfach über einen entsprechenden Knopf auf der Fernbedienung aufgerufen.

Select Video: Fernsehen auf Abruf

Select Video ist ein Video-on-Demand-Angebot von Kabel Deutschland, das ein breites Angebot an Filmen und Serien zur Verfügung stellt. Die Internet-Anbindung wird für den Rückkanal benötigt, damit der Service weiß, welchen Film man sich ausgesucht hat.

Die Bedienung ist einfach: Man drückt die entsprechende Taste auf der Fernbedienung, und schon erscheint das Select-Video-Menü. Nun blättert man durch das Angebot und bestätigt den gewünschten Film mit OK. Schon flattert der Film ins Haus bzw. auf den TV-Schirm. Man hat dann allerdings nur 48 Stunden Zeit, sich den Film anzusehen. Danach muss er erneut gewählt werden. Der Zugang zu diesem Dienst ist kostenlos. Innerhalb der Videothek gibt es freie, aber auch zahlungspflichtige Inhalte. Die jeweiligen Preise stehen beim entsprechenden Angebot.

Sagemcom RCI88-1000: Bedienung

Der Kabel-Receiver lässt sich leicht und intuitiv bedienen. Die Bildschirmmenüs wirken nicht überladen, sondern aufgeräumt. Das beginnt bereits bei der Installation, die in wenigen Schritten schnell vonstatten geht. Dabei wird auch ein Sendersuchlauf durchgeführt. Währenddessen bekommt man ein Einstiegsvideo gezeigt, das die wichtigsten Funktionen des Gerätes vorbildlich erklärt.

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© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Andreas Greil

Die Fernbedienung besitzt große Tasten und wirkt aufgeräumt.

Ein Umsortieren der Sender ist nicht vorgesehen. Man muss also mit der Reihenfolge vorliebnehmen, die das Gerät vorgibt. Abhilfe bringt die Favoritenliste, die allerdings nur einmal vorhanden ist. Dafür bietet der Receiver die Wahl nach Genres an, etwa Sport, Spielfilm oder Serie.

Um den Rekorder zu programmieren, ruft man den EPG (elektronischen Programmführer) auf und klickt die aufzuzeichnende Sendung an. Allerdings zeigte sich, dass die Aktualisierung der EPG-Daten nicht immer wie gewünscht vorgenommen wurde. Zum Teil waren gar keine Informationen zu den Sendern und deren Programmen vorhanden. Das trübt den Eindruck ein wenig, denn der Receiver hat eine sehr gute Suchfunktion, über die man nach seiner Lieblingssendung, seinem -schauspieler oder -Genre fahnden kann. Auf Wunsch werden alle Teile einer Serie auf Festplatte gebannt - Platz ist ja genug vorhanden.

Ein weiteres Highlight ist der Programm-Manager von Kabel Deutschland. Er ermöglicht es, Aufnahmen auch von unterwegs zu programmieren. Der Service ist im Internet unter www.kabeldeutschland.de/programm-manager sowie als kostenlose App im iTunes Store und für Android-Geräte im Google play Store verfügbar.

Der Nutzer muss sich mit seinen Zugangsdaten für das Kabel-Deutschland-Kundenportal im Internet oder über die App einloggen. Alle fernprogrammierten Sendungen erscheinen anschließend im Aufnahmeplan des Receivers und können zu Hause angesehen werden. So verpasst man garantiert keine Sendung mehr.

Mit der großen, aber handlichen Fernbedienung hat man alle Funktionen des Receivers im Griff. Auch die Tasten sind groß und übersichtlich angeordnet. Zudem ist der Geber eine Universalbedienung. Das heißt, er kann auch das Fernsehgerät steuern, wenn man den entsprechenden Code einprogrammiert.

Sagemcom RCI88-1000: Bild und Ton

Die Bildqualität kann sich sehen und die Tonqualität kann sich hören lassen. Ein gestochen scharfes TV-Erlebnis ist damit garantiert.

Der Stromverbrauch ist jedoch ein wenig hoch. Selbst der Energiesparmodus, der sich im Test nur nach langem "Zureden" aktivieren ließ, ist im Vergleich zu anderen Receivern zu hoch.

Der RCI88-1000 wird von Kabel Deutschland während der Vertragslaufzeit gratis zur Verfügung gestellt. Ansonsten wird für die 320-GByte-Variante der Preis mit 399 Euro und für die 1-TByte-Variante mit 449 Euro angegeben.

Fazit

Mit einer Speicherkapazität von einem Terabyte gibt es beim Kabel-Deutschland-Receiver Platz bis zum Abwinken. Er ist angenehm leicht zu bedienen und kann mit sehr guten Werten bei Bild- und Tonqualität aufwarten.

Leider ist er nicht offen für das heimische Netzwerk und verbraucht ein wenig zu viel Energie. Dafür ist das Video-on-Demand-Angebot Select Video eingebaut. Mit seinen vier Tunern ist der Receiver äußerst flexibel, was gleichzeitiges Aufnehmen angeht.

Tabelle: Testergebnisse, Daten und Messwerte

Download: Tabelle

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