Testbericht

Rollei Powerflex 440

Obwohl die Rollei Powerflex 440 gerade einmal 80 Euro kostet, bringt sie einen Lithium-Ionen-Akku und eine HD-Videofunktion mit.

  1. Rollei Powerflex 440
  2. Datenblatt
Rollei Powerflex 440

© Rollei (Hersteller)

Rollei Powerflex 440

Die Rollei Powerflex 440 liegt preislich mit Canons Einsteigerkamera Powershot A800 gleichauf. Während Canon jedoch an der Ausstattung sichtlich spart, scheint das Paket bei der Rollei rund und großzügig: So gibt es hier statt zwei AA-Batterien einen Lithium-Ionen-Akku im Lieferumfang, der über die USB-Schnittstelle geladen wird. Dank dieser Investition ist die Powerflex 440 deutlich kompakter (95 x 57 x 22 mm) und im Betriebszustand etwas leichter (131 g) als das Canon-Pendant. Außerdem hat die Powerflex den größeren und für Weitwinkel-Fans interessanteren Brennweitenbereich von 26 bis 104 mm KB-Äquivalent und kann Videos nicht nur mit 640 x 480, sondern mit 1280 x 720 Pixeln aufnehmen. Als Sensor kommt in der Powerflex ein 1/2,3-Zoll-CCD mit 8 mm Diagonale und 14 Megapixeln zum Einsatz.

Das Kunststoffgehäuse hat eine glänzende, wahlweise schwarze, silberne, rote oder pinkfarbene Front. Auf der Rückseite befinden sich rechts Bedienelemente, die allerdings keinen besonders hohen Bedienkomfort bieten, und links ein passables Display (2,7 Zoll) mit 76.667 RGB-Pixeln. Mit an Bord sind die üblichen Automatikfunktionen, unter anderem eine Motiv-, Gesichts- und Lächelerkennung. Für diese Preisklasse ungewöhnlich: die Zeit- und Blendenautomatik, über die der Anwender zwischen Blende f3,9 und f5,5 oder zwischen diversen Belichtungszeiten von 1/2000 bis 1 s wählen kann. Einen mechanischen Bildstabilisator gibt es wie bei der A800 und den meisten anderen Unter-100-Euro-Kameras nicht.

Handhabung

Das Bedienkonzept ist im Großen und Ganzen recht einfach zu erfassen, führt jedoch hin und wieder in die Irre. Unter "Mode" wechselt man von der Video- zur Fotoaufnahme oder umgekehrt. Wer die Zeit- und Blendenautomatik sucht, findet diese dagegen unter "SET". Zur Wahl von Blende oder Belichtungszeit wird die Belichtungskorrektur-Taste zweckentfremdet. Der Autofokus konnte weder mit seiner Trefferquote im Lowlight-Test (40 %) noch mit Tempo überzeugen. Bei einer Auslöseverzögerung von 1,03 s im Weitwinkel und 1,53 s im Tele werden Aufnahmen bewegter Motive entweder zur Glückssache oder zur Geduldsprobe.

Bildqualität

Während die Rollei Powerflex 440 im Weitwinkel eine ordentliche Auflösung bis 1377 LP/BH erreicht, schafft sie im Tele in der Bildmitte nur 971 LP/BH, in den Ecken wider Erwarten etwas mehr. Dafür hat sie das Bildrauschen bemerkenswert gut im Griff. So steigt der Visual Noise von 1,2 VN bei ISO 100 lediglich auf 1,7/2,3 VN bei ISO 400/800. Dagegen steht jedoch ein ausgesprochen starker Texturverlust. Auch die Dynamik gibt Anlass zur Kritik: Bei ISO 100 liegen gerade einmal 7,3 Blenden zwischen hellstem und dunkelstem darstellbaren Bereich. Teils treten 2,2 Pixel breite Farbsäume aufgrund chromatischer Aberration auf.

Fazit - Rollei Powerflex 440

Ausstattung und Preis stehen in einem geradezu verlockend attraktiven Verhältnis. Im Messlabor konnte die Rollei Powerflex 440 dagegen weniger Punkte sammeln: Der Autofokus arbeitet langsam, und die Bildqualität hat schon bei ISO 100 gravierende Schwächen.

www.rollei.com

Rollei Powerflex 440

HerstellerRollei
Preis80.00 €
Wertung23.5 Punkte
Testverfahren1.6

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